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	<title>zweitens-magazin.de &#187; ben</title>
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		<title>WM 2010 (XXXII): Spanien</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 09:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ben</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spanien, Gruppe H von Ben Strack-Zimmermann Was hat man nicht immer sch&#246;n lachen k&#246;nnen &#252;ber die Spanier: Hoch gelobt aus Liga und Europapokal reisten die Iberer zur Europa- oder Weltmeisterschaft, spielten dort gerne ein paar Begegnungen lang beeindruckenden Fu&#223;ball, um dann verl&#228;sslich an irgendeiner schlechter eingesch&#228;tzten Mannschaft zu scheitern. Diese sch&#246;ne Tradition fand vor zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Spanien, Gruppe H</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Was hat man nicht immer sch&#246;n lachen k&#246;nnen &#252;ber die Spanier: Hoch gelobt aus Liga und Europapokal reisten die Iberer zur Europa- oder Weltmeisterschaft, spielten dort gerne ein paar Begegnungen lang beeindruckenden Fu&#223;ball, um dann verl&#228;sslich an irgendeiner schlechter eingesch&#228;tzten Mannschaft zu scheitern. Diese sch&#246;ne Tradition fand vor zwei Jahren sein Ende, als 20 Jahre exzellente Jugendarbeit in einem triumphalen EM-Titel gipfelten &#8211; So &#252;berzeugend hatte in Europa kein Team mehr den Titel errungen seit den legend&#228;ren Siegen von Frankreich und Holland in den 80er Jahren. Zwei Jahre sp&#228;ter wollen diese Spanier ihre Leistung kr&#246;nen und haben den WM-Titel fest im Visier. Nicht ganz zu unrecht, gibt es doch spielerisch kaum ein Team, das mit den Spaniern auch nur ansatzweise mithalten kann. Genau so sieht derzeit moderner Fu&#223;ball aus. Alle Positionen sind exzellent besetzt, alle R&#228;dchen greifen ineinander, und so rollt die spanische Maschine seit einiger Zeit unaufhaltsam durch die Lande. Seit dem EM-Finale hatte man 23 Spiele. Bis auf die Partie gegen die USA im Halbfinale des Confederation-Spa&#223;cups wurden alle Begegnungen gewonnen: eine ziemlich eindrucksvolle Bilanz, da man sich auch nicht um gro&#223;e Gegner herumgedr&#252;ckt hat. Die Mannschaft ist hervorragend eingespielt. Fast alle Spieler haben das (kaum zu schlagende) spanische Jugendmodell durchlaufen. Wenn man einen neuen Spieler integrieren muss, so schafft man das mit einer Anlaufzeit von ungef&#228;hr 3 Sekunden. Ge&#228;ndert hat sich eigentlich im Vergleich zu vor zwei Jahren nur der Mann an der Seitenlinie: Statt Luis Aragones steht da jetzt Vicente del Bosque. Der soll nun also die v&#246;llig indiskutable Bilanz der Spanier bei Weltmeisterschaften aufbessern. Zur Erinnerung: Die Spanier wurden 1950 Vierter und erreichten daneben nur noch viermal das Viertelfinale. Das ist ungef&#228;hr so gut wie die Bilanz von &#214;sterreich. Trotzdem ist klar: Spanien spielt derzeit den reifsten und sch&#246;nsten Fu&#223;ball der Welt. Wenn es Brasilien nicht g&#228;be, w&#228;re man der absolute Topfavorit. So ist man der aussichtsreichste Herausforderer.<br />
<span id="more-2422"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Eigentlich kann man hier fast die gesamte Mannschaft aufz&#228;hlen, so stark ist Spanien derzeit besetzt. Im Tor steht nat&#252;rlich Iker Casillas von Real, eine verl&#228;ssliche Gr&#246;&#223;e. Links hinten ist der angestammte Platz von Joan Capdevila (Villareal), zentral operieren meist der junge Gerard Pique (Barcelona) und Raul Albiol (Real Madrid). Rechts rennt der k&#228;mpferische Sergio Ramos von Real die Seite auf und ab. Und in der Hinterhand hat man dann noch den eisenharten Carles Puyol (Barcelona), den vielseitigen Alvaro Arbeloa (Real) sowie den verl&#228;sslichen Carlos Marchena (Valencia).  Schwupps, fertig ist die Wunderverteidigung! Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist Xavi vom ruhmreichen FC Barcelona, nach seiner Pfeife wird auf dem Spielfeld getanzt. Kongenial wird dieser von Xabi Alonso (Real) unterst&#252;tzt. F&#252;r die Pl&#228;tze um diese beiden herum kann del Bosque aus einem reichhaltigen Reservoir an K&#246;nnern sch&#246;pfen. David Silva von Valencia und Cesc Fabregas (Arsenal) k&#246;nnen offensiv wirbeln. Mit Andres Iniesta (Barcelona) hat man noch einen weiteren Offensivallrounder in der Hinterhand. Und auch der Sturm ist &#228;hnlich &#252;berragend besetzt. Fernando Torres (Liverpool) und David Villa (Valencia) haben in den letzten Jahren selten etwas anbrennen lassen und treffen gerade in der Nationalmannschaft wie am Schn&#252;rchen. Da will man dem Gegner doch ein fr&#246;hliches &#8220;Kopf hoch, vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm&#8221; zuwerfen.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Gerard Pique und Cesc Fabregas habe ich schon genannt. Die beiden Herren sollten ja auch hinl&#228;nglich bekannt sein. Ein paar Neue aus der stets lodernden Talentschmiede Spaniens wird es aber wohl zus&#228;tzlich noch zu bestaunen geben. Zum einen Barcelonas Jungstar im defensiven Mittelfeld, Sergio Busquets, ein knallharter Bursche, der in seinem Fu&#223;ballerleben sicherlich noch so manche hoffnungsfrohe Karriere beenden wird. Zum anderen Juan Manuel Mata aus Valencia, der entweder &#252;ber links st&#252;rmt oder den Platz hinter den Spitzen einnimmt &#8211; so genau kann man die Rochadespanier ja gar nicht auf das Taktikfeld hinpinnen.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Mit so einer Mannschaft muss man Weltmeister werden wollen. Die Spanier reden zurecht von nichts anderem. Dabei wird man allerdings durch die Fu&#223;ballh&#246;lle gehen m&#252;ssen. Nach einer fordernden Vorrundengruppe drohen die Elfenbeink&#252;ste oder Portugal, im Viertelfinale bl&#252;ht vielleicht Italien, im Halbfinale k&#246;nnten dann Deutschland oder Argentinien anstehen. Das ist ganz sicher der schwierigste Weg ins Finale, aber trotzdem muss man wohl anerkennen, dass diese Spanier das Zeug dazu haben. Wenn alles gut geht, wird das die erfolgreichste WM-Teilnahme f&#252;r Spanien aller Zeiten.</p>
