Archiv für April 2008

Bei attac scheint so manches, nunja, suboptimal zu laufen, falls man aus Webauftritten auf die allgemeine Befindlichkeit der Organisation schließen darf.

Die attac Deutschland-Seite wurde laut Webmaster-Email gerade gehackt, die attac Schweiz-Seite zeigt einen Stand vom September 2007, weil der Hoster Probleme hat. “Notre hébergeur connait des grosses difficultés. Le site web actuellement publié date de septembre 2007….. bientôt de retour en 2008. Merci de votre compréhension”, heißt es da in schönem Französisch. Ja, wir haben Verständnis. Kann alles passieren. Und nebenbei: Das Wort “hébergeur” gelernt zu haben, finden wir an der ganzen Sache besonders hübsch, falls das ein kleiner Trost ist.

Kein Verständnis haben wir jedoch für das, was uns auf der österreichischen attac-Seite angeboten wird. Unter attac-austria.org bekommt man eine “Große Auswahl an Fonds bei X-markets” oder Tipps, wie man Millionär in 10 Jahren wird. Wir hatten uns ja den gemeinsamen Kampf gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Armut und all das Übel auf der Welt ganz anders vorgestellt, eher so gemeinsam und für jeden etwas. Quo vadis, Globalisierungskritik? Dorthin, wo die 68er sind?

Die Domain attac-austria.org ist nur geparkt – anscheinend von ganz zynischen Buben. Warum allerdings attac International darauf verlinkt? Achso, das ist nur das Archiv. Aber trotzdem: Früher war es irgendwie besser.

(Dank dir, Rainer, für den Hinweis!)

Kommentarmäßig ist ja hier auf diesem Blog nicht sooo viel los! Trotz einiger Leser. Und das, obwohl die tollen A-Blogger alle sagen, das Wichtigste am Bloggen sei für sie eben diese Kommunikation mit den Lesern! Jetzt sind wir hier keine A-Blogger und wissen auch gar nicht, was das heißen soll. Trotzdem machen wir uns Gedanken, warum wenig kommentiert wird.

Es könnte natürlich an unserer stromlinienförmigen Schreibe liegen, die gar keinen Widerspruch möglich macht. Oder die Texte sind einfach uninteressant. Wer weiß? Es könnte natürlich auch daran liegen, dass alle Leser sowieso der Meinung des Autors sind. Quasi affirmatives Bloggen wäre das dann. Naja. Gründe könnte es viele geben.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich viele Leser entweder nicht trauen zu kommentieren, nicht die richtigen Worte finden oder am Ende gar keine Meinung haben. Für diese Leser gibt es jetzt ein neues Feature: vorgefertigte Kommentarvorschläge. Einfach auswählen. Abschicken. Fertig! Vielleicht ist ja eine vorgefertigte Meinung manchmal besser als gar keine. Das muss jeder selber wissen.

Gebaut wurde das Ding im Großen und Ganzen von Quicke. Dank dafür! Sehr witzig! Nur noch eine Random-Funktion rein, am Stylesheet gefummelt und ab die Luzie! Im IE sieht’s nicht ganz so schön aus, aber ich hatte dann irgendwann keine Lust mehr.

Kommentare?

Der ATARI-Katalog von 1981 mit Space Invaders und Breakout ist so goldig und superbrav gestaltet, dass man ihn auf jeden Fall anschauen sollte. Der Katalog von 1982 ist jedoch ähnlich sehenswert.

Bald werde ich einen mir lästigen und peinlichen Rechtschreibfehler endgültig aus meinem Gedächtnis löschen können. Derzeit komme ich tatsächlich manchmal beim wichtigen deutschen Wort „Fußball“ durcheinander und muss dann schleunigst die Backspace-Taste drücken. Mir passiert es immer wieder, dass ich Fussball Fußball im ersten Versuch mit Doppel-s schreibe. Woher ich diesen Fehler habe, weiß ich auch. Ich habe vor längerer Zeit das schöne und an dieser Stelle sehr empfohlene Buch „Goooal!!! Kultur- und Sozialgeschichte des modernen Fussballs“ der beiden Schweizer Wissenschaftler Fabian Brändle und Christian Koller gelesen und mir anscheinend unbewußt unbewusst deren Schreibweise eingeprägt. Dieses Buch ist im Züricher Orell Füssli-Verlag erschienen und die Schweizer kennen ja den lustigsten aller deutschen Buchstaben gar nicht. (Legendär: der Schweizer Humor. Hihihi.) Gemein ist nur, dass man Fußball in Majuskeln dann doch wieder FUSSBALL schreiben muss.

Bald aber nicht mehr. Vergangenen Freitag wurde nun der Buchstabe LATIN CAPITAL SHARP S FOR GERMAN in die Unicode-Tabelle 5.1 aufgenommen. Er hat die Position U+1E9E bekommen und wer mag, der kann sich dafür auch schon Tastaturtreiber herunterladen, die allerdings derzeit noch nicht allzu viel praktischen Nutzen bringen, weil bisher nur wenige Schriftarten das große Eszett kennen.

Rein typografisch habe ich dazu eigentlich gar keine Meinung und es ist ja auch eine Ausnahme, dass ich für diesen Eintrag mein Pages aufgemacht habe, um die Anführungszeichen zumindest an die richtigen Stellen unten und oben ins Blog kopieren zu können. (Nebenbei: Weiß jemand, wie man WordPress sagt, dass es das automatisch richtig macht? Mich nervt das.) Sinn und Unsinn, wie, was, warum – das diskutieren genug andere Menschen, zum Beispiel hier im fontblog. Formstudien, Glyphenvergleiche und Zeug und viele Infos mehr finden sich hier auf signographie.de oder hier unter typografie.info

Ich schreibe einfach ein paar Mal zum Spaß (und für die Zukunft) das Wort FUẞBALL, FUẞBALL. FUẞBALL. Noch kann man es nicht vernünftig lesen, weil der Hexadezimal-Code ẞ für das große Ezett noch nicht richtig dargestellt wird. Falls jemand irgendwann aus der Zukunft zurücksurft zu diesem Post mit einem topmodernen Browser, der die neuesten Zeichen beherrscht, dann kann er es hoffentlich richtig lesen.

Ich wäre Profi-Fußballer geworden! Ganz sicher! Mit etwas mehr Zuspruch des Publikums. Ganz sicher! Bei den C-Jugend-Spielen in der oberbayerischen Provinz waren nie Zuschauer und keiner hat geklatscht, als ich zum Beispiel einmal das Unentschieden rettete, unfreiwillig mit meinem Kopf – und dann neben dem Torpfosten wieder zu mir kam, besorgte Mitspieler über mich gebeugt, tatsächlich Sterne überall und trotz aller Schmerzen das wohlige Wissen, eine Heldentat vollbracht zu haben. Aber niemand hat es gesehen! Niemand hat geklatscht! Nur der Ball in meiner Fresse!

Die Menschen von Improv Everywhere (wir hatten sie hier schon mal) machen tatsächlich alles besser mit ihrer neuesten Aktion “Best Game Ever” und das finde ich so nett, dass ich hier das Video posten muss. Was hätte ich mich früher gefreut! Schade nur, dass diese Freude nur recht wenig gezeigt wird. (Meine Lieblingsstelle ist dieser tanzende Junge.) Schade auch, dass es sich hier nicht um Fußball, sondern um diese komische Sportart Baseball handelt.

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