Ein kleiner Post, gewärmt von südspanischer Wintersonne, in unerwarteter Ergänzung zu Nadjas Poplinkerei.
Endlich mal Mix, Cuts & Scratches (1997) von Westbam und Rainald Goetz gelesen, nachdem ich schon lang und immer wieder gern an entsprechende Menschen Goetz’ Rave (oder hier) verschenke.
Und in Mix, Cuts & Scratches also schreibt Goetz die Worte von Westbam, dessen Gedanken über Techno, Jugendkultur und Underground. Letzteren sieht er als per se Nebenschauplatz der Charts, nicht als deren Widerpart. Die jeweilige “Revolution” sei stets darauf angelegt, als Massenphänomen zu reüssieren. Mhm.

Aber interessant:
“House und techno nicht nur die ganze Nacht, sondern auch den ganzen Tag, die ganze Woche und überall.
Von den kleinsten Clubs zu den grössten Veranstaltungen, von den indie labels bis zu den majors, in den Metropolen genau wie in der Provinz, im Frontpage wie in der Bild Zeitung, im Supermarkt und im Morgenmagazin. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem wir uns fragen müssen: Haben wir das gewollt?
Die Antwort lautet: Ja.
Weil für uns die Anfänge im underground auch immer der Aufbruch in eine revolutionierte Popuärkultur war, der Start in die ravende Gesellschaft.”

Hossa!

Zu viel Ärgerliches an Westbams Freude über den massiven Erfolg der selber mitgeprägten Bewegung, zu viele bildungsbürgerliche Basteleien in diesem Buch, und leider wieder mal schlecht gesetzt und lausig korrigiert worden bei Merve. Aber die Übertragung von Gesagtem in Geschriebenes gelingt Goetz dafür prächtig.

Kennt Ihr eigentlich Westbams Musik?
Hossa…

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