Archiv für Juli 2008

Der neue Akte X-Film Jenseits der Wahrheit ist so jenseitig lausig, dass sich kaum ein Wort darüber lohnt. Eine Story, die tatsächlich nur dadurch in Gang gehalten wird, dass ein pädophiler Ex-Priester alle 10 Minuten die Vision eines Ortes hat, an den dann hingefahren werden muss. Was der Ex-Priester nicht weiß, das weiß zur Not immer noch Google, etwa wie man eine Stammzellen-Therapie durchführt. Wenn geredet wird, dann fallen Phrasen so voller Peinlichkeit, dass man im Sessel unruhig auf- und abrutscht. Die paar Parallelmontagen, die das Ganze spannend machen sollen, sind dann auch noch so bieder und vorhersehbar, dass man alles in allem getrost sagen kann: In diesem Film kann kaum jemand irgendetwas. Zu allem Überfluss vergessen Filmemacher, Drehbuch-Autoren sowie Kollege Fox Mulder auch noch den Unterschied zwischen Schauspieler und Rolle. Will Mulder doch tatsächlich in brenzliger Situation laut Handy-Display anstatt Dana Scully eine Gillian anrufen. Hoffentlich, hoffentlich ist das tatsächlich ein Fehler. Das würde ich sogar noch verzeihen. Falls es als Witz, Gag oder sonst etwas gedacht ist, dann können diese Filmemacher nämlich wirklich nix. Aber auch gar nix.

Nach einer Briefpost vor einem Jahr bekam ich vor ein paar Tagen nun die unten wiedergegebene Mail wegen eines Serientäters in meiner früheren Stadt.

“Sehr geehrter Herr XX,
Im Rahmen eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens wegen des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd (…).
In diesem Zusammenhang werden alle männlichen Personen aus den Geburtsjahren 1956-1976, die in einem festgelegten Bereich im Norden von Halle(Saale) wohnhaft sind oder waren (…), auf freiwilliger Basis gebeten, sich einem DNA-Test zu unterziehen.
Da sie als Anwohner der XX Str. unter die vorgenannten Kriterien fallen, bitten wir auch Sie zur Abgabe einer Speichelprobe. Zu dieser wurden Sie bereits auf die hiesige Dienststelle vorgeladen und haben angegeben, dass Sie sich in der Schweiz aufhalten.
Ihre Mailadresse wurde durch mich über das Internet ermittelt.
Da sich Ihr derzeitiger Aufenthaltsort in der Schweiz befindet ist eine Abgabe der Speichelprobe auf unbürokratischem Wege nicht möglich. Sollten Sie beabsichtigen, sich in Kürze in Deutschland aufzuhalten, bitten wir Sie sich umgehend mit uns in Verbindung zu setzen, um die Abgabe der Speichelprobe zu ermöglichen.
Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Sie sicher nachweisen können, sich an einem der Tattage nicht in Deutschland oder in der Umgebung von Halle aufgehalten zu haben. Hierbei handelt es sich um folgende Tage (…). Als Nachweis kämen unter Umständen in Frage: ein Arbeitsnachweis (…) mit Bestätigung eines eventuellen Arbeitgebers (Name und Erreichbarkeit dieses Arbeitgebers mit angeben), eine Kartenzahlung im Ausland, die mit Ihrer Unterschrift bestätigt wurde, ggf. auch ein Flugnachweis für genau einen dieser Tage, Nachweis Arztbesuch oder ähnliches (mit Angabe von Zeugen) etc.
Die Unterlagen können Sie uns unter (…) zukommen lassen.
(…) Wir bedanken uns vorab für Ihre Mitarbeit und Unterstützung bei der Aufklärung des Ermittlungsverfahrens.
Mit freundlichen Grüßen XX”

Schön, dass unsere Polizei auch das Internet zum Ermitteln verwendet, bei Google führt mein Name schliesslich auch gleich zu meiner Homepage.
Interessant nur, wie das alles formuliert ist. Zwar kommt das Wort freiwillig durchaus vor, aber der ganze Ton will mir klarmachen, dass es an mir sei, meine Unschuld zu beweisen…

Das geht natürlich nicht überall.
Zum Beispiel aber schon in Berlin, im Supermarkt am Rosa-Luxemburg-Platz.

Dazu erst ein Zitat, das Fazit eines bereits 2005 erschienenen Textes, danach die 10000-Dollar-Frage.

Trotz des großen Erfolgs der Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch mündiger Bürgerinnen und Bürger kaum fördern, wenn nicht sogar behindern.

Die Frage: Wie sieht wohl die politische Position aus, die in beiden Hörspielen laut Autor vermittelt wird und kaum die Entwicklung politisch mündiger Bürger fördern kann?

Eine Zusatzfrage für Profis: In welcher Publikation ist der Text, aus dem das Zitat stammt, erschienen?

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Warum ich dauernd heyho sagen und representen soll, habe ich Ignorant auch gestern Abend beim Auftritt von Blumentopf im Rahmen des Altstadtring-Festes zur 850-Jahr-Feier Münchens zwar immer noch nicht verstanden, aber beeindruckend fand ich die ganze Angelegenheit dann doch. Innenstadt komplett abgesperrt, an jeder Ecke Bands, Lesungen und Kunstzeug und am Sendlinger Tor beim Konzert dann trotz strömenden Regens so viele Menschen, dass Leute wie ich beinahe Platzangt bekamen. Schön aber jenes Bild am Viktualienmarkt, das Hansn und ich eine Weile unter einem Dach in relativer Ruhe nur ein paar Minuten entfernt von dem ganzen Trubel genießen durften, weil es so dermaßen geschüttet hat, dass wir beim besten Willen nicht weitergehen konnten. Beinahe hopperesk, finde ich; München ist nicht New York, hihi.

Ja wos gibt\'s denn heit auf d\'Nacht - Scheißwetter.
 1 2 älter
Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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