Archiv für Februar 2008

Was mich wohl noch nie interessiert hätte, selbst zu Zeiten, in denen ich begeistert die Tour de France verfolgt habe, sind Radrennen in den Vereinigten Staaten. Derzeit findet wohl gerade die Tour of California statt. Nach Prolog und zwei Etappen führt wohl Tyler Farrar vom Team Slipstream-Chipotle (wer immer das sein mag) knapp vor Fabian Cancellara von CSC. Egal. Wie gesagt, es interessiert mich eh nicht.

Nur diesen AdobeTourTracker würde ich gerne mal ausprobieren. Dafür muss es allerdings erst sieben Uhr unserer Zeit werden. Dann etwa startet die dritte Etappe von Modesto nach San Jose. Ich erwarte eine totale Multimedia-Radrenn-Disko! Man kann zwischen zwei Live-Kameras umschalten, hat das Kursprofil ständig im Blick, sieht auf einer Karte, wo sich das Peloton gerade quält und kann sogar wählen, über welche Fahrer oder Teams man ständig auf der Karte und in Statistiken informiert sein will. Wer mag kann nebenbei noch chatten und sich die neuesten Radsport-News ziehen. Es gab Zeiten, da hätte ich glatt etwas dafür gegeben! Dieses Flash-Interface ist wirklich ein Mordsmodul! Im Moment, da das Rennen ja noch nicht läuft, gibt es immerhin zahlreiche Tabellen und Statistiken, Fotos und Videos der vergangenen Renntage zu sehen.

Naja, es interessiert mich einfach wirklich nicht! Vergeudete Technik!

Nachtrag (21.2.): Von wegen Multimedia-Disko! Bandbreiten-Probleme hatte ich. Ging gar nix, was aber wohl an meinem Netzanschluss gelegen haben dürfte. Und Arsenal war dann ja eh interessanter …

Mode-Magazine sind out. Niemand braucht sie mehr. Dafür gibt es jetzt Fashion-Blogs wie the sartorialist oder face hunter. Menschen mit Stil fotografieren Menschen mit Stil.
Gerade eben hat sich ein Münchner Blog beim Berlin Streetclash! gegen 23 andere Blogs aus aller Welt durchgesetzt. Das heißt im Endeffekt “Best Dressed City” is… Munich! Dieses wirklich schöne Blog kann man ruhig ab und an besuchen, sich davon inspirieren lassen und wer mag, kann es auch bei den Fashion Blog Awards 2008 gegen eben jene oben genannten Blog-Größen gewinnen lassen. Besagtes Blog heißt styleclicker.net.
Auch das Team von zweitens-magazin will natürlich etwas zum Mode-Ruhm Münchens beitragen und präsentiert deshalb in loser Folge die neue Serie stylekicker. Nicht nur in der Fußgängerzone, im Glockenbach-Viertel oder in den zahlreichen Clubs der Stadt findet man bemerkenswert gut gekleidete Menschen. Auch auf Münchens Bolzplätzen kann man ihn entdecken, den ultimativen Style dieser Stadt.

Munich, Bavariapark

stylekicker pt.1

Gestern im Zürcher Riff Raff I’m not there gesehen.
Bin begeistert, was sonst.
Aber was mich neben dem Film beeindruckte: der ausverkaufte Saal war 135 Minuten lang ruhig wie ich es selten erlebt habe, und am Ende des Abspanns sass immer noch ein Drittel des Publikums auf seinem Platz.
Unheimlich schön.

Finde ich sehr mutig und extrem überraschend, dass die Berlinale-Jury „Tropa De Elite“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet hat. Eigentlich waren sich ja die Kritiker der Punkte-vergebenden Berliner Tageszeitungen einig, dass es sich bei dem brasilianischen Polizeifilm von José Padilha um einen lauten aber leeren Kracher handelt, der keine Stellung bezieht. Hab ihn aber auch gesehen und war richtig beeindruckt. Ein wirklich harter Brocken über den Einsatz der Spezialeinheit BOPE, die vor dem Papstbesuch 1997 in Rio noch einmal die Favelas säubert. Vor allem werden die Methoden der kleinen, aber schwerst ausgerüsteten und zu jeder Folter bereiten BOPE-Truppe vorgeführt. Dabei kriegen auch die reichen, weißen Jugendlichen ihr Fett weg, die mit ihrem Hobby Drogen die Kids der Favelas erst zum Dealen zwingen. Deshalb war der Film in Brasilien selbst auch so umstritten. Die Szenen im Ausbildungscamp von BOPE erinnern schwer an „Full Metal Jacket“ oder ähnliches. Und dass der Film aus der Sicht eines BOPE-Offiziers gezeigt ist, der mal ganz sympathisch die Nerven verliert und alles hinschmeißt, dann aber wieder zum mörderischen Schwein mutiert, dass also „Tropa de Elite“ zu keinem Zeitpunkt eine klare Stellung zu einem seiner Hauptfiguren bezieht, finde ich richtig gelungen. Auch der teilweise coole Sound und die bebende Handkamera sind niemals Selbstzweck, wie etwa bei den Kunstfilmen „Amores Perros“ oder „City of God“, sondern vom explosiven Anfang bis zum bitteren und folgerichtigen Ende ungewöhnlich souveräne Stilmittel. Dass es ein dermaßen harter Krieg ist, der in Rio zwischen den Drogenbanden und der Polizei tobt, war mir in diesem Ausmaß wirklich nicht klar. Und auf welcher Seite ich zu stehen habe, weiß ich auch nach dem Film nicht. Aber das ist wohl gut so.

Eine sehr schöne zehn Minuten Preview mit dem Filmbeginn und ein paar bösen Eindrücken aus dem BOPE-Camp gibt es hier. Natürlich findet man den kompletten Film im Original auch schon auf youtube. Wenn auch sehr kleinteilig. Denn obwohl 2,5 Millionen Brasilianer den Film im Kino zu einem riesigen Erfolg gemacht haben, sollen dazu noch sagenhafte 11,5 Millionen Raubkopien im Umlauf sein.

so einsam hier.
ist doch niemand mehr bei herrn kosslick, oder?

Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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