Vermutlich steht die Baustelle nebenan am Anfang dieser Geschichte. Weil sie von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends Lärm macht und sich einen Dreck um ihre Nachbarn schert. Auch dass sie laut Schild schon längst fertig sein müssten, ist dem Bauherrn dieser “Lofts im Gärtnerplatzviertel” sichtlich gleichgültig – wenn sein LKW etwas abladen muss, dann hält der LKW halt mitten auf der Straße, so dass keiner mehr durchkommt, und lädt ab. Ganz egal wie lange das dauert und wie lange die Schlange hupender Autos mittlerweile ist und wie laut die alle sich dann anschreien. Dass man da nicht arbeiten kann, versteht sich von selbst. Vielleicht stehen aber auch die SUVs am Anfang dieser Geschichte, diese großen, dicken, hohen Autos (Sports Utility Vehicle heißt das ausgeschrieben, wiewohl alle sie nur innerhalb der City benutzen; der Porsche „Cayenne“ etwa ist so ein widersinniges Ding), die allen anderen die Sicht nehmen und deutlich mehr Benzin als alle anderen verbrauchen. Die also allein aus Prestige/Potenzsehnsucht/wasweißichwas gekauft werden und von denen mich ein Exemplar jüngst beinahe an der Kreuzung Klenzestraße-Buttermelcherstraße überfahren hätte, nur weil ich mir erlaubte, bei grün über die Ampel gehen zu wollen. Was das alles heißen soll? » Hier geht’s weiter …
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Turi wusste es bereits um 18 Uhr, um 20 Uhr meldet es auch ad-hoc-news (kannte ich bislang nicht) – nur sonst sagt keiner was dazu: Angeblich also trennt sich die Netzeitung von ihren beiden Chefredakteuren Michael Angele und Matthias Ehlert – in “gegenseitigem Einverständnis” natürlich! – NZ-Geschäftsführer Daubner soll das gegenüber der Nachrichtenagentur ddp bestätigt haben. Ist das allen schon egal, oder wieso sonst scheint das niemanden zu interessieren?
(Wer sich gut und umfassend über die so genannten “Heuschrecken” und ihre Mediengeschäfte informieren möchte, dem sei Volker Lilienthals Text “Mesalliance” bei epd empfohlen.)
die interessanten artikel
1. Für die Weltwoche spricht Peer Teuwsen mit Walter Kempowski – einfach schön!
2. In der taz fasst Falko Hennig die Geschichte von Kurt Wolff und seinem Verlag zusammen
der hörtipp
“Die Harzreise ist eine Riesenrumpelkammer”, sagt Björn Kuligk, der sich mit seinem Lyrik-Kollegen Jan Wagner auf Heines Spuren begeben hat – Der Büchermarkt berichtet darüber (und über das neue Buch von Oswald Egger).
Die Lust zum Spiegel-Vorhalten ist tatsächlich groß angesichts des heutigen Leitartikels von Hans-Jürgen Jakobs, seines Zeichens Chef von sueddeutsche.de (über die ich ja vorgestern bereits gejammert habe) – nun: Thomas Mrazek hat´s getan.
Und wem wiederum das ganze Gedöns ohnehin längst auf den Geist geht, dem sei zur Abhilfe alleinr (natürlich beta!) empfohlen (via zielpublikum-endl): “Hier müssen Sie nichts tun. Sie melden sich nicht an, Sie laden nichts hoch, Sie kommentieren nicht, Sie knüpfen keine Kontakte.”
Noch bin ich Dir leidlich wohlgesonnen, langsam wird´s allerdings auch bei dir eng. Denn besser wär´s vielleicht, Du würdest Deine Leser nicht für dumm verkaufen: Dass dieser Artikel diese Bilderstrecke zuerst irgendwo im Kulturteil (“Kultur – Kunst – Literatur”) zu finden war, ging noch in Ordnung, dass sie nun allerdings seit geschätzt einer Woche (das Datum fehlt wohlweislich) dessen Aufmacher darstellt, dürften mittlerweile selbst die Gelegenheitsleserklicker gemerkt haben. Dass Du darunter auf einen Print-Artikel vom Februar beziehungsweise noch mehr Bildergalerien verlinkst, macht immer noch keine Online-Feuilleton. Also noch eins weiter nach unten – Überraschung: Zweiter Aufmacher ist eine Bildergalerie, das „Tableau der Ticks“ Deiner Leser. Dritter Aufmacher schließlich das Internetvideo der Woche. Für buchstäblichen Text muss man schon ganz schön weit nach unten rollen (und manchmal hilft nicht einmal das). Magst, liebe sueddeutsche.de, in Zukunft nicht einfach “Klick-Content” drüber schreiben, anstatt dieses große Wort „Kultur“, das Dir scheinbar nicht mehr wirklich viel bedeutet? Nimm Dir doch mal ein Beispiel an SAT1 – die haben ihre so genannten Nachrichten auch einfach abgeschafft. Und plötzlich jammert alle Welt, als wär´s Abendland grad untergegangen. Wäre doch `ne Idee? Nein? Na, dann lass gut sein.