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		<title>WM 2010 (XXXI): Chile</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 15:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ben</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Chile, Gruppe H von Ben Strack-Zimmermann Das magers&#252;chtigste Land der Welt hat sich nach zwei Weltmeisterschaften Pause mal wieder qualifiziert &#8211; und das wirklich &#252;berzeugend! W&#228;hrend der Qualifikation zur letzten WM hat man eingesehen, dass es die alten Recken nicht mehr bringen und zunehmend auf junge Spieler gesetzt, wof&#252;r man nun den gerechten Lohn ernten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Chile, Gruppe H</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Das magers&#252;chtigste Land der Welt hat sich nach zwei Weltmeisterschaften Pause mal wieder qualifiziert &#8211; und das wirklich &#252;berzeugend! W&#228;hrend der Qualifikation zur letzten WM hat man eingesehen, dass es die alten Recken nicht mehr bringen und zunehmend auf junge Spieler gesetzt, wof&#252;r man nun den gerechten Lohn ernten konnte. Man nahm in den letzten drei Jahren immer mehr Fahrt auf und qualifizierte sich fr&#252;h und stilvoll, noch dazu mit wunderbarem Offensivfu&#223;ball. In den Fu&#223;ballzeitschriften werden sie seitdem noch ziemlich schm&#228;hlich ignoriert, f&#252;r den Schreiber dieser Zeilen sind sie neben der Elfenbeink&#252;ste der mit Abstand interessanteste Au&#223;enseiter. Coach Bielsa hat durch die gelungene Qualifikation schnell Monumentalstatus erreicht, was er auch verdient hat. Kaum eine andere Mannschaft wagt es derzeit, so risikoreich zu spielen. Nat&#252;rlich l&#228;uft man so auch gerne mal ins offene Messer, aber insgesamt ist es schon beeindruckend, was die Chilenen da mittlerweile so auf dem gr&#252;nen Rasen zelebrieren. Legend&#228;r auch das Auftreten von Bielsa in Pressekonferenzen, die die einzige M&#246;glichkeit sind, ihn zu befragen, da er normalerweise keine Exklusivinterviews gibt. Kommt es dann zu taktischen Fragen, doziert er gerne auch mal drei bis vier Stunden lang. Kein Wunder, kommt er doch aus einer Politikerfamilie, wo anscheinend gerne mal geredet wird. Wir haben da also eine junge, ungest&#252;me Mannschaft, auf die man sich einfach nur freuen kann. Entweder wird sie die Konkurrenz ganz sch&#246;n aufmischen oder mit fliegenden Fahnen untergehen.<br />
<span id="more-2419"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Vorne spielt bei Chile die Musik! Mit Humberto Suazo (in der Winterpause aus Mexiko zu Saragossa gewechselt und voll eingeschlagen) hat man einen mehr als aufregenden Au&#223;enst&#252;rmer, der alles mitbringt, was der moderne Fu&#223;ball erfordert. Hinter ihm hat man im Mittelfeld die ganz gro&#223;e Qual der Wahl. Da sind die Talente in den letzten 5,6 Jahren nur so aus dem chilenischen Boden geschossen. Links spielt Jean Beausejour vom mexikanischen Club America, rechts meistens Rodrigo Millar vom gr&#246;&#223;ten chilenischen Verein Colo Colo, wobei letzterer einer f&#252;r beide Seiten ist. Hinter den Spitzen toben Matias Fernandez von Sporting Lissabon oder Rodrigo Tello von Fenerbahce. Als Alternative f&#252;r die Fl&#252;gel hat man Mark Gonzalez von ZSKA Moskau. Und hinten r&#228;umen Gonzalo Jara (West Bromwich Albion) und Veteran Pablo Contreras (PAOK Saloniki) auf. Dazu hat man mit Claudio Bravo (Real San Sebastian) einen wirklich guten Mann zwischen den Pfosten stehen, was ja bei s&#252;damerikanischen Teams auch keine Selbstverst&#228;ndlichkeit ist.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Und nun kommen wir zu den wahren Schmankerln, die Chilenen haben ja in den letzten Jahren konsequent auf die Jugend gesetzt. Gary Medel von den Boca Juniors gibt einen vorz&#252;glichen defensiven Mittelfeldspieler, w&#228;hrend Arturo Vidal von Bayer Leverkusen in der Nationalmannschaft meist in der Verteidigung eingesetzt wird. Carlos Carmona ist im Mittelfeld eher f&#252;rs Grobe zust&#228;ndig. Er darf beim italienischen Verein Reggina Calcio auf die Knochen gehen. Ein Riesentalent ist Mauricio Isla von Udinese. Er kann rechts oder defensiv zentral spielen und ist enorm schnell und wuselig. Ebenfalls bei Udinese unter Vertrag ist Offensivallrounder Alexis Sanchez, ein weiterer extrem unangenehmer Wuselzwerg. Dazu kommt ein gutes halbes Dutzend vielversprechender Talente aus der eigenen Liga, von denen wir vielleicht schon den einen oder anderen im WM-Aufgebot sehen werden.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Man hat eine harte Gruppe erwischt, die Spanier sind in der derzeitigen Form nur von wenigen Teams zu schlagen. Honduras hingegen sollte zu meistern sein, und gegen die Schweiz sehe ich die angriffslustigen und mutigen Chilenen derzeit vorne. Danach k&#246;nnte ein Aufeinandertreffen mit Brasilien drohen, wie schon 1998, womit dann wohl leider Schluss mit lustig ist. Das w&#228;re jedoch ein Spiel, auf das man sich durchaus freuen k&#246;nnte, weil man dann mit Sicherheit eine chilenische Mannschaft sehen w&#252;rde, die 100% gibt.</p>
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		<title>WM 2010 (XXX): Paraguay</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 09:24:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ben</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Paraguay, Gruppe F von Ben Strack-Zimmermann Eingezw&#228;ngt zwischen den Fu&#223;ballgiganten Brasilien und Argentinien hatte der immer etwas r&#252;ckst&#228;ndige Agrarstaat Paraguay eigentlich nur zwei M&#246;glichkeiten: entweder unfair spielen oder ein Spiel weitestgehend verhindern. Da die verhassten Uruguayer die Nische der Unfairness nach dem Krieg immer besser bedienten, hat man sich irgendwann in den 50ern f&#252;r Option [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Paraguay, Gruppe F</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Eingezw&#228;ngt zwischen den Fu&#223;ballgiganten Brasilien und Argentinien hatte der immer etwas r&#252;ckst&#228;ndige Agrarstaat Paraguay eigentlich nur zwei M&#246;glichkeiten: entweder unfair spielen oder ein Spiel weitestgehend verhindern. Da die verhassten Uruguayer die Nische der Unfairness nach dem Krieg immer besser bedienten, hat man sich irgendwann in den 50ern f&#252;r Option B entschieden. Man spielte ehrlichen Fu&#223;ball der Marke VfL Bochum ohne Sturmambitionen, erfand den dritten Ausputzer sowie die 5-er Reihe im defensiven Mittelfeld und verlegte den Nationalfeiertag auf das jeweils letzte Datum, an dem ein 0:0 gegen Brasilianer oder Argentinier gelungen war. Dann aber, in der Fu&#223;ballneuzeit, geschah etwas Schreckliches: Man begann unabsichtlich f&#228;hige Spielaufbauer, dribbelstarke St&#252;rmer und letztendlich sogar Kandidaten f&#252;r die lange Zeit in Paraguay verbotene Zone, die Au&#223;enbahnen, zu produzieren. Dies hatte zutiefst traumatische Konsequenzen f&#252;r die Fans aus dem Binnenstaat, der ansonsten so &#246;de ist, dass sich nicht einmal der Weltspiegel dorthin verirrt, um einen nasebohrenden Viehz&#252;chter mit ausladendem Schnurrbart ein Mikrofon unter die Nase zu halten &#8211; man muss sich seitdem Gedanken &#252;ber Taktik machen. Bisher ist das Ergebnis eher entt&#228;uschend. Bei der letzten WM trat man mit einer eigentlich interessanten Mannschaft an, die aber soviel Angst vor den eigenen F&#228;higkeiten hatte, dass sie letztendlich in einer Art Totenstarre auf dem Rasen agierte. Die Qualifikation war danach zun&#228;chst sehr souver&#228;n, man marschierte selbstbewusst vorneweg, um dann wiederum zu erschrecken und &#252;ber die Ziellinie zur Qualifikation eher unbeholfen zu taumeln. Die letzten Auftritte haben eigentlich nur klargemacht, dass man immer noch keinen blassen Schimmer hat, wie man in dieser seltsamen Fu&#223;ballneuzeit so agieren soll.<br />
