Haltestelle Sportplatz

Köpfe einziehen und beten – mehr kann man jetzt gar nicht mehr machen! Lothar Matthäus ist wieder auf Jobsuche, weil Trapattoni wohl nicht mehr so recht mit ihm konnte. Deshalb hat man Matthäus heute bei Red Bull Salzburg vor die Tür gesetzt, was diesen Club ja beinahe schon wieder ein bisschen sympathisch macht. Vereinsschädigende Äußerungen, andere Auffassungen vom Fußball – so lauten wohl die Gründe. Laut kicker war Matthäus bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Angeblich mag ihn ein reicher Mensch zu Beitar Jerusalem locken. Und wieder kann man nur beten, dass das so schnell wie möglich passiert.

Ich kann mir nämlich schon denken, was spätestens übermorgen passiert: Er will wieder Nachfolger von Ottmar Hitzfeld beim FC Bayern werden. Und weil ihn hoffentlich, hoffentlich niemand fragen wird, wird er sich wieder selbst in Gespräch bringen, wie schon tausende Male zuvor, zuletzt erst im Februar 2007 (nachzulesen zum Beispiel hier bei sportgate oder hier im Forum von soccer-fans.de).

Hoffentlich ist das nur ein Witz von Uli Hoeneß, wenn er meint, die Greenkeeper-Sache sei ausgeräumt. Und selbst wenn die Sache tatsächlich ausgeräumt sein sollte, dann denkt Hoeneß hoffentlich nicht im Traum daran … Nein, daran darf ich gar nicht denken. Falls er doch, dann soll er bitte, bitte z.B. diesen Text aus der FAS lesen. Da sind die Großtaten des Herrn Matthäus der letzten Zeit zwar noch gar nicht drin, aber schlimm genug! Weiterbeten! Alle zusammen!

Das G8-Theater ist zwar mittlerweile vorbei, aber auf den allerschönsten Kommentar von allen zu diesem Thema möchte ich doch noch hinweisen, weil ich ihn gerade erst entdeckt habe.

Bietet der Sport nicht immer wieder die wunderbarsten Erklärungsmodelle für unser aller Leben, möchte ich da glatt ganz schwülstig fragen. In diesem Fall ist es der Schachsport: Matt auf G8

Bisher dachte ich immer, die Menschen, die im Fußball-Stadion so freudig und begeistert die Nationalhymne mitsingen, würden wenigstens den Text davon kennen – wenn sie schon unbedingt die Hymne singen müssen. Die Ähnlichkeit eines Länderspiels mit einer Karaoke-Veranstaltung war mir bisher wirklich nicht so recht klar, aber da läuft ja tatsächlich auf den Videoleinwänden der Text der Hymne mit, passend zur Musik zum Mitsingen.

Ob mich das in meiner Hymnen- und Fahnenskepsis jetzt beruhigen oder mir Angst machen sollte, weiß ich nicht. Einerseits beruhigen: So wichtig scheint das den Menschen gar nicht zu sein, wenn sie keine zwei Minuten Zeit haben, um den Text zu lernen. Warum singen sie die Hymne dann? Wahrscheinlich, weil sie jeder singt. Das ist dann wieder das Beängstigende daran. Wieder einmal: Komische Welt. Fragen über Fragen. In diesem Sinne: Brüh im Lichte dieses Glückes …

Fu%c!K”%$hit$kgrml! Dass Pizarro den Verein wechselt, war eh klar. Aber wieso ausgerechnet zu Chel$ea? Ausgerechnet dieses verdammte Chel$ea holt den besten Bayern-Stürmer! $Fuc$k! Und Bayern kauft im Gegenzug diesen Ohrschrauber, diesen Toni! “§$”M!$t

Zu lesen z.B. hier oder hier.

Es ist vorbei mit der großen WM-Euphorie – zumindest wenn man den Zeitschriftenmarkt für Fußball-Magazine zur Beweisführung heranzieht. Das Magazin RUND gibt es schon seit einigen Wochen nicht mehr (Schade drum!) und über die Zukunft des Gratisblattes Sportzeitung, das von vergangenem November bis April in den Lufthansa-Lounges auslag, ist noch nicht entschieden. Stichwort Anzeigenkunden. Einen Artikel mit dem Titel “Fußball-Magazine sterben schnell” gibt es hier bei der FTD. Gestern erschien die letzte Ausgabe von PLAYER. Damit hat kein im Zuge der WM gegründetes Magazin überlebt.

Der Markt für Fußball-Publikationen scheint also bereits abgedeckt zu sein. Es gibt den kicker, den man schon immer liest, 11 Freunde für Fans, Interessierte und Bolzplatz-Heroen – und wer gerne Bilder anschaut, kauft sich eben die SportBild. Der WM-Effekt war auf dem Zeitschriftenmarkt kurzfristig und marginal. Selbst der kicker konnte wohl seine Verkaufszahlen nicht wesentlich steigern – was gar nicht so sehr wundert, wenn man die teils ganz hervorragende, auf jeden Fall aber äußerst umfangreiche WM-Berichterstattung der großen Tageszeitungen anschaut. Die Berichterstattung von der WM lebte sicherlich von der Tagesaktualität. Was interessiert schon eine Spielanalyse von vorgestern, wenn längst der Ball schon wieder rollt?

Das Magazin PLAYER hat es also auch nicht geschafft. Gegründet als Fußball-Lifestyle-Magazin versuchte man Anfang Januar mangels Verkaufszahlen das Ruder noch einmal herumzureißen, mit einer sensationell hilflos wirkenden Strategie: noch weniger Fußball, mehr Lifestyle. Da heißt es dann in den Mediadaten – ich zitiere ganz, weil man eh nicht mehr aufhören kann vor Staunen, wenn man einmal angefangen hat zu lesen: » Hier geht’s weiter …

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