Archiv für Januar 2009

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Die Einfahrt zu einem tristen und teuren Touripark bei Tabernas, Andalusien, wo einstmals Sergio Leone drehte.
Tolle Landschaft, genau wie man sie kennt aus Per un pugno di dollari, oder auch…

photo-0464Gestern war ich auf dem besten Konzert seit sehr, sehr langer Zeit. Es war ein Jazz-Gig, wo ich irgendwie gerade öfters bin, als bei Pop oder Rock. Saxophonist Donny McCaslin hat in der Unterfahrt mit seinem Trio zwei Sets abgeliefert, die wirklich ungeheuerlich waren. Gut, ich saß ein Meter von der Bühne weg und dann ist in so einem kleinem Club der Sound halt quasi unverstärkt und einfach nur phänomenal. Und wenn man dann wie ich nur gelegentlich solche intime Jazzclubatmosphäre schnuppert, dann ist das jedes Mal echt erfrischend. McCaslin spielt einen harten Ton und muss in seinem Trio nur mit Bass und Schlagzeug quasi permanent ins Limit gehen. Kein Begleitklavier sorgt da für schöne Harmonien. Nach den Dinosauriern Sonny Rollins, Wayne Shorter und Co. zählt McCaslin mittlerweile zu den besten Saxophonisten, die zu hören sind. Scott Colley am Bass und Antonio Sanchez am Schlagzeug sind in der gleichen Liga. Zusammen hat das dann genau die pulsierende Energie, die wohl nur der Jazz hinbekommt. Eine CD hab’ ich mir natürlich auch gekauft, aber bis jetzt weigere ich mich, die Eindrücke von gestern mit irgendeinem Sound zu vermengen.

Im Video-Netz gibt’s leider nur eine große McCaslin-Gruppe, wo immerhin auch Colleys engagierter Bass-Stil zu bewundern ist. So ab Minute 4:20 geht das los, was McCaslin gestern zweieinhalb Stunden geboten hat. (Im gleichen schicken Hemd, was auf meinem Action-Foto nicht ganz zu erkennen ist) Leider bearbeitet Adam Cruz die Drums längst nicht so überraschend wie Sanchez. An der Trompete ist Dave Douglas, den ich lustigerweise letzten Freitag im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks mit der HR-Bigband gesehen hab’, was auch ein schönes Konzert war. Aber derartig konzentrierte Kraft wie gestern in der Unterfahrt hab’ ich selten erlebt.

Dieses Blog ist ja hoffentlich schon bekannt für seine positive Einstellung gegenüber Autofilmen (wie hier, hier und hier).
Heute aber keine Hymne auf einen weiteren, sondern nur die beiläufige Erwähnung von Espion, lève-toi, der so vielversprechend daherkam, nämlich mit Lino Ventura, Michel Piccoli und Musik von Ennio Morricone, von 1982. Dann spielt er noch in Zürich, fast alles bei uns hier um die Ecke gedreht, ein Abstecher nach München, Linksterroristen und Geheimdienste… aber mehr als Charme und Lokalkolorit hatte er dann nicht zu bieten. Schade, die Verwirrnis der Hauptfigur wurde nicht produktiv, sondern beliebig und umfassend. Ein kleiner Eindruck von den Dreharbeiten ergänzt meinen eigenen.
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Bildquelle: imcdb.org

Aber! Beim Rumrecherchieren dazu stiess ich auf die tolle Seite Internet Movie Cars Database, wo anhand von Standbildern eifrig Typ, Baujahr und Rückleuchten der mehr oder weniger handlungstragenden Autos aller möglichen Filme diskutiert werden. Unbedingt besuchen, wer auch nur einen Funken Interesse für Filmbetrachtung hat. Und alle klassifiziert nach ihrer Bedeutung: bloss im Hintergrund, kleine Rolle bei Verfolgungsjagd, grosser Auftritt. Und alle werden mit der gleichen Ernsthaftigkeit diskutiert. Echtes Fantum! Auf der Startseite sind direkt alle Marken aufgelistet, die Filmliste ist dagegen gut versteckt.
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Wie Kino immer die Möglichkeit bietet, einen wie auch immer gearteten eigenen Zugang zu finden und auszuleben! Und über irgendwelche Elemente dann Inhalt definieren… die Übersichtsseiten der einzelnen Filme zeigen natürlich nur Bilder mit Fahrzeugen, und so entstehen ganz andere Zusammenhänge aus dem gleichen Ausgangsmaterial.
So spannend! Danke, Internet!

An einem mittwoch

Am 21.1. um 11.30 Uhr: Bei Licht am Morgen danach betrachtet ist es eher keine so gute Idee, die tollen Funktionen des neuen Mobil-Telefons ausgerechnet später am Abend in der Fraunhofer Schoppenstube auszuprobieren, aber irgendetwas wollte ich sicher damit sagen, glaub ich. Irgendwie. Hüstel. Das Gerät funktioniert prima. Immerhin und mittwoch schreib ich jetzt immer klein. War eigentlich eh schon Donnerstag.

Bin ich neulich zufällig mit meinem Telefon bei ander.fm vorbeigesurft, war ich sofort neidisch, weil dort alles so wunderbar optimiert war für ein iPhone. Wollte ich auch! Dank des Plugins wptouch ist das alles kein größeres Problem. Vielleicht baue ich irgendwann noch am Stylesheet herum. Mal sehen. Allerdings ist dafür die Sache mit dem Kommentarvorschlägen rausgeflogen. Irgendwie wollte das auf den ersten Blick nicht funktionieren, auf den zweiten nur so einigermaßen, auf den dritten Blick fand ich den Gag dann eh vorbei. Also keine vorgefertigten Kommentare mehr, dafür aber: zweitens-magazin ist im Gadget-Zeitalter angekommen.

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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

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