<span id="more-2411"></span><br />
  <strong>Stars</strong><br />
Traditionell hat man immer ein paar der besten Defensivspieler der Welt in den eigenen Reihen &#8211; ganz so beeindruckend liest sich das derzeit aber nicht. Erfahren sind sie fast alle. Mit Paulo da Silva aus Sunderland und Dario Veron von den UNAM Pumas aus Mexiko hat man schon zwei richtige Kanten hinten stehen, aber bei schnellen Gegnern bekommt man gerne auch mal Probleme. Der meistens sch&#246;n w&#252;tende Cristian Riveros von Cruz Azul (auch Mexiko, da spielen inzwischen unglaublich viele Stars aus S&#252;damerika) ist da schon ein anderes Kaliber, der kann fast alleine eigentlich sch&#246;ne Spiele zugrunde richten. Auch noch zu erw&#228;hnen ist Edgar Barreto von Atalanta Bergamo, der auf der rechten Seite seinen Dienst ordentlich erf&#252;llt. Die wahren St&#228;rken der Paraguayer liegen aber &#228;rgerlicherweise im Sturm. Roque Santa Cruz d&#252;rfte ja bekannt sein. Salvador Cabanas, einer der gr&#246;&#223;ten Stars von Cruz Azul in Mexiko kann bei der WM nicht teilnehmen. Schwer verletzt &#252;berlebte er einen Kopfschuss. Dann gibt es ja noch Nelson Valdez und den eingeb&#252;rgerten Argentinier Lucas Barrios von Borussia Dortmund. Oscar Cardozo trifft f&#252;r Benfica Lissabon immer mehr nach Belieben.</p>
<p><strong>  Talente</strong><br />
Hier sieht es zur Zeit nicht so arg vielversprechend aus. Offensivallrounder Rodrigo Rojas von River Plate k&#246;nnte einer werden, Marcos Melgarejo von Nacional Asuncion weckt im Mittelfeld Hoffnung. Beide Spieler haben es jedoch nicht in den WM-Kader geschafft. Auch nicht dabei ist das Abwehrtalent Gustavo Mencia, der den Traditionalisten in Paraguay die Freudentr&#228;nen in die Augen treibt, da er jetzt schon ein sensationell harter Spieler ist. 13 gelbe Karten schon mit 19 Jahren in einer Saison. Das Niveau hat er im Jahr darauf gehalten. &#8220;Respekt!&#8221; will man da rufen, und ahnt Sch&#246;nes f&#252;r die Zukunft.   Tats&#228;chlich im WM-Kader ist Edgar Benitez von Pachuca &#8211; ein interessanter St&#252;rmer.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Paraguay hat zum Gl&#252;ck eine rechte Pfeifengruppe erwischt, wird es aber wohl dennoch schwer haben. Das entscheidende Duell sollte wohl das mit der Slowakei sein &#8211;  und da d&#252;rfte es eng werden. Obwohl die Mannschaft von Paraguay enorm erfahren ist und theoretisch sehr gut eingespielt sein sollte, wirkte sie zuletzt kaum in der Lage, in irgendeiner Form ein Spiel zu gestalten. Es muss also wieder &#252;ber den Kampfgeist gehen. Dazu m&#252;ssen die St&#252;rmer wohl aus wenig Chancen viel machen. Das Achtelfinale ist durchaus im Bereich des M&#246;glichen, f&#252;r alles weitere fehlt aber die Qualit&#228;t.</p>
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		<title>WM 2010 (XXIX): Deutschland</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 11:05:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Deutschland, Gruppe D von Ben Strack-Zimmermann &#8220;Nun steh ich da, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor&#8221;. Ungef&#228;hr so einen Eindruck hinterlie&#223; die deutsche Mannschaft beim (ziemlich) neutralen Betrachter in den letzten zwei Jahren, einschlie&#223;lich der seltsamen Europameisterschaft. Ja, diese Mannschaft kann spielen. Sie tut es auch in 60 Prozent aller Spiele, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Deutschland, Gruppe D</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />&#8220;Nun steh ich da, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor&#8221;. Ungef&#228;hr so einen Eindruck hinterlie&#223; die deutsche Mannschaft beim (ziemlich) neutralen Betrachter in den letzten zwei Jahren, einschlie&#223;lich der seltsamen Europameisterschaft. Ja, diese Mannschaft kann spielen. Sie tut es auch in 60 Prozent aller Spiele, sie l&#228;sst es aber auch gerne mal sein. Ja, sie hat einige Einzelk&#246;nner, die man international f&#252;rchtet. Aber wie ist die Form von Klose und Podolski? Und gibt es auch mal eine Abwehrformation, bei der man nicht mindestens dreimal im Spiel &#8220;Oh Jemineh!&#8221; ausrufen muss? W&#252;rfelt der Schweinsteiger vor dem Spiel aus, wie gut er heute ist?  Wie verkraftet der junge Torwart das alles? W&#228;re ein echtes defensives Mittelfeld nicht doch eine sinnvolle Anschaffung? Oder, einfach gefragt: Wie gut ist diese deutsche Mannschaft wirklich? Die Qualifikation war &#252;berwiegend &#252;berzeugend. Andererseits d&#252;rfte eine finnische Mannschaft nat&#252;rlich niemals so gut aussehen wie in den beiden Spielen gegen die Deutschen. Nun ist nat&#252;rlich wahrlich nicht alles schwarz. Im Gegensatz zu den dunklen Jahren 1998-2004 hat man einen Haufen spielstarke Spieler an das Team herangef&#252;hrt. Auch deutsche Tugenden d&#252;rfen dem Multikulti-Haufen durchaus unterstellt werden. Man sieht gegen gro&#223;e Teams auch viel &#246;fter gut aus als noch vor ein paar Jahren. Doch man hat halt auch einen nach missgl&#252;ckten Vertragsverhandlungen angeschlagenen Trainer, herumeiernde Team-Manager und Pr&#228;sidenten, und generell nicht mehr die &#8220;Lustig, lustig, Trallalalala&#8221;-Stimmung wie noch vor vier Jahren. Und so gehen die Deutschen diesmal als mysteri&#246;se Sphinx ins WM-Rennen, als enigmatisch wabernde kosmische Unsch&#228;rfe &#8211; so oder wenigstens so &#228;hnlich w&#252;rde es wohl Andreas Brehme ausdr&#252;cken.<br />
