Archiv für Juni 2007

Das G8-Theater ist zwar mittlerweile vorbei, aber auf den allerschönsten Kommentar von allen zu diesem Thema möchte ich doch noch hinweisen, weil ich ihn gerade erst entdeckt habe.

Bietet der Sport nicht immer wieder die wunderbarsten Erklärungsmodelle für unser aller Leben, möchte ich da glatt ganz schwülstig fragen. In diesem Fall ist es der Schachsport: Matt auf G8

ja, es gibt noch eine welt jenseits des zweitens-magazins. hier ein ausschnitt davon:
norbert bolz spricht mit dem handelsblatt über web 2.0 – norbert bolz halt… keine ahnung, wie es dem immer wieder gelingt, die medien mit allerweltsweisheiten zuzupflastern – allerdings ist dieses interview absolut in ordnung. auch weil er dinge sagt wie: “Ich habe das Gefühl, der Teufel hext uns die Zeit ab.”
zeit-online über “orwell im netz”: “Mit simpler Bannerwerbung fing alles an. Mittlerweile spähen Konzerne und Marketingagenturen Internet-Surfer als potenzielle Kunden regelrecht aus – mit immer raffinierteren Methoden. Dagegen kann man sich aber schützen…”
charlotte roche und gert scobel machen zusammen eine sendung – im tv erst des nächstens am 15., online bereits am 14. um 20 uhr. thema: wie viel rausch darf sein? wohl für den einen oder anderen nicht ganz uninteressant…
thierry chervel über die klage der faz und der sz gegen den perlentaucher: “Der Ton in der Berufungsinstanz ist merklich schärfer geworden…”
sabine vogel in der berliner zeitung über die neue protestkultur: “Seifenblasen konterkarieren das staatsmännische Textgeblubber, die Ordnungsmacht steht einer Spaßguerilla gegenüber, die sich mit kreativer Ironie und demonstrativ harmlosem Dadaismus bewaffnet hat…”
das upload-magazin zieht eine erste bilanz nach ausgabe nummer eins: “Viele Links, über 350 angemeldete Leser, eine technische Panne, ein ungelöstes Rätsel und erste Ideen für die nächste Ausgabe…”

oh je: so viele pdf-magazine streunen also durch das internet – und vermutlich sind das noch längst nicht alle, da täglich ja ein paar dazu kommen, wie wir wissen.

… entlockt der moderator jakob schiefer seinen gesprächspartnern in der zehnminütigen radio-talk-show “buch heute”. zum beispiel: dass man, um hörspielsprecher zu werden, erst einmal auf partys, in soaps und neben wichtigen leuten zu erscheinen hat. oder: dass im kommenden jahr nur ein einziges buch in deutschland erscheinen wird. ein witz? ja, aber ein wunderbarer! wer´s nicht glauben will, soll hören: das gespräch mit der “hörbuch-päpstin anna-maria sterkowski-bahlsen” gibt´s hier, den durchschnittsroman erläutert dr. menzel, seines zeichens vorsitzender der “börsengemenschaft literatur ag”, hier. und da die projekt-übersicht plus vorschau auf die kommenden großen taten & themen.

nicht mein buch. ganz und gar nicht. deswegen liegt es seit viel zu vielen wochen schon vorwurfsvoll auf dem schreibtisch: die liebe sabine vogel von der berliner zeitung wartet auf eine besprechung davon. und mir graut´s. weil die gerstenberg zwar gar nicht schlecht schreiben kann, aber wie fast alle ihre leipziger kommilitonen schwer an diesem pathos trägt, das aus nichts anderem als heißer luft besteht. diese sie-sah-sie-dachte-sie-tat-literatur geht mir langsam wirklich auf die nerven, was denken die sich eigentlich dabei? denken die sich überhaupt etwas dabei? was wollen die erzählen? ich kapier´s nicht. zudem erinnert mich das andauernd an nenas hübsch naives “hast du etwas zeit für mich, dann singe ich ein lied für dich”, aber das waren eben die 80er, da war das noch ok! gerstenberg jedenfalls hat – “solche geschenke” besteht aus 14 luftballons – nicht allzuviel zu erzählen, sondern faktiziert stattdessen bedeutungsschwanger durch die gegend. wohl in der hoffnung, dass sich die leser in dieser feier des ach-so-lakonischen (dies wort gehört ohnehin verboten) wiedererkennen, weil sie ebenfalls seit jahren in dem wissen leben, dass sie viel ‘tiefer’ sind und fühlen, als die welt es ihnen zugesteht und ihr umfeld es je ahnen würde. dass just das der größte beschiss seit der erfindung des subjekts ist, übersieht franziska gerstenberg völlig. deswegen gefällt mir das nicht. und deswegen stand drei wochen gar nix in dem gerstenberg.doc, seit zwei wochen steht da immerhin der erste absatz – den ich auch ganz gerne mag – doch nun sitze ich wieder dumm davor. to be continued ist wohl nur ein anderer begriff für den writers block.

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