Haltestelle Sportplatz

„Das ist ein Modell, das wir analysieren nach Stärken und Schwächen. Das ist zumindest theoretisch ein Modell, das ziemlich viel hätte.“

So etwas sagt man nur, wenn das zu analysierende Modell zumindest praktisch so ziemlich überhaupt nichts hat außer ein paar schweren Fehlern, z.B. den, dass Salzburg in Österreich liegt. Oder den, dass man im deutschen Fußball erst einmal aufsteigen muss, um in der ersten Liga spielen zu können.

Dem Herrn Mateschitz, seines Zeichens Besitzer einer Brausefirma, wird es also offensichtlich ein wenig langweilig in der österreichischen Liga mit seinem Club Red Bull Salzburg. Mit riesigem Punkteabstand ist man dort Meister geworden. Was niemanden wundert, schließlich hat sich Herr Mateschitz eine so sündteure und schicke Mannschaft zusammengekauft, dass selbst Trainerkanonen wie Trapattoni und Matthäus die Meisterschaft nicht mehr in den Sand setzen konnten. » Hier geht’s weiter …

Look and see …

Und wieder Meister der Herzen? Nein, diesmal wirklich nicht. Diesmal sind sie absolut selber schuld.

to be continued …

Wenn Bayern wirklich auf die Idee kommen sollte, unseren besten Stürmer gegen egal wen mit Werder zu tauschen, komme leider auch ich auf eine scheußliche Idee, nämlich gleich ganz Bayern München gegen Werder Bremen zu tauschen.

Nachtrag (19. Mai): Anscheinend also doch nicht Bremen. Laut kicker lägen dem Stürmer u.a. Angebote von Valencia und dem FC Chelsea (!) vor. Chelsea hat ja mit Drogba und Schewtschenko nur zwei der besten Stürmer der Welt. Ich sehe es schon kommen: In einem Jahr dann das große Geheule bei Bayern München, weil Luca Toni für 5,5 Millionen Jahresgehalt glaubt, auch ohne Tore lächerlich an seinem Ohr schrauben zu müssen und Podolski zwar ab und an spektakulär zum Vier zu Null trifft, ansonsten aber genauso wenig zu sehen sein wird wie in dieser Saison.

Wer sich auch nur einen Hauch für Fußball interessiert und nicht sowieso schon seit Stunden sein Leben damit bereichert, der sollte sich unbedingt sofort das sensationelle, geniale, wahnwitzige Tor von Lionel Messi in der 29. Minute des spanischen Pokal-Halbfinal-Spiels zum 2:0 zwischen Barcelona und Getafe auf der Website des Meisters anschauen. Wir singen: “Oh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen.” Nicht seit Maradona 1986.

Ich habe schon überlegt, ob ich das Video nicht einfach klaue und gleich hier poste. Sowas Schönes für die eigene Seite findet man in tausend Jahren nicht mehr. Nebenbei: Was sagt da das Recht dazu?

Wir singen weiter: “Und wo bleibt das Drei-zu-Null?” Hier, wieder von Messi, wieder sensationell.

Das gestrige Champions-League-Spiel zwischen dem AC Milan und dem FC Bayern war ein miserables Fußballspiel zweier Mannschaften in der Krise. Vor allem in der zweiten Halbzeit, als Milan schon 1:0 führte, sah man vor allem auf Seiten der Bayern Fehlpässe zuhauf, weite Bälle ins Nichts, Stoppfehler und Unsicherheiten in der Verteidigung. Und Torchancen hatten weder Makaay noch Podolski. Zwischenzeitlich roch es schon schwer nach einer abermaligen Demütigung für den FC Bayern.

Man darf sich beim unfähigen AC Milan bedanken, dass das Spiel doch noch zu dem wurde, was man als Fußballfan so liebt: ein Drama mit Schurken und Helden, Gemeinheiten und Wiedergutmachungen. Erst der überraschende Ausgleich für die Bayern, dann ein unberechtigter Elfmeter für Milan nach einem wunderschönen Lehrbuch-Tackling von Lucio gegen Kaka wenige Minuten vor Schluss. (Als Zuschauer musste man unweigerlich an all die gekauften Strafstöße der letzten Saison in der italienischen Liga denken. Auch der Moderator konnte sich eine Bemerkung dazu nicht verkneifen, so lächerlich und hilflos, beinahe ferngesteuert, wirkte diese Schiedsrichter-Entscheidung.) Als van Buyten dann doch noch den Ball in der 93. Minute aus spitzem Winkel zum Ausgleich ins Mailänder Tor drosch, war das, mal wieder, die Vollendung einer Dramaturgie, die es so nur im Fußball gibt: Ein Tor zum Ausgleich egalisiert sämtliche Ungerechtigkeiten und mischt die Karten neu. Als ob sich das Schicksal nach irgendeinem göttlichen Plan gewendet, als ob sich Zufälle und Millimeter-Entscheidungen zu einem großen Ganzen zusammengefügt hätten. Lächerlich natürlich, aber man weiß ja, es funktioniert jedes Mal wieder. Erst mit einigem Abstand ist so ein Tor einfach nur ein Tor, zufällig, eigentlich belanglos. Und dann fällt einem vielleicht auch wieder ein, dass Milan zuvor ein reguläres Tor aberkannt wurde.

Nebenbei: Wer präsentiert denn eigentlich die Champions-League?

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