Archiv für Juni 2007

was ich schon länger vermutet habe, hat der ingenieur jürgen perthold nun endlich nachgewiesen: katzen tun nur so, als ob sie sich nicht leiden können, das ganze aufgeplustere und gefauche ist nichts als theatergetue für frau- und herrchen.
also: vielen dank an jürgen perthold – dafür, dass er seinem kater mr. lee eine leichte und wasserdichte digicam zusammengebastelt und um den hals gehängt hat, die jede stunde 60 fotos schießt, die perthold dann serienweise online stellt. auf denen sieht man dann nämlich: lauter andere katzen, die nett herübergucken, gerade dass sie nicht noch lächeln oder winken. jagd auf vögel? oder mäuse? oder sonst irgendetwas kleines, süßes verspeisbares? mitnichen. mr. lee, wir haben verstanden!
p.s.: ja, natürlich erklärt jürgen perthold auch, wie das technisch machbar ist – wen´s interessiert.

Als großer Liebhaber von Tageszeitungen – total old school, ich weiß – bin ich gerade schwer begeistert von der Seite Newseum, The Interactive Museum of News. Wieder eine Seite, um Stunden zu vertun. Unter anderem findet man dort neben zahlreichen Online-Ausstellungen auch die virtuelle Version des Freedom Forum Journalists Memorial, zum Gedenken an Journalisten, die während der Ausübung ihres Berufes gestorben sind.

Anscheinend wird dieses gigantisch große Newseum am 15. Oktober 2007 in Washington tatsächlich auch im echten Leben eröffnet. Dort werden dann auch über 450 Titelblätter von Zeitungen aus aller Welt großformatig an der Wand hängen, und zwar tagesaktuell, weil sie täglich in elektronischer Form neu übermittelt werden! So soll das dann mal aussehen:

Today’s Front Pages
Quelle: newseum.org, Ralph Appelbaum Associates

Und jetzt kommt’s: Diese Titelseiten gibt es täglich auch im Internet als pdf – und zwar schon jetzt und hier, sogar mit täglicher Kurz-Analyse.

(via the pied cow)

wer es irgendwie schafft, sollte sich am mittwoch, den 13.6., sigrid behrens anhören, wenn sie in der münchner seidlvilla aus ihrem buch “diskrete momente” liest. behrens porträtiert darin die bewohner eines mietshauses, indem sie sie anspricht, in ihre köpfe dringt, gleichsam zwiegespräche mit deren bewusstsein führt. zudem gehört sigrid behrens zu den autoren, die das lesen sehr eindrucksvoll beherrschen. und wer mir jetzt nicht glaubt: hanser hat sowohl eine leseprobe (pdf) als auch eine hörprobe (mp3) online gestellt. zwei kurze rezension des buches finden sich zudem hier (taz) und hier (nzz)

… noch zwei links in sachen computer und dessen historie.
zum einen: kara swisher und walt mossberg, die macher von all things digital, haben auf der d5-konferenz steve jobs und bill gates gemeinsam vor eine kamera bekommen (das erste mal seit 10 jahren) und 90 minuten lang interviewt. die sieben teile des recht unterhaltsamen films kann man sich auf der all-things-digital-website anschauen.
zum anderen: die absolut wunderbare website don´t click.it erzählt von und experimentiert mit dem allgegenwärtigen klick, und das ganz ohne, dass man irgendwohin klicken muss oder auch soll. sehr, sehr schöne seite! (via dr. sno, allerbesten dank dafür!)

aufräumen bringt eben doch etwas. nämlich in dem fall eine ausgabe der konkret vom september 1968 zutage, deren besitz ich beinahe schon vergessen hatte. weil das so wunderschön ist, hier ein scan des titelblatts (klicken fürs lebensgröße-pdf):

konkret_titel_1968_klein.jpg

geschäftsführender redakteur war damals übrigens stefan aust, der heute chef des spiegel ist, den inhalt der oben angeteasten artikel-serie über “die methoden des spiegel” sollte er also kennen. zitat: “selbst die spiegel-story, die sich als journalistische einheit gebärdet, erweist sich […] als präziser scherbenhaufen im dienste präziser ideologischer und kommerzieller interessen.” jetzt fragt man sich natürlich: hat stefan aust daraus nichts gelernt? oder eben alles? mehr zu dessen ideologischen und kommerziellen interessen erfährt man in diesem taz-artikel sowie dem zugehörigen buch “der spiegel-komplex” von oliver gehrs.

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