<span id="more-2407"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Seit Jahren macht der Sturm eigentlich keine Probleme mehr. Auch diesmal ist man mit Mario Gomez und Miro Klose (der bekanntlich schon bei 10 WM-Toren steht) von den Bayern sowie dem weiterhin oft ins Mittelfeld ausweichenden Lukas Podolski (K&#246;ln) eigentlich ziemlich gut aufgestellt. Eigentlich. Der gr&#246;&#223;te Star Michael Ballack ist kaputt. Bastian Schweinsteiger (Bayern) ist in der Nationalmannschaft ein sicherer Kandidat und soll der neue Heilsbringer werden. Als echter Fl&#252;gelmann k&#228;me Piotr Trochowski in Frage. Hinten sind Philipp Lahm (Bayern) und Per Mertesacker (Bremen) wohl gesetzt. Daneben gibt es noch den erfahrenen Arne Friedrich (Hertha BSC). Torh&#252;ter sind in Deutschland immer gut, ob Manuel Neuer mit dem Druck umgehen kann, wird man sehen. Liest man sich das alles so durch, muss man schon sehr auf den nachdr&#228;ngenden Nachwuchs hoffen, aber zum Gl&#252;ck dr&#228;ngt der ja wirklich.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
F&#252;r die Abwehr hat man aus der Stuttgarter Talentschmied Serdar Tasci, von den Bayern Holger Badstuber sowie den vielseitig einsetzbaren Jerome Boateng vom HSV. Riesiges spielerisches Potential f&#252;r die Zukunft versprechen Mesut &#214;zil und Marko Marin (beide Bremen), der noch an Leverkusen ausgeliehene Toni Kroos, Thomas M&#252;ller von den Bayern, und der Stuttgarter Sami Khedira. Da kann man schon mal mit der Zunge schnalzen und auch ganz gut verschmerzen, dass das n&#228;chste gro&#223;e Sturmtalent noch nicht in Sicht ist.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Wenn die Deutschen so spielen wie in den letzten drei Jahren, sind sie kaum zu tippen. Es geht in der Vorrunde gegen drei unangenehme Gegner, die sich alle im Aufwind befinden und ziemlich selbstbewusst auftreten. Vom Gesamtpotential muss man die Deutschen da schon vorne sehen. Wenn der Auftakt in die Hose geht, k&#246;nnte das aber auch sehr kurz und schmerzlos das Ende der &#196;ra L&#246;w bedeuten. Richtig gemein wird es wahrscheinlich erst ab dem Viertelfinale (und auch da muss man erstmal abwarten). Es k&#246;nnte also tats&#228;chlich passieren, dass man unter die ersten vier kommt &#8211; und danach immer noch nicht genau wei&#223;, was man eigentlich von dieser Truppe halten soll. F&#252;r einen Weltmeistertitel hat man aber viel zu viele Baustellen und spielt deutlich zu unkonstant. Seien wir mal ehrlich: Es fehlt halt schon auch einfach an Klasse.</p>
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		<title>WM 2010 (XXVIII): Australien</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 10:43:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Australien, Gruppe D von Ben Strack-Zimmermann Australien hat nach der erfolgreichen WM 2006 den Kontinentalverband gewechselt und ist durch die asiatische Qualifikation ziemlich locker durchmarschiert. Alle asiatischen Teams tun sich enorm schwer mit den physisch unglaublich starken Australiern &#8211; kein Wunder, da rennen teilweise wirklich unfassbare Boliden &#252;ber den Platz. Das filigrane Spiel liegt den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Australien, Gruppe D</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" /> Australien hat nach der erfolgreichen WM 2006 den Kontinentalverband gewechselt und ist durch die asiatische Qualifikation ziemlich locker durchmarschiert. Alle asiatischen Teams tun sich enorm schwer mit den physisch unglaublich starken Australiern &#8211; kein Wunder, da rennen teilweise wirklich unfassbare Boliden &#252;ber den Platz. Das filigrane Spiel liegt den Aussies nicht, stattdessen hat man wohl vor, international ger&#252;hmten Tretern wie den Uruguayos oder den Serben den Rang abzulaufen. Man spielt immer mindestens sehr hart, oft auch gerne einfach nur noch brutal &#8211; schottische Abwehrkunst trifft auf mediterranes Fairnessverst&#228;ndnis, um es mal h&#246;flich auszudr&#252;cken. Man hat zwar einige vorz&#252;gliche Ballbehandler in den eigenen Reihen. Trotzdem gibt es nicht viel Chi-Chi. Geradlinig wird nach vorne gespielt, um jeden Angstr&#246;m Rasen gek&#228;mpft. Fans von stumpfem britischen Fu&#223;ball aus dem Mesozoikum dieser Sportart kommen dabei genauso auf ihre Kosten wie Fans von stumpfen britischen Barschl&#228;gereien. Australien ist ganz sicher keine Mannschaft, gegen die man gerne spielen will, da auch ein Sieg im Normalfall richtig wehtut. Die unglaubliche Moral und der fast schon legend&#228;re Kampfgeist der Australier machen sie mittlerweile zu einer der am schnellsten aufstrebenden Fu&#223;ballnationen im Weltfu&#223;ball. Trotz starker Konkurrenz in der Vorrundengruppe hat man die zweite Runde fest im Visier. <br />
<span id="more-2405"></span><br />
<strong> Stars</strong><br />
Der alles &#252;berragende Mann hei&#223;t Tim Cahill, spielt bei Everton, und f&#252;hrt das sensationell starke und torgef&#228;hrliche Mittelfeld an &#8211; so ein Bombermittelfeld braucht es aber auch, auf die St&#252;rmer ist nicht immer Verlass. Noch ein bisschen offensiver als Cahill ist Harry Kewell (Galatasaray) ausgerichtet, eher &#252;ber links kommt Marco Bresciano aus Palermo. Auf der Bank hat man dann noch Namen wie Vince Grella und Brett Emerton (beide Blackburn) oder den erfahrenen Scott Chipperfield vom FC Basel. Das ist also schon vom Allerfeinsten. Auch hinten setzt man auf jede Menge Erfahrung, entscheidender Mann ist hier Lucas Neill von Galatasaray. Dazu hat man mit Mark Schwarzer von Fulham einen gro&#223;artigen Keeper. Im Sturm steht Brett Holman (AZ Alkmaar), der zwar ein feiner Fu&#223;baller ist, aber nun auch nicht so irre torgef&#228;hrlich. Vielleicht muss Kewell wieder ganz nach vorne r&#252;cken.  </p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Um ehrlich zu sein, interessiert sich in Australien noch kein Schwanz f&#252;r die Zukunft, die Gegenwart mit all den erfahrenen Recken, die den australischen Fu&#223;ball gro&#223; gemacht haben, ist doch um soviel interessanter.  <br />
Rhys Williams von Middlesbrough ist wohl einer der kommenden Stars in der Innenverteidigung in der englischen Liga, wirklich ein guter Junge, aber bei der WM spielt er nicht. Ebenso geht es dem quirligen Michael Zullo von Brisbane Roar,eine Alternative auf der linken Seite. Mit dabei ist jedoch Nikita Rukavytsya von Roeselare in Belgien als Alternative im Sturm.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Von einer sackschweren Gruppe haben sich die Australier schon beim letzten Mal nicht aus der Ruhe bringen lassen, und das wird auch diesmal nicht geschehen. Zu stark w&#228;hnt man sich mit dieser Mannschaft. Durchaus zurecht, gegen dieses Mittelfeld muss man erst mal bestehen k&#246;nnen. Das sind alles gute Fu&#223;baller, die ansonsten schnell wie Hans-Peter Briegel wirken (biss auf Kewell, der ist daf&#252;r zu h&#252;bsch). Fu&#223;ball&#228;stheten freuen sich schon jetzt auf das Zusammentreffen mit den Serben &#8211; das wird garantiert etwas f&#252;r Sch&#246;ngeister!. Und falls man, wie erhofft, Platz 2 belegt, dann k&#246;nnte es auf ein Duell mit England herauslaufen &#8211; ein Gedanke, der mich schon jetzt ganz feucht werden l&#228;sst. Viva Australia, da geht was!</p>
