Archiv für Mai 2007

„Das ist ein Modell, das wir analysieren nach Stärken und Schwächen. Das ist zumindest theoretisch ein Modell, das ziemlich viel hätte.“

So etwas sagt man nur, wenn das zu analysierende Modell zumindest praktisch so ziemlich überhaupt nichts hat außer ein paar schweren Fehlern, z.B. den, dass Salzburg in Österreich liegt. Oder den, dass man im deutschen Fußball erst einmal aufsteigen muss, um in der ersten Liga spielen zu können.

Dem Herrn Mateschitz, seines Zeichens Besitzer einer Brausefirma, wird es also offensichtlich ein wenig langweilig in der österreichischen Liga mit seinem Club Red Bull Salzburg. Mit riesigem Punkteabstand ist man dort Meister geworden. Was niemanden wundert, schließlich hat sich Herr Mateschitz eine so sündteure und schicke Mannschaft zusammengekauft, dass selbst Trainerkanonen wie Trapattoni und Matthäus die Meisterschaft nicht mehr in den Sand setzen konnten. » Hier geht’s weiter …

Gerade wurde in Südkorea laut heise.de ein humanoider Roboter vorgestellt, der Menschen mit einer Software zur Gesichtserkennung identifizieren kann. Jetzt hofft man, dass er dadurch u.a. auch die Kinder zuhause betreuen und unterhalten kann, indem er ihnen z.B. Videos auf seinem Bauch-Display vorspielt.

Seltsame Welt: Hierzulande versucht man mit aufwändigen pädagogischen Kampagnen, die Kinder vom Fernseher weg zu bekommen und in Südkorea hat man da anscheinend gleich eine Marktlücke erkannt. Da baut man einen Fernseher, der den Kindern hinterher läuft! Zum Glück reicht deren Taschengeld nicht für die Anschaffung.

Will lovely woman do the proposing?
Will woman bosses run [politics?] as they now run the home?
Will the housemaid be a houseman?
Will horses be exhibited as curiosities?
Will politics be run on a philanthropic basis?
Will the Boston woman discover the north pole?
Will airships be provided for messenger boys?
Will men wear frilled shirt waists and women trousers?
Will the [unreadable] Mrs. Grundy be driven into a convent?
Will the college girl carry a cane and smoke a pipe?
Will there be free lunch stands for women?
Will men go to church evenings instead of to the club?
Will the wife kiss her husband goodby before starting off to business?

Fragen über Fragen stellte man sich auf dem Titelblatt des Newark Daily Advocat am 1. Januar 1901. Wie würde wohl das 20.Jahrhundert aussehen? Jetzt weiß man es und kann ganz lapidar sagen: Manches hat man damals durchaus richtig prognostiziert. Manches ist hanebüchen – wie das halt so ist, wenn man sich in der hohen Kunst der Wahrsagerei betätigt. Zu lesen ist das hier auf paleo-future.

Ansonsten findet man auf dieser wunderbaren Seite vor allem Vorstellungen von einer Zukunft, die so nie eingetreten ist. Das absurdeste Zeug, aus heutiger Sicht, zusammengetragen aus Zeitschriften und Büchern, Filmen und Broschüren. Da gibt es Gedankenlesemaschinen und Städte auf dem Meeresgrund, mechanische Menschen, Roboterrevolten und fliegende Autos und und und. Man sehe selbst!

Ich wage auch einmal eine Zukunftsprognose, “a look into the future that never was”: Wenn man da jetzt anfängt zu lesen und zu wühlen, dann wird man morgen feststellen, dass man sich gestern die nächsten Stunden doch anders vorgestellt hat – nämlich nicht vor dem Computer.

Also, weil es dort so schön ist, ein Link-Tipp: paleo-future.blogspot.com

(Gefunden via nerdcore)

Wenn man heute Abend die Kommentare in den Foren der großen, deutschen Tageszeitungen zum tragischen Fall El-Masri liest, wird einem schlecht! Bei der Süddeutschen sind einige Kommentare unter Berufung auf die netiquette und die AGB’s gleich gestrichen worden. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was da gestanden haben muss, wenn man sieht, was im Forum der FAZ noch zu lesen ist (22.15 Uhr):

“Hätte man ihn doch lieber nach Guantanamo verlegt und dort belassen.”
oder
“… Es fehlt jetzt nur noch der Hinweis auf ein pränatales Trauma, das El Masri erlitten hat. Ein entsprechendes “Zertifikat” befindet sich möglicherweise schon in den Unterlagen des Herrn Anwalts.”
oder
“… Irgendwie tut mir Herr El Masri leid, ist er doch zu lange im Interesse der Oeffentlichkeit gestanden. Vielleicht sollte man ihn einfach kein Forum mehr bieten und ihn darueber zur Integration bewegen.”

Diese Kommentare beziehen sich auf folgenden Fall: » Hier geht’s weiter …

es ist nicht einfach zu entscheiden, ob man die zahlreichen offensichtlich menschenrechtswidrigen sites, auf die man täglich im internet stößt, einfach ignoriert. oder ob man doch besser mit dem finger auf deren produzenten zeigt – was ihnen eventuell mehr öffentlichkeit beschert, als ihnen zukommen sollte. zum glück hatte ich jemanden, den ich um rat fragen konnte, nämlich andrea livnat, die das tel aviver büro des online-magazins hagalil leitet und im herbst 2003 mit ihrem artikel “gerechtigkeit für deutschland” die hohmann-affäre ins rollen brachte. sie riet mir zu, “weil ja auch unbedarfte Leute so etwas lesen, und wenn es ihnen dann (hoffentlich) dämmert, dass da was komisch ist, dann suchen sie vielleicht nach Infos über diese Seite”. dass ich daran gar nicht gedacht habe, beschämt mich ein wenig – vermutlich wird sogar noch viel zu wenig darüber geredet und diesen abusers also ein menge unbesetzten raums gegenüber gestellt, der eigentlich zu füllen wäre mit informationen über sie und ihre anliegen (vor allem, da der idgr leider nicht mehr existiert, wobei sich redok wenigstens um eine art nachfolge bemüht). auf dass bei google bald kein widriger content mehr ganz oben in der liste zu finden ist, wird hier also ab sofort in loser aber steter folge ein platzverweis erteilt. und der erste geht gleich an das so genannte “münchener tagebuch“. » Hier geht’s weiter …

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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

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