Archiv für Juni 2007

vor ein paar tagen habe ich versucht, diesen artikel zu kommentieren, nur leider ist mein kommentar bislang nicht erschienen. nun muss ich natürlich davon ausgehen, dass er dem autor des zugehörigen artikels nicht gepasst hat (ich schwöre: „langsam nervt´s“ war die einzige ausfälligkeit, ansonsten war er absolut nüchtern formuliert. doch berichtigte er eben einige der falschaussagen von f!xmbr). was mich nur erneut darin bestätigt, dass diejenigen, die am lautesten nach aufklärung schreien, weil sie hier und da und dort verschwörungen vermuten, am freimütigsten zensieren – und sich also zuallererst selbst der verschwörung schuldig machen. weiß man das, werden die kommentare wertlos – da sie auf einer auswahl beruhen, die von objektivität nichts wissen will. natürlich darf ein blogger das, nur schade ist es halt, schließlich liest man blogs gerade auch deswegen: um eine diskussion zu verfolgen, um andere meinungen als die des verfassers zu erfahren, um noch mehr informationen zu sammeln, um die eigenen ansichten gegenebenfalls zu revidieren oder zumindest zu erweitern. und um andere blogs kennenzulernen natürlich. weil das so ist, gibt es natürlich eine menge hohle kommentare, die mit dem satz „finde ich auch“ nichts weiter als werbung für den eigenen blog machen wollen. über dieses „re-stating the obvious“ hat sich sven schon vor längerem recht schön ausgelassen.
tatsächlich sind das immer einzelfall-entscheidungen. täglich löscht man ein paar spam-comments, wir hier haben bislang nur einen wohl wirklich ernst gemeinten kommentar entfernt, weil er ohne name und emailadresse hinterlassen war, und das finde ich nunmal so unhöflich wie unanständig. allerdings geht das nicht allen so: über den artikel “anonyme hetzer und spinner“ haben sich einige ziemlich aufgeregt, weil sie ihn als aufruf zur rechte-beschneidung empfanden, ich finde ihn gar nicht so falsch. obwohl er natürlich am kernproblem nichts ändert, da viele es nicht einmal für nötig befinden, ihre hetze und spinnerei zu anonymisieren.
vor allem für tageszeitungen ist das ein relatives problem, da die nicht so schnell wie blogs reagieren können – tragisch vor allem deswegen, da diese bühne ja doch eine nochmal deutlich größere ist als die der blogs. karl hat das hier ja bereits dokumentiert – in sachen faz und el masri – auch stefan niggemeier hat´s – in sachen welt – versucht und musste die kommentare aber leider bald wieder schließen, weil es zu direkten drohungen kam. bleibt einem nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die räudigen köter nur bellen und das beißen längst verlernt haben.

nachtrag um kurz vor eins: sehe eben, dass heute auch thomas knüwer in seinem handelsblatt-blog “indiskretion ehrensache” über das kommentar-problem schreibt. er prophezeit eine ungestörte Vermehrung der Brüllaffen – schön zu lesen!

in die “aufzeichnungen, die dem durcheinander in meinem kopf entsprechen” von franz schuh namens “schwere vorwürfe, schmutzige wäsche” kann man hier hineinhören – vom autor selbst gelesen natürlich.

