Haltestelle Hauptstraße

Das kann doch alles kein Zufall mehr sein: LEGO World City 7034 – Überwachungs- und Abhörtruck (entdeckt auf argh.de). Da steckt doch ein ganz fieser Plan vom großen Bruder dahinter. Naja, vielleicht ist das ein bisschen zu paranoid. Aber wer schenkt denn einem Sechsjährigen (empfohlenes Mindestalter des Herstellers) so etwas ernsthaft zum Spielen?

Schön ist dazu die Kurzbeschreibung auf amazon:

(…)In World City ist immer und überall etwas los! Du entscheidest, wo und wann die Stadt zum Leben erwacht. Denn du bist gleichzeitig Architekt und Einwohner.

Mit World City ist grenzenloser Bauspaß vorprogrammiert. Lass deiner Fantasie freien Lauf und denke dir immer wieder neue Abenteuer in deiner Stadt aus!

Grenzenloser Bauspaß, freier Lauf der Fantasie in diesem Kontext, Einwohner und Architekt zugleich, neue Lego-World-City und so schön! Da gruselt’s andere anscheinend auch oder warum sind sie sonst beim Lego-Überwachungs-Truck gelandet?

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Das wird den Herrn Schäuble sicher nicht weiter stören, aber deutlicher geht’s dann doch nimmer als in der Telepolis-Klick-Umfrage Wer ist die größere Gefahr fürs Grundgesetz? Mit 91 Prozent führt er die Liste zum Zeitpunkt dieses Posts vor u.a. Ex-Terroristen an.

Mag stimmen oder auch nicht. Aber warum sollte ausgerechnet für ihn die Unschuldsvermutung weiterhin gelten, die er so gerne abschaffen umkehren würde? Er ist die größte Gefahr. Vorsichtshalber einsperren? Obwohl: Vielleicht sollte man das zuallererst einmal beweisen. Noch …

so:
Deutscher Campus

schlimm sind wir doch auch wieder nicht…

Wer´s noch nicht gelesen hat, wie freimütig und fraglos sich die WAZ an Texten freier Journalisten bedient, dem seien hier die Erfahrungen des Medienjournalisten Peer Schader empfohlen.Und wie die Geschichte weiterging. Sehr hübsch! Und furchterregend!

Nachtrag (19. April): Und hier sollte man lesen, wie die Geschichte dann doch einigermaßen glimpflich mit einer Einigung zu Ende ging.

Zwar möchte ich mein Thinkpad natürlich keinesfalls gegen eines dieser antiquierten Dinger eintauschen, doch wenn man über 2000 dem Computerzeitalter zum Opfer gefallene Schreibmaschinen mit ihrer ausgefeilten Mechanik, ihren Typen, Walzen und Hebeln für Ober-, Unter- oder Sonstwie-Anschlagtechniken aufgereiht in einem Museum gesehen hat, erscheint es einem doch reichlich fies und gemein, wie spurlos eine solch epochale Erfindung aus dem Alltag verschwinden kann. Anders als z.B. den Plattenspieler werden selbst Liebhaber die Schreibmaschine nicht mehr zu ihrem eigentlichen Zweck verwenden und tatsächlich darauf schreiben. Also rotten die Geräte auf irgendwelchen Dachböden vor sich hin und finden bestenfalls Eingang in eine Sammlung. Ausgerechnet in der absoluten Pampa, im kleinen Partschins in Südtirol, findet man dann statt eines Bauernmuseums oder ähnlich Erwartbarem das Weltmuseum der Schreibmaschine – zu Ehren des Partschinsers Peter Mitterhofer, der 1864 die Schreibmaschine erfunden haben soll. Der Allererste wird er nicht gewesen sein, doch beeindruckend, leider auch bitter, ist die Geschichte so oder so. Kein Mensch, schon gar nicht der Kaiser, den er um Unterstützung bat, interessierte sich für seine Konstruktionen aus Holz. Nach dem fünften Modell verlor Mitterhofer die Lust und starb – klar – zurückgezogen und zutiefst enttäuscht. Auf seinem Grabstein heißt es: Die Anderen, die von ihm lernten, Durften die Früchte seines Talentes ernten.

Mignon-MaschineMaschinenarchiv in Partschins

Wer in die Gegend von Meran kommt, sollte sich ruhig einmal ein, zwei Stunden Zeit nehmen, um diese Sammlung anzuschauen. Wahrscheinlich wird auch er dann etwas melancholisch, selbst wenn ihm Schreibmaschinen bisher reichlich egal waren und er nur als kleines Kind versucht haben sollte, seinen Namen richtig zu tippen auf der alten Olympia der Mutter.

Beim Blick auf mein Notebook fällt mir gerade wieder ein, dass es vielleicht auch bald keine Thinkpads mehr geben wird. Eigentlich heißen sie ja mittlerweile nur noch so, seit Lenovo sie produziert. Aber deshalb gleich melancholisch zu werden, das ist dann doch lächerlich. Ob es diese Notebooks jemals in ein Museum schaffen? Sie gehen ja nach drei Jahren sowieso kaputt und wer will schon Plastik- und Elektroschrott ausstellen?

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