Gestern war ich im Kino. So fangen alle meine Posts an.
Wieder ein Lobgesang, auf die Zürcher Programmkinos, auf alte Gangsterfilme, auf die Kraft des Films…

Classe tous Risques, 1960, noch ein letztes Mal heut abend im Xenix.
Ein noch vergleichsweise junger Lino Ventura begeistert, die umwerfende Anspannung seines eigentlich schon abgehalfterten Ex-Grossräubers und Vaters Abel Davos vermag die Spannung eines ganzen langen Film zu tragen. Neben ihm Belmondo, der erst nach der Hälfte des Films auftaucht, wie überhaupt so einiges etwas zerrissen wirkt in diesem frühen Claude Sautet. Schon im Trailer zeigt sich die Menge der Figuren, die zwischen Mailand und Paris ihr Leben zu retten suchen, oder doch zumindest ihren arrivierten Standard. Nur nicht Belmondo, der junge, der so direkt und glasklar agiert – hinreissend, sexy, der Einzelkämpfer ohne Egoismus, der Liebhaber ohne Liebe, der stolze, loyale Schläger.

Überraschend brutal für seine Zeit und sein Land, eine Geschichte von Untergang und Rache, in der hart und schnell zugeschlagen und geschossen wird, Rücksichtslosigkeit verstanden als Überlebensstrategie. Lesenswert ein paar Erinnerungen des Regisseurs zur Entwicklung dieses düsteren, wegen der verlorenen Kinder erschütternden Noir mit unmittelbaren Strassenszenen aus einer anderen Welt, Mailand, Ventimiglia, Paris 1960.

Ein über weite Strecken rasanter Film, höchst spannend auch in seinen Beziehungsgeflechten, bis mit Abel Davos’ Kraft am End auch der Film in Trauer absinkt.

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