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		<title>WM 2010 (XXVII): Ghana</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 10:28:50 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Ghana, Gruppe D</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Sp&#228;t hat sich eines der wichtigsten Fu&#223;balll&#228;nder Afrikas erst bei einer Weltmeisterschaft pr&#228;sentieren d&#252;rfen. Daf&#252;r war die Premiere in Deutschland gleich vielversprechend, konnte man doch die zweite Runde erreichen und dabei die arrivierten Tschechen dem&#252;tigen. Vier Jahre sp&#228;ter scheint man mindestens genauso gef&#228;hrlich zu sein. War die Qualifikation in der ersten Gruppenphase noch recht holprig, so schaffte Ghana es dann doch, sich zu steigern und sich unterm Strich ziemlich m&#252;helos zu qualifizieren. Das Team ist gut eingespielt und &#252;ber die letzten Jahre organisch gewachsen. Man spielt f&#252;r afrikanische Verh&#228;ltnisse &#228;u&#223;erst diszipliniert. Hinten solide, im Mittelfeld absolut brillant, nur vorne fehlen halt sichere Verwerter, aber auch da hat man qualitativ wenigstens in der Breite zugelegt. Beim Afrikacup trat man mit wenigen Stars fast schon mit einem B-Kader an und konnte trotzdem einen starken zweiten Platz erreichen. Die Gruppengegner sollten also gewarnt sein. Die schier endlosen Reserven in der fu&#223;ballbegeisterten ghanaischen Jugend lassen f&#252;r die n&#228;chsten Jahre noch Gro&#223;es erwarten, aber eigentlich will man dieses Mal schon so richtig durchstarten und die Welt noch etwas mehr beeindrucken.  <br />
<span id="more-2400"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Einiges an Ghana ist gehobene Spitzenklasse, das Mittelfeld ragt da ganz besonders hervor. Michael Essien (Chelsea) ist leider verletzt. Doch bei Namen wie Sulley Muntari (Inter) und Stephen Appiah (FC Bologna) kann man sich als Gegner schon mal ein bisschen in die Hosen machen &#8211; so fein k&#246;nnen die den Ball laufen lassen. Appiah hat eine kuriose Zeit hinter sich, da er wegen einer Verletzung zeitweise ohne Verein war. Den Clubs war das Risiko zu gro&#223;. In der Nationalmannschaft war er aber weiter sehr erfolgreich aktiv. So richtig versteht diese seltsame Geschichte eigentlich niemand. Auch hinten hat man mit John Paintsil von Fulham oder John Mensah von Fulham gute Leute. Und zum Gl&#252;ck f&#252;r Ghana kam im WM-Jahr auch Mittelst&#252;rmer Asamoah Gyan (Stade Rennes) wieder in Form.</p>
<p><strong>  Talente</strong><br />
Wie Sand am Meer gibt es Talente. Man ist ja auch schon wieder Juniorenweltmeister geworden. Z&#228;hlen wir also mal auf: Rechtsverteidiger Samuel Inkoom vom FC Basel, Defensivkante Isaac Vorsah von den Hoffenheimern. Der Offensivallrounder Agyemang Opoku vom katarischen Verein Al-Sadd hat es nicht in den Kader geschafft. Doch weiter: Fl&#252;gelst&#252;rmer Andre Ayew vom franz&#246;sischen Zweitligisten Arles, dann der linke Mittelfeldmann Kwadwo Asamoah von Udinese und Mittelst&#252;rmertalent Dominic Adiyah vom AC Mailand. Aber so ist das halt inzwischen grunds&#228;tzlich bei Ghana, Talent ist bis zum Abwinken da.</p>
<p>  <strong>Tipp</strong><br />
Das wird ein hei&#223;er Tanz mit Australien und Serbien um Platz 2, wenn man die Deutschen mal als Gruppensieger annimmt, was ich pers&#246;nlich bei der Qualit&#228;t dieser Gruppe schon ein wenig problematisch finde. Eigentlich kann da alles passieren. Ghana hat mit seinen spielerischen und athletischen M&#246;glichkeiten alle Chancen, um letztendlich zu bestehen. Wenn man halt noch ein bisserl torgef&#228;hrlicher w&#228;re und sich mal einen Torwart zulegen w&#252;rde, dann w&#252;rde ja tats&#228;chlich so richtig was gehen.</p>
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		<title>WM 2010 (XXVI): Serbien</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 10:17:09 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Serbien, Gruppe D</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Pleiten, Pech und Pannen begleiteten Restjugoslawien im letzten Jahrzehnt. Erst mit dem Zur&#252;ckschmelzen auf ein Restserbien scheint man mal wieder eine Mannschaft beisammen zu haben, die etwas taugt. So hat man eine beachtlich starke Qualifikation gespielt, aufbauend auf einer sicheren Defensive und angereichert mit den f&#252;r die Region typischen technischen Fertigkeiten. Der b&#246;se Bube Europas, das Land, in dem zwielichtige Staatsm&#228;nner auf wunderbare Weise zu b&#228;rtigen Heilern mutieren, guckt also mal wieder bei einer Weltmeisterschaft vorbei. Zumindest zu Hause ist man sich sicher, dass man die zweite Runde problemlos erreichen wird. Eine Meinung, mit der sie weltweit durchaus alleine dastehen d&#252;rften, aber man will ja nicht so sein: Grenzenlose Selbst&#252;bersch&#228;tzung kann ja auch f&#252;r den neutralen Beobachter spannend &#8211; oder zumindest komisch sein. Fu&#223;ballerisch bewegt man sich zwischen den altbekannten Balkanpolen, soll hei&#223;en: Technische Brillanz und &#252;berragender Spielwitz gehen gerne Hand in Hand mit &#252;berhartem Spiel und einem seltsamen Phlegma. Das Geheimrezept f&#252;r den neuerlichen Aufschwung ist wohl der neue Coach Radomir Antic, womit Serbien hier ganz im Trend liegt, wechseln doch die meistbegehrten Trainer seit ein paar Jahren immer mehr vom Clubfu&#223;ball zu den Nationalmannschaften. Antic war seit langem der Lieblingskandidat des serbischen Fu&#223;ballverbands (ein sogar f&#252;r Fu&#223;ballverb&#228;nde &#228;u&#223;erst zwielichtiger Haufen). Er hat sofort voll eingeschlagen. Serbien spielt zum ersten Mal seit Jahren disziplinierten Fu&#223;ball, hat taktisch einen Riesensprung gemacht. Einen ganzen Schwung an neuen Namen wurde nach oben gesp&#252;lt. Bleibt abzuwarten, ob sich das alles auch auszahlt oder ob man bei dieser WM &#228;hnlich konfus auftritt wie vor vier Jahren.<br />
<span id="more-2396"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
