Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber: Früher – also: vor den Relaunches – war der erste oder letzte Internetakt des Tages, bei taz.de, bei tagesspiegel.de, bei sueddeutsche.de und nzz.ch (seit ein paar Tagen ebenfalls relauncht) vorbeizuschauen und die aktuelle Ausgabe zu lesen. Mache ich jetzt nicht mehr. Ich finde die ganzen Neudesigns optisch voll in Ordnung, da gibt es wenig einzuwenden. Ich fand das also eigentlich ganz schön, nur merke ich eben langsam, dass ich mich da kaum mehr aufhalte. Weil mir das viel zu unübersichtlich, zu kleinklein, zu 2.0 ist. Nur mit einem gewissen Aufwand und vielen Klicks, kann ich erkennen, welcher Artikel neu ist, von der umständlichen Erreichbarkeit des Ressorts „Medien“ (bei der taz jetzt unter „Leben“ zu finden, beim Tagesspiegel unter „Magazin“) ganz zu schweigen. Vielleicht gehöre ich auch zu einer aussterbenden Gattung, aber: Ich brauche keine Foto- oder DVD-Editionen, keinen „Großen Klinikvergleich“, keine Bildergalerien, keine Foren und Redaktionsblogs – ich will eine Zeitung! Auch online. Gerade die Leserkommentare interessieren mich ehrlich gesagt nicht im Geringsten, höchstens lese ich die, wenn es um politisch schwierige Themen geht und ich mich am wiederholten Auftritt der Rechtsideologen erfreuen will, die es einfach nicht lassen können, die deutschen Medien der Lügen und Meinungsunterdrückerei zu bezichtigen. Aber ansonsten? Nein, mich haben diese Zeitungen als Onlineleser tatsächlich verloren. Also back to print…

Zu diesem Eintrag gibt es 2 Kommentare.

  1. karl
    10 Jul 07
    18:01

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/92489

    Zitat: “Die Frage nach der Zukunft der Tageszeitungen löst bei den Journalisten nicht gerade lähmende Angst aus: 46 Prozent sind davon überzeugt, dass es auch in zehn Jahren Tageszeitungen in der heutigen Form gibt, 21 Prozent glauben gar an eine Renaissance der gedruckten Zeitung.” :)

  2. katrin
    12 Jul 07
    10:33

    ich gehöre natürlich zu den 21%! – allerdings ist mir schon klar, dass die leserschaft dann deutlich geringer sein dürfte. ich find´s einfach schlimm, jetzt auch bei der nzz: “mehr inhalt” versprechen die da – aber das feuilleton ist eben nicht mehr vollständig online wie früher, sondern nur in bruchstücken. doofe neue welt…

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