Dass die Netzeitung offenbar keine Bücher mehr rezensiert, hatte ich zunächst auf das klammheimliche Verenden ihres Netz-Feuilletons “Voice of Germany” geschoben. Nun, da ich zufällig auf eine (alte? – denn weder auf der Hauptseite noch im Kulturteil gibt es noch einen Verweis darauf) Netzeitungs-Bücher-Seite stieß, musste ich allerdings noch Bittereres feststellen: Meine Melancholie war eine Täuschung, denn die Netzeitung scheint ohnehin noch nie Bücher rezensiert zu haben – zumindest ist ein guter Teil der “Besprechungen” einfach – wozu die journalistischen Umstände? – von Amazon übernommen (oder vice versa, was auch nix am faulen Nachgeschmack ändert), was wohl das dezente “(Verlag)” am Ende des “Netzeitungs”-Artikel andeuten soll. Dieser Hinweis ist jedoch zum Glück so unauffällig, dass man den Link “Bei Amazon.de bestellen” keinesfalls übersehen kann. Hier etwa die “Besprechung” von Helge Schneiders “Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas” bei der Netzeitung – und hier dasselbe als “Produktbeschreibung” bei Amazon; oder: “Kritik” von Peter Handkes “Kali” bei der Netzeitung – und das Produkt in denselben Worten bei Amazon. Die guten, alten Zeiten waren also gar nie welche…

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