Vor einiger Zeit habe ich die Guardian-Homepage als Startseite in meinem Browser eingestellt, die ja als besonders tolles News-Angebot im Internet gilt. Viel gelesen habe ich dort dann trotz allem Tollseins und den freundlichen Farben trotzdem nicht. Faulheit, weil Englisch, befürchte ich fast. Seit Beginn der EM hat sich das geändert. Der Guardian hat eine fantastische Fußball-Berichterstattung, stelle ich fest, und das, obwohl die Engländer gar nicht mitspielen dürfen. Vielleicht macht es mir genau deshalb so viel Spaß, dort zu lesen. Weil es einfach keine Hofberichterstattung von der eigenen Mannschaft geben muss. Und ausgerechnet die Blog-Sektion, die ja bei den meisten Zeitungsseiten im Netz, ein wenig öde daherkommt, ist hier, zumindest im Bereich Fußball, oft besonders unterhaltsam. Heute zum Beispiel gibt es einen Eintrag mit dem schönen Titel His name is Luca, he has a vague idea how to score über das Spiel Frankreich gegen Italien. Der Autor ist davon angetan, dass Luca Toni zwar zig Male vorbeigeschossen hat, es aber immer und immer wieder versuchte. “There was something genuinely heroic in his persistence. Any player can fluff one chance and then go into hiding, as Mario Gómez did on Monday. It takes real guts to go on and on and on.” heißt es da und man kann Harry Pearson, dem Autor, nur zustimmen und sich an dieser Stelle dafür entschuldigen, überhaupt jemals Luca Toni in Frage gestellt zu haben, wie ich das vor der letzten Saison hier in diesem Blog getan habe. (Pizarro wollte ich damals behalten bei Bayern. Statt Luca Toni! Ich Depp! Da verlinke ich nicht einmal mehr darauf.) Ich musste bei diesem Guardian-Eintrag mehrmals schmunzeln, aber einmal wirklich lachen und zwar bei folgendem Halbsatz:

… the Bayern Munich striker Luca Toni, who looks like the sort of big-hearted lunk who would work a double shift digging in a coprolite pit so his best pal could go off and impregnate his girlfriend.

Hihi! Ach, Fußball-Kolumnen! Wirklich die schönste Form des Journalismus! Würde ich eigentlich immer sagen, diesmal mache ich es eben als EM-Betrachtung.

Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. Arthur
    29 Jun 08
    03:23

    Dann teste doch Herrn Hesse-Lichtenberger vom ESPN-Soccernet an. Der schreibt auch mal gerne über Spiele, die er wegen dringenderer Punkkonzerte nicht besucht hat: http://soccernet.espn.go.com/columns/story?id=552207&sec=euro2008&root=euro2008&cc=5739
    Generell gibt es meist sehr ordentlich Fussballberichte bei denen. Geht da am End die Insulanerattitüde der Amis in Sachen Sport flöten?

  • Musste auch gesagt werden

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