Das erzählt uns der Schweizer Tagesanzeiger stolz in seinem Datenblog. Und betont nochmal im Intro:

Die Arbeitslosenquote der Ausländer ist deutlich höher als jene der Schweizer. Und sie variiert je nach Herkunftsland stark. Das zeigt unsere ausgebaute Arbeitslosengrafik.


Das zeigt sie eben nicht. Zumindest nicht mit dem Spitzenreiter Bulgarien/Rumänien (mit dem sie den Artikel im Print auch aufhängten). Wie mit einem Asterisk und einer Bemerkung im Text diskret klargestellt wird, folgt die Grafik absoluten heutigen Arbeitslosenzahlen und setzt sie in Bezug zum Bevölkerungsanteil von 2010 (!). Da dieser Anteil bei Rumänen und Bulgaren sich seit 2010 etwa verdoppelt habe, müsse man diese “Überzeichnung” auf 14% etwas relativieren (also, der Leser soll das leisten, was der Statistiker und dann der Excel-Bediener nicht taten).

Dann tue ich das doch mal. Und komme auf knapp 7 % relative Arbeitslosenquote für Bulgaren und Rumänen, mittig zwischen Spaniern und Franzosen angesiedelt. Schade, dass nun die Grafik nicht mehr diesen spektakulären Ausreisser der unsympathischen Osteuropäer aufweist. Oder, sanft polemisch: kein Wunder, dass hier Masseneinwanderungsinitiativen angenommen werden, bei dieser Begeisterung für die boulevardeske “Überzeichnung” selbst in den trendigen “Datenblogs”, mit denen ja irgendsowas wie Faktentreue suggeriert werden soll.

Zeit, in den Urlaub zu gehen.

Zu diesem Eintrag gibt es noch keinen Kommentar.

  • Musste auch gesagt werden

This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany.