… hat sich Ian Curtis umgebracht. Denke mir gerade einmal mehr beim Hören, dass Joy Division schon eine der großartigsten Bands aller Zeiten waren. Herrjeh! Was für ein grauer, trister Tag!
Archiv nach Autoren: karl
Jetzt bin ich baff! Das hätte kein Werbe-Fuzzi vorausgesagt. Ist das Politikverdrossenheit?

(gerade eben auf zeit.de)
Der Text ist aber auch wirklich spannend! Wieso bietet Anand seine Dame so seltsam zum Tausch an? Wieso schlägt er dann – noch seltsamer – mit einem Bauern zurück? Wieso gewinnt er dann das Spiel? Ich werde jetzt Schach-Hooligan. Da gab’s mal eine wunderbare Karikatur in der Titanic. Ich glaube von Rattelschneck. Oléoléolé! Live-Übertragung der Schach-WM im Fernsehen jetzt!
Die WM rast förmlich auf uns zu, was ich anscheinend noch nicht ganz realisiert habe aufgrund von Championsleague- und Triple-Träumen. Sonst hätte ich mich früher gefragt, was eigentlich mit den Panini-Sammelalben los ist. Sind mir bisher noch gar nicht aufgefallen beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens. Wie sollte man sonst die mittlerweile wahrscheinlich 10000 Bilder bis zum Finale voll bekommen? Seit ein paar Tagen gibt es die Bildchen. Nicht dass ich noch Lust hätte, das Zeug zu sammeln. In einen Laden gehen und sich eine ganze Box kaufen zu können anstatt sich über jedes einzelne Tüten zu freuen, ist einfach nicht mehr das dasselbe. Recht hat er, der Mann vom Schweizer fussballMag, der den Mitternachtsverkaufstart der Panini-Bilder in Bern gefilmt hat: Eine ganze Kiste kaufen, ist uncool.
YouTube direkt
Irgendwie gehören diese Bildchen einfach zu einer WM. Ich kenne es nicht anders, aber nur aufgrund von Erinnerungen an meine Jugend muss ich dann trotzdem nicht sammeln. Ich schaue mir lieber noch einmal das komplett eingescannte Heft der WM 1990 beim footballspotter an und bin ganz baff wegen des Titelbilds. Wahnsinnsdesign! Mich erinnert das eher an diese seltsam zukunftsgläubigen Technikbücher der 50er und 60er, aber wahrscheinlich rede ich mir da die Jugend schön. Naja. 1990 wurde Deutschland immerhin Weltmeister. Hab ich eigentlich schon einmal gesagt, ich einen WM-Titel für einen Championsleague-Gewinn tauschen würde? Zumindest heute würde ich da sofort unterschreiben.
Über keine Regel im Fußball wird soviel gestritten wie über das Abseits. Ich werde diese Regel jetzt hier nicht wiederholen. Die letzte große Änderung gab es 2005, als festgeschrieben wurde, dass ein Spieler aktiv ins Spielgeschehen eingreifen muss, um strafbar im Abseits zu stehen. Anfangs ging es da um rechte Wortglaubereien, was “ins Spiel eingreifen” genau bedeutet. Kurz nach der Regeländerung etwa wurde während des Confederations Cups erst Abseits gepfiffen, nachdem ein Spieler tatsächlich den Ball berührt hat, egal ob das Abseits schon zu Beginn eines 30-Meter-Sprints zu erkennen war oder nicht. Das war natürlich Blödsinn und wurde einigermaßen schnell korrigiert. Jetzt wird gepfiffen, wenn der Eingriff ins Spiel bereits absehbar ist. Seitdem funktioniert die Abseitsregel bei aller Unschärfe gut, wie ich finde, auch wenn alle fünf Tage irgendjemand daherkommt und im schlimmsten Fall dafür plädiert, die Abseitsregel komplett abzuschaffen, was – bei aller Liebe – von vollkommener Ahnungslosigkeit, mindestens aber Ignoranz gegenüber den grundlegenden Prinzipien des Spiels zeugt.
Äußerst lesenswert zum Thema und der eigentliche Grund meines Eintrags ist der im Guardian in der Kolumne “The Question” erschienene Text Why is the modern offside law a work of genius? von Jonathan Wilson. Wilson erläutert darin die Geschichte der Abseitsregel und erklärt, warum die die heutige Variante mit den schönsten Fußball ermöglicht, der je gespielt wurde. Überhaupt sollte man Wilsons Kolumne regelmäßig lesen, wenn man sich für Fußball jenseits von Stammtisch und Schulnoten für Spieler interessiert. Falls man jetzt Blut geleckt hat und die ganze Packung braucht: Wilson hat außerdem ein brilliantes Buch geschrieben, über das ich eigentlich schon längst etwas schreiben wollte. Es heißt: Inverting The Pyramid: The History of Football Tactics und sollte eigentlich mindestens Pflicht im Schulunterricht werden. In zwei Monaten beginnt die WM! Ich mein’ ja nur …
Heute wäre Steve McQueen 80 Jahre alt geworden.
Vor ein paar Tagen erst, beim Pressescreening von From Paris with Love mit John Travolta, habe ich mir erst wieder gedacht, wie öde diese hyperventilierenden, hektisch geschnittenen Action-Szenen sind, die man im Kino mittlerweile vorgesetzt bekommt. Keine vernünftigen Stunts mehr, keine Körperlichkeit, nichts passiert mehr wirklich. Bezeichnenderweise hat sich der amerikanische Star-Filmkritiker Roger Ebert bei seiner Besprechung dieses Films genau auf diesen Aspekt konzentriert. Diesmal ist es sogar mir kleinem Licht aufgefallen, aber diese Computerschlampereien nerven mich schon geraume Zeit. Erst einmal ist Film Bewegung, dann kommt der Schnitt. Einer der letzten Action-Filme, dem ich das Gezeigte auch geglaubt habe, war übrigens Tarantinos Death Proof. Es gab echte Car Chases mit echten Stunts, ohne Schnitte im Sekundentakt, die das Gesehene nicht mehr nachvollziehbar machen.
Einer meiner Lieblingsfilme ist Bullitt von Peter Yates mit eben Steve McQueen. Ich bin immer wieder begeistert von der berühmten Verfolgsungsjagd: dieses minutenlange Pirschen der beiden Autos durch San Franzisko, dieses Lauern, diese unterdrückte Kraft des Ford Mustangs. Man wartet auf eine Explosion und dann endlich, endlich heulen die Motoren und es geht los! Das ist so brilliant. Ich kann mir die Szene dutzende Male anschauen. Bullitt hat übrigens einen Oskar bekommen – für den besten Schnitt. Natürlich erwähnt Ebert diesen Film in seiner Kritik, als Beispiel aus besseren Zeiten. McQueen hat seine Stunts selbst gemacht.
Der folgende Ausschnitt ist nicht aus Bullitt, sondern aus einem Dokumentarfilm über die Leidenschaft für das Motorradfahren. Der Film heißt On Any Sunday, ist von 1971 und wurde gedreht von Bruce Brown, der dafür sogar eine Oskar-Nominierung bekam. Auch Steve McQueen kommt darin vor. Der Ausschnitt zeigt die letzten paar Minuten des Films, der wunderbar kitschig endet: Steve McQueen am Strand mit Kumpels bei Sonnenuntergang auf Motorrädern.
