Dieses Zürich – erschlägt einen mal wieder mit bewährtem Sturzregen und Wildbächen auf dem Trottoir, während evil Technik meine Abschlussarbeit hindert.

Solche Gründe bräuchte es aber gar nicht, wieder und wieder ins Kino zu laufen, denn das Angebot ist einfach beglückend: im Xenix allerlei Western (mit diesem Genre kann man ja meiner Meinung nach am besten das Kino an sich betrachten); Forty Guns hab ich leider verpasst, dafür gestern The Professionals im fast leeren Saal genossen. Ein ganz ein klassischer, mit mässig überzeugenden Wendungen, glutäugigen Mexikanern und einer wie immer nicht mehr als sinnlichen Claudia Cardinale (hat die irgendwann mal wirklich eine Rolle gespielt?!), aber so einem schönen Leiden und Schwitzen in der Salzwüste, dazu schüchternem Diskutieren der Revolution als Liebesaffäre – das Leben als Sinnsuche im Kampf.

Und dann haben wir noch das Filmpodium mit einer (im Moment natürlich nicht rasend originellen) Nicholson-Retrospektive. Endlich konnte ich mal Rafelsons
Five Easy Pieces sehen, sooo schön!! Unglaublich plattes (aber schon lustiges) Frauenbild, doch dermassen toll Nicholsons Figur des Bob… wie stark muss dieser Auftritt gewirkt haben zu einer Zeit, als man noch nicht wusste, was kam, wenn man Nicholson sah! Ganz ruhig entsteht der Film, ohne dass man wüsste, wo es hingehen könnte, spielt kurz Road Movie, dann Kammerspiel, am Ende geht es endlich in die notwendige Einsamkeit, ohne Jacke ins gelobte Alaska.

Film kann so glücklich machen.

Zu diesem Eintrag gibt es 3 Kommentare.

  1. Axel
    15 Apr 08
    18:30

    Damit das mit der Meinungsäußerung hier weiter geht, sage ich auch was dazu. Ich kenne keinen der Filme bin aber der gleichen Meinung des letzten Satzes. Ich weiß genau, was Du meinst.
    Und, Danke für die Tipps.

  2. karl
    17 Apr 08
    10:34

    Jetzt frage ich doch: Was heißt denn dieses “dammi”? Sagen das die Schweizer so in ihrer komischen Sprache? Nur wozu sagt man sowas wohl?

  3. max
    17 Apr 08
    17:09

    kurz für: “verdammt”.
    in meinem kopf bzw ohr hab ich dabei immer roeland wiesnekker als hypernervösen, tablettensüchtigen cop strähl im gleichnamigen film von 2004. der film ist nicht grossartig, hat aber feines zürcher lokalkolorit von der sündigen langstrasse. deutschen tv-schauern ist wiesnekker vielleicht bekannt aus dr. psycho.

  • Musste auch gesagt werden

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