Haltestelle Volksschule
Jetzt bin ich baff! Das hätte kein Werbe-Fuzzi vorausgesagt. Ist das Politikverdrossenheit?

(gerade eben auf zeit.de)
Der Text ist aber auch wirklich spannend! Wieso bietet Anand seine Dame so seltsam zum Tausch an? Wieso schlägt er dann – noch seltsamer – mit einem Bauern zurück? Wieso gewinnt er dann das Spiel? Ich werde jetzt Schach-Hooligan. Da gab’s mal eine wunderbare Karikatur in der Titanic. Ich glaube von Rattelschneck. Oléoléolé! Live-Übertragung der Schach-WM im Fernsehen jetzt!
Die WM rast förmlich auf uns zu, was ich anscheinend noch nicht ganz realisiert habe aufgrund von Championsleague- und Triple-Träumen. Sonst hätte ich mich früher gefragt, was eigentlich mit den Panini-Sammelalben los ist. Sind mir bisher noch gar nicht aufgefallen beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens. Wie sollte man sonst die mittlerweile wahrscheinlich 10000 Bilder bis zum Finale voll bekommen? Seit ein paar Tagen gibt es die Bildchen. Nicht dass ich noch Lust hätte, das Zeug zu sammeln. In einen Laden gehen und sich eine ganze Box kaufen zu können anstatt sich über jedes einzelne Tüten zu freuen, ist einfach nicht mehr das dasselbe. Recht hat er, der Mann vom Schweizer fussballMag, der den Mitternachtsverkaufstart der Panini-Bilder in Bern gefilmt hat: Eine ganze Kiste kaufen, ist uncool.
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Irgendwie gehören diese Bildchen einfach zu einer WM. Ich kenne es nicht anders, aber nur aufgrund von Erinnerungen an meine Jugend muss ich dann trotzdem nicht sammeln. Ich schaue mir lieber noch einmal das komplett eingescannte Heft der WM 1990 beim footballspotter an und bin ganz baff wegen des Titelbilds. Wahnsinnsdesign! Mich erinnert das eher an diese seltsam zukunftsgläubigen Technikbücher der 50er und 60er, aber wahrscheinlich rede ich mir da die Jugend schön. Naja. 1990 wurde Deutschland immerhin Weltmeister. Hab ich eigentlich schon einmal gesagt, ich einen WM-Titel für einen Championsleague-Gewinn tauschen würde? Zumindest heute würde ich da sofort unterschreiben.

Heute war der Kampf zwischen den Sonntagszeitungen schon rein optisch schnell entschieden. Mit Blumen im Eis hat einen die FAS nicht wirklich angemacht. Dagegen die WamS: unsere Lieblingsministerin Kristina Schröder im Beauty-Shot! Daneben die sexy Headline: “Wie das Netz unser Leben verändert”. Netz ist diesen Sonntag aber nur Facebook. Und tatsächlich erklärt dann die Familienexpertin Schröder hintendrin in ihrem Eingangsbeitrag auf der Doppelseite im original Facebook-Design, warum sie das Netzwerk so gerne mag, obwohl sie eigentlich ja ein “‘Spätzünder’” ist. Und da fallen so schöne Zitate wie: „Ich schätze dort auch das hohe Niveau, es gibt nur ganz selten Einträge unter der Gürtellinie“, oder: „Ein Politiker sollte Facebook allerdings nur dann nutzen, wenn er wirklich eine Affinität dazu hat. Wenn er andere für sich posten lässt, merkt man das sofort“, oder: „Was mich am Anfang bei Facebook wirklich gestört hat, war der Begriff ‚Freunde‘. Denn das sind ja keine wirklichen Freunde. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt”, oder auch: „Wenn ich keine Politikerin wäre, hätte ich trotzdem großen Spaß an Facebook.“
Die WamS wurde mir übrigens von einem netten Straßenverkäufer gratis angeboten. Und bei dem Aufmacherbild konnte ich diesmal echt nicht nein sagen.


