Ich muss einmal wieder bloggen, doch bei mir passiert augenblicklich ziemlich wenig: Ich bin in den Ferien.
Ich habe das Vespafahren für mich entdeckt und verstehe jetzt, warum Mods versnobt waren – nicht, weil die Rocker so eklig aussahen, kamen die sich so besonders elegant vor, sondern wegen der Schlangenlinien, die man mit einem „Scooter“ fahren kann…
Außerdem glaube ich, das Geheimnis der Mod-Frisur gelöst zu haben – diese seltsamen langen Fransen vor den Ohren, die so ein bisschen nach außen stehen.
Wer kürzere Haare – mit längeren Fransen vor den Ohren – und lange einen Helm auf hat, so einen ohne Kinnschutz, wird bemerken, dass, wenn man den Helm absetzt, die Haare sich vor den Ohren leicht nach außen gedreht haben.
Nicht weltbewegend? Na gut, aber was ist dann damit: Luhmanns letzte Vorlesung, „Theorie der Gesellschaft“, passt nur dann in das Gepäckfach eines Rollers unterm Sitz, wenn man es vorher in den Helm legt. Auch nicht interessant? Bodensee-Seelen – nein, nicht die vom Friedhof, sondern die vom Bäcker – passen haarscharf in das Gepäckfach. Dann passt aber sonst nichts mehr hinein. Kein Luhmann, kein Helm. Aber den hat man ja dann auf dem Kopf. Seele im Gepäck, Helm auf dem Kopf und Luhmann im Herzen – oder zwischen den Knien.
Wobei wir bei Madonna wären. Ich habe das neue Buch heute in der „Friedlein“ Buchhandlung gesehen und mich ein bisschen geärgert, weil da nichts von mir drinsteht. (Ja,ja, klingt eitel, hat mich aber ein Kollege gefragt: Warum hast Du da nichts geschrieben?) Dann habe ich aber darüber nachgedacht – auch über den Untertitel „Bekenntnisse” – und musste bekennen, dass mich M. nie fasziniert hat. Besonders, nachdem ich ihren Film auf der letzten Berlinale gesehen habe und sie auf dem Cover der Spex war. Madonna ist mir einfach zu unintellektuell und zu perfekt. Darüber hätte ich natürlich schreiben können…
Nicht perfekte Menschen sind man in einem Seebad zuhauf. Und das ist gerade schön. Denn das Nicht-Perfekte ist es, um einmal mit Walter Benjamin zu sprechen, das doch etwas ungeheuer Liebenswürdiges ausstrahlt. Die eine tiefe Falte, die einem das Herz erwärmt. Das Luhmann-Herz. Das Herz der Theorie.
Alles vollkommen uninteressant und an den Haaren herbeigezogen? Tja, so ist das halt in den Ferien.

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