Haltestelle Hauptstraße

Zwar möchte ich mein Thinkpad natürlich keinesfalls gegen eines dieser antiquierten Dinger eintauschen, doch wenn man über 2000 dem Computerzeitalter zum Opfer gefallene Schreibmaschinen mit ihrer ausgefeilten Mechanik, ihren Typen, Walzen und Hebeln für Ober-, Unter- oder Sonstwie-Anschlagtechniken aufgereiht in einem Museum gesehen hat, erscheint es einem doch reichlich fies und gemein, wie spurlos eine solch epochale Erfindung aus dem Alltag verschwinden kann. Anders als z.B. den Plattenspieler werden selbst Liebhaber die Schreibmaschine nicht mehr zu ihrem eigentlichen Zweck verwenden und tatsächlich darauf schreiben. Also rotten die Geräte auf irgendwelchen Dachböden vor sich hin und finden bestenfalls Eingang in eine Sammlung. Ausgerechnet in der absoluten Pampa, im kleinen Partschins in Südtirol, findet man dann statt eines Bauernmuseums oder ähnlich Erwartbarem das Weltmuseum der Schreibmaschine – zu Ehren des Partschinsers Peter Mitterhofer, der 1864 die Schreibmaschine erfunden haben soll. Der Allererste wird er nicht gewesen sein, doch beeindruckend, leider auch bitter, ist die Geschichte so oder so. Kein Mensch, schon gar nicht der Kaiser, den er um Unterstützung bat, interessierte sich für seine Konstruktionen aus Holz. Nach dem fünften Modell verlor Mitterhofer die Lust und starb – klar – zurückgezogen und zutiefst enttäuscht. Auf seinem Grabstein heißt es: Die Anderen, die von ihm lernten, Durften die Früchte seines Talentes ernten.

Mignon-MaschineMaschinenarchiv in Partschins

Wer in die Gegend von Meran kommt, sollte sich ruhig einmal ein, zwei Stunden Zeit nehmen, um diese Sammlung anzuschauen. Wahrscheinlich wird auch er dann etwas melancholisch, selbst wenn ihm Schreibmaschinen bisher reichlich egal waren und er nur als kleines Kind versucht haben sollte, seinen Namen richtig zu tippen auf der alten Olympia der Mutter.

Beim Blick auf mein Notebook fällt mir gerade wieder ein, dass es vielleicht auch bald keine Thinkpads mehr geben wird. Eigentlich heißen sie ja mittlerweile nur noch so, seit Lenovo sie produziert. Aber deshalb gleich melancholisch zu werden, das ist dann doch lächerlich. Ob es diese Notebooks jemals in ein Museum schaffen? Sie gehen ja nach drei Jahren sowieso kaputt und wer will schon Plastik- und Elektroschrott ausstellen?

Eine sagenhaft originelle Form des Telefonmarketings just in diesem Moment: Das Telefon klingelt, eine Computerstimme entschuldigt sich dafür, dass ich in einer Warteschleife gelandet wäre. Als Entschädigung bekäme ich einen Tankgutschein. Ich habe trotz Schleife nicht gewartet. Entschuldigung.

Ich habe kein Auto und nicht vor, mir eines anzuschaffen. Lästig, dass meine Telefonnummer offenbar all diesen widerlichen Firmen bekannt ist. Und das, obwohl ich höllisch aufgepasst habe. Beruhigend aber, dass es ihnen trotz all dieser unverschämten Dreistigkeit anscheinend noch nicht möglich ist, Zugriff auf die Datenbanken der KFZ-Meldestellen oder ähnliches zu bekommen.

Und hoffentlich hätte es eben nicht “scheinbar” heißen müssen …

Sicherlich ist es eine Kunst, gute Drogen von schlechten unterscheiden zu können. Die Relevanz dieser Fähigkeit für die Praxis wagt sicherlich niemand in Frage zu stellen. Folgerichtig dokumentiert die netzeitung in ihrem Feuilleton Ausschnitte aus einem Buch von Ingo Niermann und Adriano Sack über Drogen. In diesem Artikel erfährt man dann, wie man gutes Kokain von schlechtem unterscheidet und einiges über den “würzig-süßen Geruch” von Haschisch. Süß ist dann auch die Rückversicherung der netzeitung – für den Fall, dass sich ein Leser tatsächlich ein Stück Haschisch in den Hintern stecken sollte (eine Methode des Konsums, die sicherlich auch nicht unerwähnt bleiben sollte – so dachte man sich wohl – ebensowenig wie jene, sich einen LSD-Trip unters Augenlid zu schieben). Aber weiter im Text:

Aber vergessen Sie nicht: Illegale Drogen werden nicht dadurch legal, dass man möglichst viel über sie weiß. Und gesünder werden sie dadurch auch nicht. Wer fit bleiben und alt werden möchte, kauft im Biomarkt, treibt Sport und denkt über Bewusstseinserweiterung erst lieber gar nicht nach.

Muss er auch nicht mehr. Nach so einem Satz ist zum Thema Bewusstseinserweiterung eigentlich alles gesagt – zumindest über die Möglichkeiten das Feuilletons, einen nicht unerheblichen Teil dazu beizutragen. Oder war das ein Witz?

Sowas kommt beim Superbösewicht-Persönlichkeitstest heraus, wenn man seine Sympathien für den Feminismus äußert. Einmal falsch geklickt und schon ist man der mütterliche Typ. Ist das aus feministischer Sicht jetzt gut oder schlecht? Immerhin hätte es fast zu Magneto gereicht …

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Mr. Freeze
36%
Dr. Doom
35%
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30%
Green Goblin
22%
Two-Face
14%
Kingpin
9%
Sometimes motherly, sometimes a beautiful companion, but most of the time a deceiving vixen.


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