Archiv für November 2007

Zwar schon wieder ein alter Hut, das Video war gestern der heiße Scheiß, weil jetzt.de darüber berichtete. So ist das im Netz. Interessiert uns nicht, weil: “aktuell sind andere”.
Thema “Killerspiele”. Ich persönlich bin ja einem vernünftigen Shooter in einem Netzwerk ganz und gar nicht abgeneigt. Es ist bisher jenseits aller Moral einfach die spannendste und beste Lösung, eine größere Zahl an Spielern gemeinsam in einem Computerspiel an den virtuellen Spieletisch zu bekommen. Dazu ein Headset und schon hat man eine Mordsgaudi (“Diese Doppelbödigkeit! Dieser doppelbödige Wortwitz”)! Welches andere Genre kann man denn sonst mit, sagen wir, fünf anderen in einem Team zocken? Shooter eignen sich einfach für das Netzwerkspiel. That’s it und nicht mehr. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Es geht um “Journalismus”, diesmal der öffentlich-rechtlichen. Und genau dort wird der Journalismus oft relativ gruselig, wenn es um das Thema “Killerspiele” geht, wie das Video beweist. Er verabschiedet sich nämlich. Und da kommt dann der (von Medienschaffenden viel gescholtene) Bürger-Journalismus ins Spiel. Der 21-jährige Matthias Dittmayer hat sich einmal angeschaut, was da so erzählt wurde in Panorama, Hart aber Fair, Kontraste und Frontal 21 in letzter Zeit zum Thema “Killerspiele”. Und, naja, verständlich, dass manch einer Angst vor dem Bürger-Journalismus hat.

Viel Vergnügen!

[youtube R9JRm3iQQak]

Bin gerade über den schönen, kleinen Animationsfilm “The Big Brother State” zum leidigen Thema Überwachung gestolpert gesurft. Fabriziert hat das Ganze David Scharf, auf dessen Seite www.huesforalice.com man auch sonst noch nettes Zeug finden kann, während des Wintersemesters 2006/2007 an der FH Augsburg. Manchmal bin ich schon neidisch auf die Herren Grafik-, Medien, Was-auch-immer-Designer. Visualisierung ist schon öfter der Königsweg als ich zugeben mag als Schreiberling. Deshalb:

[youtube jJTLL1UjvfU]

Entdeckt habe ich das Video hier bei information aesthetics, wo ich in letzter Zeit immer mehr entdecke. Sehr schön ist es dort.

Heute abend kurz nach zehn bringt der Zündfunk ein Feature über die Berliner Künstergruppe FMSW. Deren Netzseite gehört nun nicht zum Erquicklichsten, aber ein auch heute abend vorgestelltes Projekt verdient nähere Betrachtung: Die haben allen Ernstes eine Expedition zum geografischen Nullpunkt im Golf von Guinea (hier ein pdf) unternommen, um dort eine Vakuumkugel zu versenken.
A Schmarrn, Kunst halt und sinnlos anregend.
Anzuhören an euren Radiogeräten oder per Stream

Wer tatsächlich noch denkt, das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung solle ein Gesetz zum Kampf gegen den Terror werden, der lese z.B. auf heise.de: Länder wünschen erweiterten Zugriff auf TK-Vorratsdaten. Dort heißt es:

So sollen die Länderchefs bei der Plenarsitzung am kommenden Freitag eine Entschließung (PDF-Datei) fassen, wonach auch Rechteinhabern zur zivilrechtlichen Verfolgung etwa von Urheberrechtsverletzungen Zugang zu den Datenbergen zu gewähren ist.

Den genauen Text dieser Empfehlung des Rechtsausschusses kann man hier nachlesen.

So schnell geht es also, dass aus ach so wichtigen Instrumenten für die Wahrung einer ach so gefährdeten inneren Sicherheit ganz schnell, ganz nebenbei zusätzlich ein Erfülllungswerkzeug für eine ach so arme Industrie werden soll. Eine gute Sache hat das ja: Immer weniger Menschen können bald sagen, dass sie nichts zu verbergen hätten. Im Umkehrschluss: Immer mehr Leute sollten sich eigentlich mit aller Vehemenz gegen diese – und jetzt greife ich tief in die Wortschatz-Klamottenkiste, es passt zu gut – Pläne des militärisch-industriellen Komplexes wehren. Hoffentlich.

Sehr lesenswert ist auch der telepolis-Text Unwissend, verlogen, heuchlerisch – und stolz darauf? Nur damit man weiß, mit wem man es zu tun hat. Nur damit man weiß, wer da an der Zukunft unseres Landes bastelt – ohne Ahnung und ohne Rückgrat, aber Vollgas.

Nachtrag (29.11.): Noch ein Verweis auf einen telepolis-Artikel von der gleichen Autorin, der sich mit oben beschriebener Entschließung beschäftigt: Datenhunger

Ist nicht mein Bier, aber sicher das einiger geneigter Leser:
Heute machte der gepflegte, aber eben lokal verwurzelte Tagsanzeiger auf unserem Frühstückstisch mit einer schönen und langen Zeile auf:
“FCZ-Fans entführten einen Anhänger des Grasshopper-Clubs” (hier der online gestellte, ausführliche Text aus dem Zürcher Lokalteil)
Und daneben ein Kommentar, betitelt “Fussball-Faschismus”.
Auf der Titelseite, wohlgemerkt.
Unschuldige Schweiz… Und irgendwie kommt doch überall die Nervosität auf angesichts der drohenden EM.

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