Archiv für Mai 2007

die blogroll – der karl hat so recht! sonst wird aus uns ja nie was…
also hab´ ich mich – heute ist feiertag! – mal umgesehen nach dingen, die mir da gefallen täten. und dazu gehören sicher nicht die ich-bin-heute-ach-so-spät-aufgestanden- und gestern-war-ich-mit-meinen-kumpels-ein-bier-trinken-blogs, sondern die andern, die, die sich was vorgenommen haben, die was anfangen wollen mit der chance auf öffentlichkeit. zuerst also die politischen: da wäre mal netzpolitik.org, den es glaube ich schon recht lange gibt und der sehr informativ, inklusive interviews und filmen, über sein thema berichtet. weiterhin zu empfehlen ist der spiegelfechter – lange texte, deutlich prosaischer, aber schön zu lesen. dann chris b. – ein wenig bunter und persönlicher, chris scheint viel herum zu surfen, sein blog ist eine schöne fundgrube für dinge, die mit netz und politik zu tun haben. dann zwei, die noch mehr machen, als ‘nur’ bloggen: vincent vallo vom politics-blog hat nun die erste ausgabe seines magazins der politiker fertig, das hier (pdf) heruntergeladen werden kann; der politiker scheut sich nicht, auch mal “ich” zu sagen, ist aber dennoch recht informativ und wartet durchaus mit fakten auf. für die erste nummer völlig in ordnung. der zweite, der mehr als nur für sich bloggen will, ist sören onez, der hat gerade einen politischen blog-karneval angekündigt (was ist ein blog-karneval?), der am 7. juni starten soll.
und was mir sonst noch so untergekommen ist, hier nur als schlichte link-empfehlung:
das zielpublikum weblog von alexander endl dreht sich ebenfalls um politik & medien, aber auch um fußball, und deshalb im moment vor allem um den 1. fc nürnberg. dann der medienblogger, der ebenfalls sehr gut zu surfen weiß und schöne fundstücke und einen interessanten überblick bietet. und watchblog islamophobie, weil ich´s einfach gut finde, was die machen (auch deren blogroll beachten, bitte!). und was ganz was anderes, nämlich das “magazin für meinungen” namens mindestens haltbar, ein netz-magazin mit hübschen texten, dessen chefredaktion zur neuesten ausgabe von don dahlmann von irgendwas ist ja immer übernommen wurde, lese dazu auch sein editorial.
p.s.: wenn ich irgendwann endlich mal genügend zeit habe, kommt dann auch die fluch-der-karibik-erwiderung, denn ich verehre zumindest teil eins & zwei dieses piratenunsinns und freu mich schon ganz lange auf den dritten! und das liegt nicht nur daran, dass ich ein mädchen bin und johnny depp johnny depp ist.

Flatrate (Alkopops aus Freitag-Tasche) beim Pokern. Natürlich Texas Hold’em. In Berlin. Später Rauchen für uncool befunden, den VFB als würdigen Meister und Justin Timberlake als ganz beachtlich bezeichnet. Dazu Schäuble-Hysterie verurteilt (Verantwortung), Sicherheitsvorkehrungen als notwendig anerkannt (Terrorgefahr!) und mir geschworen, Werbung auf Blog einzuführen. Weitere “ToDos” notiert: spreeblick, basicthinking, niggemeier … auf blogroll setzen (Coolness, A-Blogs!). Leider MySpace-Login vergessen, um neue Erkenntnisse meinen “Freunden” mitzuteilen. Deshalb sofort getwittert. Heute große Scham, aber zum Glück Entschuldigung parat: Ich war gedopt.

Nachtrag (16 Uhr): Entsetzlich! Keiner kann ja irgendwas für nix! Alle waren sie gedopt: der Sichelputzer, medienjunkie, cBlog (mit erschütternder Chronik, wie sich die Ereignisse überschlugen), Prinzzess, wirbelwebber … So viele … War klar, keiner kann was dafür. Der Druck, dieser entsetzliche Druck!

Ich gehe ins Kino, müsste das auf Türkisch heißen – aber in meinem Fall ist damit leider nur die Originalversion von “Pirates Of The Carribean – Am Ende der Welt” gemeint. Falls ich mir den Film überhaupt anschaue. Ich vermute, dass es ein rechter Krampf wird. Nur so ein Gefühl, das mich gerne überkommt bei Filmen, deren Pressevorführungen so kurz vor dem Starttermin liegen, dass kaum noch darüber berichtet werden kann, auch wenn das, wie auf cinefacts diskutiert, in diesem Fall mit dem Schnitt zusammenhängen könnte. Sei’s drum!

