Weil der Informatik-Pionier und Gesellschaftskritiker Joseph Weizenbaum heute 85 Jahre alt wurde, sei an dieser Stelle sein großer Durchbruch und ein Meilenstein der Künstlichen Intelligenz gepostet: das kleine Programm ELIZA, hier in einer Javascript-Version. Ich fand das Programm schon immer sehr lustig in den KI-Vorlesungen und dann, als ich es entdeckt hatte, als Easteregg in meinem XEmacs-Editor. Einen richtigen Geburtstagstext mit weiteren Informationen gibt es zum Beispiel hier auf golem.de oder hier auf heise.de
| Talk to Eliza |
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ELIZA war damals ein Sprach-Analyse-Programm. Seine Variation DOCTOR sollte dann die Gesprächssituation mit einem Psychotherapeuten, der einfach immer nur nachfragt, veräppeln. Ein kleiner Versuch – das Ergebnis muss damals für Weizenbaum erschreckend gewesen sein. Angeblich wurde er dadurch zum großen Computer- und KI-Kritiker. Tatsächlich vertrauten Menschen diesem Programm ihre psychischen Probleme an, gaben intime Details preis und wollten wohl schnell vergessen, dass sie hier mit einer Maschine kommunizieren. Ein paar aufgezeichnete Konversationen mit solch pseudo-schlauen Programmen, unter anderem auch mit ELIZA, kann man hier nachlesen. Und wen es interessiert: Eine gekürzte Version von Weizenbaums im Januar 1966 veröffentlichten Papers ELIZA –A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine gibt es hier.
Übrigens zeichnet unsere ELIZA keine Gespräche auf. Und sie kann nur Englisch.
Nachtrag, weil ich es gerade sehe: In der Süddeutschen gibt es heute einen Kommentar von Joseph Weizenbaum selbst mit dem Titel “Wir gegen die Gier”. SPON hat heute ein Porträt Weizenbaums veröffentlicht.
Das war ein Weihnachtsgeschenk von meinen Eltern, ein bestelltes natürlich – Wunschzettel legen wir heute nicht mehr unter den abgewetzten Sessel (weil es den genausowenig mehr gibt wie das Wohnzimmer mit der Weichzeichner-Fototapete, in dem er stand), sondern versenden sie per Mail – und als ich es auspackte, sagte Mama, dass just dieses Buch sie auch interessierte (der Kookbooks-Gestalter
Erstens: “Ween, La Cucaracha”. Nach Jahren kamen die falschen Brüder Jean und Dean Ween mal wieder mit einem Album über, das sich so sehr von allem abgesetzt hat, was sonst so auf den Markt geworfen wurde, dass es eine
Zweites Beispiel: “Burial, Untrue”. Wie war das noch einmal beim Punk? Die Energie ist es, die den Reiz der Sache ausmacht. Bei elektronischer Musik – und um die handelt es sich bei dem Londoner Musiker Burial – könnte man behaupten, es sei die Atmosphäre, die ausschlaggebend sei. Warum? Macht man das zweite Album des englischen Einzelgängers an, gibt man freiwillig eine große Portion Aufmerksamkeit ab. Es ist so atmosphärisch dicht, dass man innehält, in dem was man gerade tut und lauscht. Was man hören kann, ist recht schwer in Worte zu fassen: Viele Breaks, eines soulige Frauenstimme, analoges Knistern. Drum&Bass meets Trip Hop meets Dubstep meets Breakbeats meets, ja, was denn noch eigentlich? Gekonnt zusammengemischt ist das Ganze, Burial, atmosphärisch fett, mehr kann man kaum dazu sagen. Muss man hören.
Drittes Beispiel: Zwei junge Frauen (16 und 19) aus der Provinz mit einem beknackten Namen: Jolly Goods. A play with words. Jolly good, also verdammt gut, wird zu zwei verdammt guten Gütern. Na ja. Egal, wichtiger ist das Projekt dahinter: Zwei angry young women. Lange nicht mehr gehabt. So “anti”, dass Spex gleich anhand von ihrem Debütalbum “Her.barium” den Neo-Grunge ausruft. Soweit wollen wir hier nicht gehen, aber Wut, ja, Wut und Radikalität kann man hören in den Songs von – Achtung, so heißen die wirklich – Angie und Tanja Pippi. Vielleicht hat sie der Name radikalisiert. Musikalisch ist dieses Projekt übrigens schwächer als haltungstechnisch. Aber Frauen mit einer Haltung werden belohnt, Gitarrespielen können sie ja noch üben. In Neukölln, da wohnen die beiden Schwestern jetzt nämlich.