es ist nicht einfach zu entscheiden, ob man die zahlreichen offensichtlich menschenrechtswidrigen sites, auf die man täglich im internet stößt, einfach ignoriert. oder ob man doch besser mit dem finger auf deren produzenten zeigt – was ihnen eventuell mehr öffentlichkeit beschert, als ihnen zukommen sollte. zum glück hatte ich jemanden, den ich um rat fragen konnte, nämlich andrea livnat, die das tel aviver büro des online-magazins hagalil leitet und im herbst 2003 mit ihrem artikel “gerechtigkeit für deutschland” die hohmann-affäre ins rollen brachte. sie riet mir zu, “weil ja auch unbedarfte Leute so etwas lesen, und wenn es ihnen dann (hoffentlich) dämmert, dass da was komisch ist, dann suchen sie vielleicht nach Infos über diese Seite”. dass ich daran gar nicht gedacht habe, beschämt mich ein wenig – vermutlich wird sogar noch viel zu wenig darüber geredet und diesen abusers also ein menge unbesetzten raums gegenüber gestellt, der eigentlich zu füllen wäre mit informationen über sie und ihre anliegen (vor allem, da der idgr leider nicht mehr existiert, wobei sich redok wenigstens um eine art nachfolge bemüht). auf dass bei google bald kein widriger content mehr ganz oben in der liste zu finden ist, wird hier also ab sofort in loser aber steter folge ein platzverweis erteilt. und der erste geht gleich an das so genannte “münchener tagebuch“.
„wer nicht deutsch spricht, wird nicht eingeschult!“, fand ich in einem der artikel im münchener tagebuch, schreibt monika auf ihrer seite „webdesign-in“. dieses statement hat monika jedoch nicht stutzig gemacht, sondern offenbar für interessant befunden und den macher dieses blogs also zum interview gebeten. carsten schreibt selten die leichte kost für nebenbei. seine beiträge erfordern lesen und denken … das münchener tagebuch greift tagesaktuelles auf und carsten schreibt seine manchmal hoch philosphischen gedanken drumherum. wer lesen mag und nicht nur ‘überfliegen’ ist bei carsten richtig, lobt sie desweiteren. was es bei sätzen wie die verdrängung der deutschen in den städten ist im vollen gange oder behauptungen über die bedrohungslage durch zugewanderte gewalttäter, die selbst nach einschlägigen straftaten immer noch geduldet werden und angeblichen tatsachen wie es gibt inzwischen immer mehr deutsche, die die straßenseite wechseln um pöbeleien und belästigungen von zuwanderern aus dem weg zu gehen. jugendliche ausländer, in allen polizeistatistiken als gewalttäter überproportional vertreten, dominieren bestimmte straßen und plätzen (sic) der stadt (alles zitate aus dem münchener tagebuch) noch nachzudenken gibt, ist mir jedoch völlig schleierhaft. das kann man eben nur richtig verstehen.
dass carsten, der mit vollem namen carsten beck heißt, im münchener tagebuch auch auf seiten wie auslaenderkriminalitaet.info (die ohnehin bald einen platzverweis bekommen) und die junge freiheit verweist, verwundert da kaum mehr. doch beck betreibt nicht nur das münchner tagebuch, sondern ist zudem mitglied des so genannten kulturpolitischen arbeitskreises münchen, die so hübsche vorträge organisieren wie denjenigen von gert sudholt mit dem titel ungesühnt! – anglo-amerikanische kriegsverbrechen an der deutschen wehrmacht oder den von hans meiser namens verratene verräter – die schuld des widerstands an ausbruch und ausgang des krieges. bis vor kurzem war er zudem vorsitzender der so genannten bürgerinitiative pro münchen e.v., die 2008 bei der münchner kommunalwahl antreten will und sich förderung für regionale betriebe anstatt für transnationale konzerne, vorrang für einheimische anstatt für fremde, wiederherstellung münchner identität anstatt fortschreitende überfremdung, recht und ordnung anstatt kriminalität und werteverfall auf die fahnen geschrieben hat. so braucht es hier auch gar keine links, die becks rechte und rassistische gesinnung untermauern würden – denn die offenbart er selbst bereits zur genüge. demnach: platzverweis!

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Zu diesem Eintrag gibt es 3 Kommentare.

  1. mertens
    17 Mai 07
    13:26

    die hohmann rede war nicht antisemitisch, das hat inzwischen ein deutsches gericht festgestellt!

  2. katrin
    17 Mai 07
    13:43

    abgesehen davon, dass die unüberhörbar antisemitische rede von martin hohmann hier weder zur debatte stand noch steht: hinterlasse doch einfach einen link, wo man dieses urteil finden kann, dann wäre auch den lesern und nicht nur deiner meinungsfreude gedient.

  3. Name
    17 Mai 07
    16:24

    dieser kommentar wurde entfernt, weil ohne er ohne namen & gültige email-adresse hinterlassen wurde. aber besten dank an den unbekannten für die informativen links zur hohmann-sache (die ich deshalb auch hier belasse)!
    http://www.netzeitung.de/deutschland/260914.html
    http://www.hagalil.com/aktuell/archiv/hohmann.htm
    http://www.exil-club.de/dyn/9.asp?Aid=41&Avalidate=464290797&cache=58999&url=59764%2Easp
    http://www1.uni-hamburg.de/technik-kultur/download/Schoenberger_Hohmann_Internet.pdf

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