Größer wäre meine Lust auf den Film, wenn ich etwas fleißiger Türkisch gelernt hätte und über die Präsens-Formen hinausgekommen wäre. Dann könnte ich nämlich bald sagen: Sinemadan geliyorum – ich komme gerade aus dem Kino, zwar immer noch im Präsens, aber immerhin aus KARAYIP KORSANLARI – DÜNYANIN SONU, der türkischen Sprachfassung des Films, die jetzt in sechs deutschen Städten (Berlin, Bochum, Essen, Hamburg, Köln und Stuttgart) für die etwa 2 Millionen in Deutschland lebenden Türken gezeigt wird. Das ist zwar sicherlich auch nur wieder Teil einer großen Blockbuster-Offensive, mit der man wirklich jeden Markt abdecken will, aber trotzdem finde ich das in diesem Fall bemerkenswert und sympathisch, wird doch einmal nicht gleich geblökt: Assimiliert euch! Lernt Deutsch oder geht in der Türkei ins Kino!

Ich werde auf jeden Fall wieder fleißiger Türkisch lernen. Und dann gehe ICH in der Türkei ins Kino und zwar während des wunderbaren Istanbuler Filmfestivals.

“The goal is to enable Google users to be able to ask the question such as ‘What shall I do tomorrow?’ and ‘What job shall I take?’ ”

Das ist also die Zielsetzung der Don’t be evil-Menschen, mal so eben locker-flockig geäußert von Google-CEO Eric Schmidt hier in der Financial Times. Ich sage jetzt schon einmal Danke und freue mich auf die Zeiten, in denen ich mein Hirn gar nicht mehr brauchen werde. Noch hat es allerdings ab und an Schluckauf und sagt mir: Schäbige Welt, in der man so eine Firmenstrategie nicht etwa zerknirscht zugeben muss, sondern offensiv damit Werbung machen und sich sicher sein kann, dass der größte Teil der Menschheit bei so viel persönlicher Fürsorge sowieso Hurra schreien wird. Ach, die Welt ist ja so anonym geworden. Man kennt ja nicht einmal mehr seine Nachbarn! Gut, wenn Google wenigstens weiß, wer ich bin! Vielleicht weiß es dann bald wieder jeder.

Ach, ich mag eigentlich gar nicht! Nur noch – auch wenn es nicht so recht dazu passt – auf den guten, alten Do-It-Yourself-Ethos hinweisen. Der Link ist mir in die Mailbox geflattert (Senkfuß Max). Ein pdf-Archiv alter Punk- und HC-Fanzines: Flipside, MRR … Ob Google irgendwann sagen wird, dass man so etwas machen soll? Ich glaube es nicht …

es ist ja nun tatsächlich nicht mehr zu überhören, dass es ab morgen das so genannte “leben” der zeit wieder im magazinformat geben wird und dass das total toll wird. doch hat die zeit trotzdem noch ein werbefilmchen animiert, und zwar ein ganz fürchterliches ding, das nach einem intro in silber und regenbogenfarben (inklusive luftiger flöckchen) die drei worten nennt, die ich von zeitungen und ähnlichem nun wirklich nicht mehr hören will, weil sie mit journalismus schlichtweg nix zu tun haben, nämlich “mode”, “genießen” und “design”. nachdem das model, das sushi und die endsschicken salz- und pfefferstreuer durch waren, wusste man offenbar nicht recht weiter – tussi, sushi, chichi – gibt´s noch was außerdem? irgendetwas fehlt doch da, die – die – die, hmm, wie hieß das noch? genau: die politik kam da ja noch gar nicht vor, na sowas… aber alles kein problem, die passt auch noch dazwischen: den rot glänzenden gewürzmühlen folgt also auf dem fuße irgendein soldat in irgendeinem kriegsgebiet, kurzer schnitt auf ein ängstliches kind, das vor ihm steht. dann helmut schmidt, dann ein hai, dann die krönung: zeitmagazins unverkennbares talent für “lifestyle & wohnen”, das man am besten beweist, indem man zwei hübsche sektgläser auf den tisch stellt und darin edel blinkernden rotwein kredenzt. kompliment! noch unglücklicher depperter hat diese mischung aus passendes-umfeld-für-werbekunden-schaffen und krass-aufmachen heute nur die süddeutsche hinbekommen:
wohlfuhlen_klein.jpg
wer die alten fronten sucht, ist demnach weiterhin bei den blogs am besten aufgehoben. denn gerade diskutiert man hier und da und dort über die “gemeinschaftsproduktion” von wir-nennen-es-arbeit-lobo und spreeblick-häusler mit namen adical, die blogs mit werbekunden versorgt und ab heute sogar bildblog an bord hat. es kann nur heiterer werden!

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