weil der harald martenstein kann, was der helmut schmidt kann (eine zigarette rauchen und während dessen ein bisschen aus dem männerkästchen plaudern – beide für zeit.de, schmidt zum beispiel hier, martenstein da), können wir nun auch was der tagesspiegel kann. mehr aber auch nicht. im gegensatz zu dort gibt´s hier kein ewiges gleich-gleich-gleich-ist-es-soweit, sondern überhaupt keinen relaunch (oder eben „relaunch ist immer“). und also auch keine vorablinks auf irgendwelche alphatiere, auf dass deren eitelkeit sogleich ergriffen wird und sie freudig darob berichten. sondern nur ein paar blicke auf das innenleben unseres blogs. weil das im grunde genauso funktioniert: jeden tag schaut man bei den eigenen statistiken vorbei, und eventuell noch bei blogscouts oder technorati (wo wir übrigens noch keinen einzigen fan haben – also bitte!).
zu berichten gibt es: am 29. mai haben wir bei blogscouts auf einmal einen großen, wunderlichen sprung gemacht von 1207 auf 521, unseren listenplatz also mehr als halbiert, dann stiegen wir (beinahe) kontinuierlich, gerade halten wir den 179. platz. unsere unmittelbaren nachbarn drunter und drüber sind mir allerdings immer noch kein begriff. viel interessanter ist ohnehin der blick in unsere hetzner-statistiken, etwa auf die suchanfragen, mittels derer die menschen mithilfe von google auf unserem blog landen. in jüngster zeit konnten wir da etwa mit „jürgen perthold“ ordentlich punkte machen, was ich nie gedacht hätte (das war der mit der katze und der kamera). andere wiederum fragen ganz konkret „in welchem jahr wurde die schreibmaschine erfunden“ oder „wie kann ich kontakt mit keira knightley aufnehmen“. ja, und die landen dann bei uns beziehungsweise bei diesem oder diesem schönen eintrag. und gehen vermutlich bald wieder, weil sie offensichtlich anderes als uns im sinn haben (den klick aber, den haben wir zu dem zeitpunkt schon längst verbucht!). mit denjenigen, die „keira knightley nackt“ oder „bekannt nackt schauspilerin“ suchen, verhält es sich hoffentlich wohl ähnlich.
da zu diesem zeitpunkt der findige leser natürlich längst gecheckt hat, dass dieser eintrag keinen weiteren sinn hat, als auch in zukunft leser mit solch seltsamen und ähnlichen anliegen auf unsere seite zu locken, soll damit jetzt auch schon wieder schluss sein. zumindest fast, denn verzeiht: wir wollen nur endlich mal ein paar bekannte unter unseren blogscout-nachbarn haben… in dem sinne bleibt nur noch eines zu sagen: „jugend ohne gott“. so nämlich heißt die pole-position der suchwort-liste, die auf unsere seite führt. und jetzt fragt bitte keiner, was das zu bedeuten hat – sonst hört es sich mit dieser ekligen selbstreflexivität ja nie auf.

soeren onez´ blogkarneval ist eröffnet und das neue mindestens haltbar über “meer und mehr” ist da. und erst watch berlin: nachdem bereits harald martenstein dort mit einer zigarette in der hand sicher eingetroffen ist, kündigt nun auch felix schwenzel-wirres an, sich in diese richtung aufzumachen. wird ja immer besser!

auf die schnelle ein paar links zu diesen themen, weil es sich in den letzten tagen irgendwie gesammelt hat. also: die taz berichtete gestern über “anwalts lieblinge”, nämlich die blogger, die sich so herrlich einfach abmahnen lassen. dem thema abmahnungen hat sich auch die erste ausgabe des pdf-magazins upload verschrieben (zum download des hefts muss man sich anmelden, geht aber ganz schnell). ist sehr schön geworden, vor allem auch optisch, was ja bei anderen oft nicht der fall ist. an diese stelle sollte man natürlich auf udo vetters lawblog verweisen, der ja schon lange in den listen ganz oben zu finden ist. vetter ist der “verteidiger vieler blogger” in sachen abmahnungen, weiß die taz im oben genannten artikel zu berichten.
ein kritiker des urheberrechts ist wiederum lawrence lessig, den mario sixtus im elektrischen-reporter-format für den tagesspiegel interviewt hat (und da offenbaren sich bereits die nachteile des tagesspiegel-relaunchs: das video hat keinen eigenen link! zum finden und anschauen also nach unten scrollen zur video-abteilung.)
and now, for something not so completely different: ndr.de hat einen beitrag seines medien-magazins zapp online gestellt, ein zapp-spezial “zur lage des deutschen journalismus” namens “reporterlust und recherchefrust”. anschauen!

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