Nun, da die Schweizer Nati eh draussen ist, schreib ich also über den auch zuvor schon verzweifelten Einsatz von Hopp Schwiiz.
Wie einst in unserer Jugend Raider in Twix umbenannt wurde, so heisst der Riegel Mars für die EM-Zeit hier nämlich Hopp, nach dem Schlachtruf der Fans . Aufwendiges Marketing… Und wenn man eine Packung Hopp minis kauft, schenken sie einem die CD-Single mit gleich drei Versionen (deutsch, französisch, Karaoke) ihrer EM-Hymne (hier auf der Hopp-Flash-Seite zu hören) dazu. Dass diese einfach grausam ist, muss nicht extra erwähnt werden, aber das Vorspiegeln von Stadion-Atmosphäre ist in diesem Fall schon besonders dreist und hörenswert!
Interessant ist noch die Geschichte des Liedes, das nämlich 1984 als Protestsong gegen die geplante Winter-Olympiade im Berner Oberland entstand. Davon leider keine freie Version im Netz… Damals wie heute singt Polo Hofer, dem deutschen Leser vielleicht am besten als Schweizer Udo Lindenberg erklärt – einst ein wilder Hund, Pionier des Mundartrocks und Hanflegalisierer, ist er heut eine alter Schlagersack (höre hier) und als Polo National in der gleichen Maskottchen-Liga wie Köbi Kuhn.
Nun hat er kein Problem, von einem Schokoriegel-Fabrikanten 350.000 Singles in Supermärkten verscherbeln zu lassen. Hier plaudert er im Sonntag über “ein Song ist nur ein Song” – insgesamt aber nicht uninteressant!

Abgesehen vom Singen: den Herrn lernte ich vor Jahren in einem Klopfenstein-Film kennen, Die Vogelpredigt, etwas abstrus, aber auch sehr lustig. Könnte man beinahe empfehlen, lief schliesslich auch auf der Berlinale.
Ach ja, noch letzte Nacht hörte ich das Hopp Schwiiz vor meinem Fenster verzweifelt in den Regen gerufen, untermalt von Kuhglocken…

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