In der Abwehr hat Antic wirklich die Qual der Wahl, mit Branislav Ivanovic (Chelsea), Nemanja Vidic (Man United), Aleksandar Lukovic (Udinese) oder Veteran Ivica Dragutinovic (Sevilla CF), der nicht im Kader gelandet ist, hat Serbien wirklich gro&#223;e Namen des internationalen Fu&#223;balls zur Verf&#252;gung, um ein sch&#246;nes Bollwerk zu bilden. Davor tummeln sich traditionell spielstarke Mittelfeldspieler, wie zum Beispiel Milos Krasic (ZSKA Moskau) und Nenad Milijas (Wolverhampton). Kapit&#228;n und seit Jahren Kopf der Mannschaft ist Dejan Stankovic von Inter Mailand, der schon 1998 als Jungspund bei der WM in Frankreich begeistern konnte. Und f&#252;rs Tore schie&#223;en hat man den in Belgien f&#252;r Standard L&#252;ttich netzenden Milan Jovanovic, Valencias Sturmbrecher Nikola Zigic (dort aber nur noch von der Bank kommend), sowie zwei in Holland stationierte Spieler, der Eindhovener Danko Lazovic und Bruder Leichtfu&#223; Marko Pantelic von Ajax. Schon feines Material. Im Sturm vielleicht nicht ganz so stark wie in den anderen Mannschaftsteilen. Und man hat halt keinen wirklich guten Torwart, die etatm&#228;&#223;ige Nummer 1, Vladimir Stojkovic, versucht es gerade mit einer Ausleihe bei Wigan Athletic. Auch das scheint nicht so wirklich zu klappen.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Antic hat von Anfang an viele hoffnungsvolle Spieler ins kalte Wasser geworfen. Klar, so was macht man, wenn man am Boden liegt. Das hat sich ausgezahlt, die Mannschaft zeigt sich deutlich verj&#252;ngt, und hat einige vielversprechende Namen f&#252;r die Zukunft in den eigenen Reihen. Neven Subotic von Borussia Dortmund d&#252;rfte bekannt sein, f&#252;r die linke Seite kommt der gerade nach Saragossa gewechselte Ivan Obradovic in Frage. Auch im Mittelfeld hat man in der Bundesliga t&#228;tige Talente anzubieten, und zwar Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart und Gojko Kacar von der Berliner Hertha. </p>
<p><strong>Tipp:</strong><br />
Serbien hat zwar durchaus eine starke Mannschaft, aber halt auch eine Gruppe erwischt, die sich gewaschen hat. Man m&#252;sste schon extrem konzentriert und diszipliniert aufspielen, um &#252;berhaupt eine Chance zu haben. Die fast schon &#252;blichen Disziplinlosigkeiten und Eitelkeiten kann man sich jedenfalls genau gar nicht erlauben. Es wird spannend zu sehen sein, wie die traditionellen europ&#228;ischen Fu&#223;ballm&#228;chte Deutschland und Serbien mit zwei der gr&#246;&#223;ten Aufsteiger der letzten Jahre zu Rande kommen. Unterm Strich vermute ich mal, dass die Serben dabei auf der Strecke bleiben, wenn auch nicht so blamabel wie in Deutschland. Aber das ist ja nun auch kein Kunstst&#252;ck.</p>
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		<title>WM 2010 (XXV): Nigeria</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 15:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ben</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nigeria, Gruppe B von Ben Strack-Zimmermann Nigerias Nationalelf hat nach dem erstmaligen Betreten der Weltfu&#223;ballb&#252;hne 1994 eine klare Richtung eingeschlagen. War man damals noch richtig stark, so muss man die n&#228;chsten beiden Auftritte wohl mit &#8220;gut&#8221; und &#8220;schwach&#8221; bewerten. 2006 war man dann gar nicht mehr dabei, es ging also stramm nach unten. Diesmal hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Nigeria, Gruppe B</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Nigerias Nationalelf hat nach dem erstmaligen Betreten der Weltfu&#223;ballb&#252;hne 1994 eine klare Richtung eingeschlagen. War man damals noch richtig stark, so muss man die n&#228;chsten beiden Auftritte wohl mit &#8220;gut&#8221; und &#8220;schwach&#8221; bewerten. 2006 war man dann gar nicht mehr dabei, es ging also stramm nach unten. Diesmal hat man sich in letzter Sekunde hochdramatisch zur WM gezittert, hinterl&#228;sst den neutralen Beobachter aber weitgehend ratlos. Talentierte Ballbehandler hat man ja immer en Masse, wahrscheinlich stellt Nigeria weltweit nach Brasilien die meisten Legion&#228;re, aber den wenigsten Trainern gelang es zuletzt, aus dieser Masse auch nur irgendwas zusammenzust&#246;pseln, was nach Mannschaft aussieht. So wie das Land sich generell darstellt, so ist derzeit auch der Fu&#223;ball &#8211; zerrissen, von Funktion&#228;ren erstickt, einfallslos, &#246;d und brach. Und richten soll es am Ende der liebe Gott &#8211; Nigeria ist das Land mit den wenigsten Ungl&#228;ubigen weltweit. Trainer war bei der der ersten Version dieses Artikels noch Shaibu Amodu, aber das musste man fast schon traditionellerweise wieder mal ein halbes Jahr vor Turnierbeginn &#228;ndern. 2002 hat man den Trainer kurz nach dem Afrikacup rausgeworfen &#8211; wahrscheinlich einfach nur um der Welt zu beweisen, dass man in Funktion&#228;rskreisen jederzeit bereit ist, alle Erwartungen in Hinsicht auf die Unf&#228;higkeit der Entscheidungstr&#228;ger in diesem bedauernswerten Quatschland zu erf&#252;llen. Amodu hat sich das m&#252;de Gekicke unter seinem Vorg&#228;nger angeguckt und dann einfach kapituliert: Er lie&#223; unterm Strich interessanterweise gar keine Taktik spielen. Die meisten Spieler sind angewiesen, stur und einfallslos zu verteidigen. Das Zusammenspiel ist komplett willk&#252;rlich. Wenn man Chancen kreieren will, dann tut man dies so wie Wales ungef&#228;hr 1908. Auf gut Deutsch drischt man den Ball planlos vor und hofft, dass irgendjemand schnell genug ist. Da bekannterma&#223;en alle Nigerianer fantastische Athleten und gazellengleich schnell sind, klappt das sogar. Man ist gar nicht so erfolglos, wie man sein m&#252;sste. Kompletter Horror, dass man dieses Gest&#252;mper in S&#252;dafrika ertragen muss! Dank einer sehr l&#246;sbaren Gruppenauslosung ist sogar etwas drin f&#252;r Nigeria. Beim Finden eines Nachfolgers f&#252;r Aimodu tat man sich schwer. Die Namen Hiddink und van Gaal wurden genannt, was immerhin zeigt, dass man auch in der Disziplin Gr&#246;&#223;enwahn mit den ganz Gro&#223;en mithalten kann.   Trainer wurde dann Lars Lagerback.<br />
<span id="more-2391"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Stars hat man ordentlich am Start &#8211; meistens schaffen sie es vorz&#252;glich, sich gegenseitig zu neutralisieren. Da w&#228;re zum Beispiel Joseph Yobo, erfahrener Abwehrschlachtturm aus Everton. Oder Taye Taiwo, der superschnelle Linksverteidiger aus Marseille. Mit defensiv- bis zentralen Mittelfeldspielern kann man sich in Nigeria tot schmei&#223;en, da ist z.B. Yussuf Ayila von Dynamo Kiew. Schade, dass man im modernen Fu&#223;ball nicht mit vier defensiven Mittelfeldspielern aufl&#228;uft. Doch vielleicht probieren es die Taktikf&#252;chse aus dem sympathischen &#214;l- und B&#252;rgerkriegsland ja mal. Spannende St&#252;rmer hat man auch immer. Deren Pflicht scheint zu sein, m&#246;glichst wenig Bindung zum Spiel zu finden. Peter Odemwingie von Lokomotiv Moskau spielt so etwas wie einen h&#228;ngenden St&#252;rmer, Uche l&#228;uft sinnlos herum. Irgendwann kommen meist Kanu und Martins und nehmen sich gegenseitig die B&#228;lle weg. Trotzdem torgef&#228;hrlich, weil halt alles Einzelk&#246;nner.  </p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Hat man immer, derzeit wird Ayodele Adeleye (Jodeldiplom?) als der n&#228;chste hei&#223;e Scheiss in der Abwehr gehandelt. Er spielt bei Sparta Rotterdam. Ebenso auf der Scoutingliste von halb Europa ist Uwa Echiejile aus Rennes. Vorne ist das Top-Talent Victor Obinna, unter Vertrag in Malaga. Doch der Hype um ihn ist schon wieder etwas am Vergl&#252;hen. Einen Au&#223;enst&#252;rmerrohdiamanten h&#228;tte man in Sone Aluko von Aberdeen, man l&#228;sst lieber mit 2-5 Mittelst&#252;rmern spielen. Schlie&#223;lich will man in keinster Weise modern wirken.  </p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Griechenland und S&#252;dkorea, dazu Maradonas wacklige Argentinier &#8211; eine Auslosung, wie man sie sich feiner nicht von einer dicken Hexenmami, mit einem Hintern wie ein aufgepumptes Flusspferd, herbeiw&#252;nscheln lassen kann. Trotzdem sollte man es schaffen, alle Fans zu entt&#228;uschen, und trotz erdr&#252;ckend guter Fu&#223;baller irgendwie sang- und farblos auszuscheiden. Danach hat es wieder jeder besser gewusst, und man k&#252;rt nach hartem Gerangel einen Flaschenk&#252;rbis oder eine Ahnenfigur mit sehr langem Gem&#228;cht zum neuen Trainer, und das Gest&#252;mper kann in die n&#228;chste Runde gehen.</p>
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		<title>WM 2010 (XIV): Argentinien</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 14:43:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Argentinien, Gruppe B von Ben Strack-Zimmermann Nachdem man seit 1994 zu Turnieren als Mitfavorit anreist, um dann jedes mal (auf immerhin spielerisch hohem Niveau) zu versagen, ist diesmal alles etwas anders. Nachdem die Qualifikation unter Alfio Basile auf Messers Kippe stand und dieser entnervt zur&#252;ckgetreten war, hatten die Verbandsoberen die lustige Idee Diego Maradona ans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Argentinien, Gruppe B</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Nachdem man seit 1994 zu Turnieren als Mitfavorit anreist, um dann jedes mal (auf immerhin spielerisch hohem Niveau) zu versagen, ist diesmal alles etwas anders. Nachdem die Qualifikation unter Alfio Basile auf Messers Kippe stand und dieser entnervt zur&#252;ckgetreten war, hatten die Verbandsoberen die lustige Idee Diego Maradona ans Ruder zu lassen, auf das dieser das argentinische Kreuzfahrtschiff wieder in ruhigere Gew&#228;sser man&#246;vrieren sollte. Der Auftakt war ganz nett, doch dann gingen Pleiten, Pech und Pannen erst so richtig los. Maradona reaktivierte jeden Spieler f&#252;r die Nationalmannschaft der noch lauff&#228;hig war, schmiss jedes junge Talent ins Feuer, probierte jede Taktik aus, und so hat inzwischen jeder m&#228;nnliche Argentinier zwischen 18 und 39 ein L&#228;nderspiel auf seinem Konto, und taktisch ist man nach kompletter Verwirrung zu einem absoluten Bauern-4-4-2 zur&#252;ckgekehrt. Die Qualifikation schaffte man dennoch nur um Haaresbreite, in der Nachspielzeit in Uruguay, und in der Stunde seines Triumphes zeigte uns Maradona dann noch seine Schokoladenseite, als er die versammelte Journaille dazu aufrief, ihm sein von Kokain ver&#228;tztes Gem&#228;cht zu lutschen. Aber auch danach hielt Maradona sein Heimatland in Atem, probierte obskure Spieler in aussagekr&#228;ftigen Begegnungen mit Costa Rica und Jamaika aus und reaktivierte die n&#228;chste Tranche Altstars beim &#252;berraschenden Sieg gegen eine ziemlich desolate deutsche Nationalmannschaft. Und irgendwie scheint man tats&#228;chlich einigerma&#223;en auf Kurs zu sein, mit welcher Mannschaft wei&#223; man zwar nicht wirklich, aber dank freundlicher Auslosung kann man sich vielleicht sogar den Luxus erlauben, sich erst beim Turnier selber einzuspielen. Auf der anderen Seite sollte man aber auch die M&#246;glichkeit eines Scheiterns in epischen Dimensionen nicht ganz au&#223;er Acht lassen, Maradonas Truppe ist ganz sicherlich die allergr&#246;&#223;te Wundert&#252;te im WM-Gemischtwarenladen.<br />
<span id="more-2388"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Hat man wie immer reihenweise, blo&#223; wei&#223; keiner, ob sie im Endeffekt auch spielen werden. Verl&#228;sslichster Aktivposten war und ist dabei Lionel Messi, der kleine Zauberer vom FC Barcelona. Um die weiteren Sturmpl&#228;tze k&#228;mpfen die Weltstars Carlos Tevez (Manchester City), Gonzalo Higuain (Real Madrid), Diego Milito (Inter Mailand), aber auch Veteran Martin Palermo von Boca Juniors, mit dem Maradona selbst noch zusammengespielt hat, k&#246;nnte in S&#252;dafrika auflaufen. Im Mittelfeld hat sich der defensive Taktgeber Javier Mascherano (Liverpool) etabliert, Chef ist allerdings der nach der WM 2006 reaktivierte Juan Veron von Estudiantes La Plata. F&#252;r die Au&#223;enbahnen hat man Jonas Gutierrez (Newcastle) und Maxi Rodriguez (Liverpool). Hinten gehen lauter harte Kanten zu Werk, die allerdings nicht die allerschnellsten sind. Gabriel Heinze von Olympique Marseille w&#228;re da zu nennen, Martin Demichelis von den Bayern, der gerade erst wieder aktivierte Walter Samuel von Inter Mailand oder Nicolas Burdisso vom AS Rom. Die Torwartposition war hart umk&#228;mpft, anscheinend hat sich da mit dem jungen Sergio Romero von AZ Alkmaar aber dann doch der aus meiner Sicht klar st&#228;rkste Kandidat durchgesetzt. Klingt alles ganz toll, hat aber in j&#252;ngster Zeit nur selten eine homogene Mannschaft ergeben.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
F&#252;r den Sturm haben wir Higuain ja schon genannt, aber da gibt es ja auch noch die Atletico-Connection mit Sergio Ag&#252;ero und dem Au&#223;enst&#252;rmertalent Eduardo Salvio, der an der WM nicht teilnehmen darf. Hoffnungstr&#228;ger im Mittelfeld ist der pfeilschnelle Angel di Maria (Benfica). In der Abwehr setzt Maradona schon jetzt auf Nicolas Otamendi, einen robusten jungen Mann der bei Velez Sarsfield unter Vertrag steht. Theoretisch g&#228;be es f&#252;r die linke Verteidigerposition dann auch noch den Liverpooler Emiliano Insua, aber bei Argentinien hat es an Talent ja wirklich noch nie gemangelt. Also bleibt Insua daheim.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Normalerweise wird eine chaotische Phase vor einer Weltmeisterschaft immer gnadenlos bestraft, aber die Vorrundengruppe von Argentinien ist jetzt wirklich nicht so besonders schwer. Das sollte man alleine schon mit der individuellen Klasse einiger Spieler &#252;berstehen. Auch wenn die ganz gro&#223;en Gegner in der n&#228;chsten Runde noch nicht warten und der Weg ins Halbfinale unter normalen Umst&#228;nden machbar erscheint, bin ich doch sehr skeptisch, was diese Argentinier angeht. Wahrscheinlich l&#228;uft es unterm Strich so wie zuletzt meistens, man scheidet unter gro&#223;em Get&#246;se im Achtel- oder Viertelfinale aus.</p>
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		<title>WM 2010 (XXIII): Uruguay</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 11:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ben</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ben Strack-Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppe A]]></category>
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		<category><![CDATA[WM 2010]]></category>
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		<description><![CDATA[Uruguay, Gruppe A von Ben Strack-Zimmermann Wir befinden uns im Jahre 2010. Die ganze Fu&#223;ballwelt hat sich dem Fairplay verschrieben&#8230;Die ganze Welt? Nein, ein von unbeugsamen S&#252;damerikanern bev&#246;lkertes Land h&#246;rt nicht auf, dem Fairplay-Gedanken Widerstand zu leisten! Und so steht auch diese Generation von Spielern aus dem kleinen L&#228;ndchen am Rio de la Plata wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wmtitle_noborder">Uruguay, Gruppe A</h2>
<p style="font-size:10px;border-bottom:1px solid #CCCCCC;padding-bottom: 5px;margin-bottom: 10px; ">von Ben Strack-Zimmermann</p>
<p><img src="http://www.zweitens-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/BenKolumne-150x150.jpg" alt="" title="BenKolumne" width="150" height="150" class="image_left" />Wir befinden uns im Jahre 2010. Die ganze Fu&#223;ballwelt hat sich dem Fairplay verschrieben&#8230;Die ganze Welt? Nein, ein von unbeugsamen S&#252;damerikanern bev&#246;lkertes Land h&#246;rt nicht auf, dem Fairplay-Gedanken Widerstand zu leisten! Und so steht auch diese Generation von Spielern aus dem kleinen L&#228;ndchen am Rio de la Plata wieder in der Tradition von einstigen Gr&#246;&#223;en wie Billy Bremner, Claudio Gentile oder Andoni Goikoetxea &#8211; h&#228;tte ich jetzt fast gesagt, wenn ich nicht zu sehr Angst h&#228;tte dass mich daf&#252;r ein Uruguayo w&#252;tend vom Stuhl gr&#228;tscht. Schlie&#223;lich sind sie die Referenz &#8211; und die eben genannten Herren doch alle nur Eleven in Uruguays Schule des fairen Sports auf dem gr&#252;nen Rasen. Ich verbessere mich also alsbald und behaupte lieber, dass die heutige Spielergeneration in der Tradition von Jose Emilio Santamaria, Jose Batista und Paolo Montero steht &#8211; Namen, bei deren Erw&#228;hnung so mancher Chirurg nostalgisch auf seine schwierigsten Operationen zur&#252;ckblicken kann. Wie &#252;blich hat man auch diesmal eine Mannschaft mit vielen ausgezeichneten Fu&#223;ballern, die sich allerdings sehr schwer mit der Qualifikation tat. Die Play-Offs gegen Costa Rica waren nervenaufreibend knapp. Woran das lag? Nun, erstens bekommt man zu viele Karten, aber das kennt man ja. Unterm Strich agiert das Team einfach zu konfus, es ist wenig Kontinuit&#228;t erkennbar. Anspruch und Wirklichkeit haben seit vielen Jahrzehnten nichts mehr miteinander zu tun, und so herrscht im Umfeld st&#228;ndig Unruhe. Man darf nicht vergessen, dass Fu&#223;ball in Uruguay ganz klar die wichtigste Religion ist. Bei der Wahl zwischen Jesus und Forlan w&#252;rde wohl fast niemand den Herren mit den ausgebreiteten Armen w&#228;hlen. Wahrscheinlich werden wir drei Gesichter von Uruguay bei der WM sehen: Das erste wird sensationell passen, st&#252;rmen, kontern und mit herzerw&#228;rmendem Einsatz &#252;ber den Platz jagen, so wie Herakles beim Einfangen der kerynitischen Hirschkuh. Das zweite hingegen wird uns an den Wandertag der Sonderschule Grobmotorikhausen auf LSD erinnern, w&#228;hrend das dritte Gesicht vielleicht am besten mit &#8220;Mike Tyson, Jack the Ripper und Dirty Harry d&#252;rfen mal im Schlachthaus so richtig sch&#246;n die Sau rauslassen&#8221; umschrieben w&#228;re. Also eher etwas f&#252;r den fortgeschrittenen Fu&#223;ballfan, der sich nicht so sehr an langweiligen Geschehnissen, etwa an Toren, erg&#246;tzt.<br />
<span id="more-2383"></span><br />
<strong>Stars</strong><br />
Das Gro&#223;artigste an den derzeitigen Urugayos ist das Sturmduo Diego Forlan/Luis Suarez (Atletico Madrid/Ajax Amsterdam). Beide k&#246;nnen spielen wie der Teufel und sind dazu noch unglaublich treffsicher &#8211; vielleicht sogar mit das aufregendste Sturmduo bei der gesamten WM. Dahinter f&#252;hrt Alvaro Pereira (FC Porto) ein dichtes und &#8220;kampfstarkes&#8221; Mittelfeld an. Neben ihm agieren der eher offensive Sebastian Eguren (gerade von Villareal an Lazio ausgeliehen) und der humorlos defensiv agierende Diego Perez vom AS Monaco. Die Innverteidigung ist bei Uruguay immer ein Vorbild sowohl an G&#252;te als auch H&#228;rte. Das gilt nat&#252;rlich auch f&#252;r Diego Lugano (Fenerbahce) und Diego Godin (Villareal). Nachdem man l&#228;ngere Zeit ein ernsthaftes Torwartproblem mit sich rumschleppte, hat man mit Fernando Muslera von Lazio jetzt doch einen ordentlichen Mann gefunden. Schon eine gute Truppe, aber es fehlt mindestens ein K&#252;nstler im Mittelfeld. Die eigentlich starken Defensivleute kassieren viel zu viele Tore.</p>
<p><strong>Talente</strong><br />
Martin Caceres von Juve komplettiert die 3er-Abwehrkette, mit der man inzwischen meistens antritt. Er macht dies wirklich gut &#8211; aber mindestens ein gro&#223;es Verteidigertalent hat Uruguay halt immer. Nicolas Lodeiro soll den vermissten Schwung ins Mittelfeld bringen. Er ist der n&#228;chste Uruguayo, den sich Ajax unter den Nagel gerissen hat. Suarez habe ich f&#252;r den Sturm schon erw&#228;hnt. Ebenfalls ein interessanter Name f&#252;r die Zukunft ist Edison Cavani, der bei Palermo jede Saison noch mehr beeindruckt.</p>
<p><strong>Tipp</strong><br />
Vorne und hinten hui, in der Mitte eher mau bzw. halt einfach etwas zu bieder, dazu deutlich zu hart f&#252;r den modernen Mutters&#246;hnchenfu&#223;ball. So kann das eigentlich nichts werden, in einer bis auf die wahrscheinlich desolaten Gastgeber doch sehr ausgeglichenen Gruppe. Trotz aller Probleme, die ja auch Mexiko und Frankreich plagen, ist Uruguay wohl eher ein Au&#223;enseiter. Nat&#252;rlich ein sehr gef&#228;hrlicher Au&#223;enseiter mit ein paar echten K&#246;nnern und einem Ruf bei dem sich mancher Gegner zurecht vorher ordentlich einscheisst &#8211; aber unterm Strich hat man mit &#228;hnlich starken Kadern schon ewig nichts mehr gerissen. Es wird verdammt schwer werden.</p>
<p><a href="http://www.national-football-teams.com/v2/country.php?id=198">Weiter zu Uruguay auf national-football-teams.com</a></p>
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