Nach einer Briefpost vor einem Jahr bekam ich vor ein paar Tagen nun die unten wiedergegebene Mail wegen eines Serientäters in meiner früheren Stadt.

“Sehr geehrter Herr XX,
Im Rahmen eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens wegen des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd (…).
In diesem Zusammenhang werden alle männlichen Personen aus den Geburtsjahren 1956-1976, die in einem festgelegten Bereich im Norden von Halle(Saale) wohnhaft sind oder waren (…), auf freiwilliger Basis gebeten, sich einem DNA-Test zu unterziehen.
Da sie als Anwohner der XX Str. unter die vorgenannten Kriterien fallen, bitten wir auch Sie zur Abgabe einer Speichelprobe. Zu dieser wurden Sie bereits auf die hiesige Dienststelle vorgeladen und haben angegeben, dass Sie sich in der Schweiz aufhalten.
Ihre Mailadresse wurde durch mich über das Internet ermittelt.
Da sich Ihr derzeitiger Aufenthaltsort in der Schweiz befindet ist eine Abgabe der Speichelprobe auf unbürokratischem Wege nicht möglich. Sollten Sie beabsichtigen, sich in Kürze in Deutschland aufzuhalten, bitten wir Sie sich umgehend mit uns in Verbindung zu setzen, um die Abgabe der Speichelprobe zu ermöglichen.
Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Sie sicher nachweisen können, sich an einem der Tattage nicht in Deutschland oder in der Umgebung von Halle aufgehalten zu haben. Hierbei handelt es sich um folgende Tage (…). Als Nachweis kämen unter Umständen in Frage: ein Arbeitsnachweis (…) mit Bestätigung eines eventuellen Arbeitgebers (Name und Erreichbarkeit dieses Arbeitgebers mit angeben), eine Kartenzahlung im Ausland, die mit Ihrer Unterschrift bestätigt wurde, ggf. auch ein Flugnachweis für genau einen dieser Tage, Nachweis Arztbesuch oder ähnliches (mit Angabe von Zeugen) etc.
Die Unterlagen können Sie uns unter (…) zukommen lassen.
(…) Wir bedanken uns vorab für Ihre Mitarbeit und Unterstützung bei der Aufklärung des Ermittlungsverfahrens.
Mit freundlichen Grüßen XX”

Schön, dass unsere Polizei auch das Internet zum Ermitteln verwendet, bei Google führt mein Name schliesslich auch gleich zu meiner Homepage.
Interessant nur, wie das alles formuliert ist. Zwar kommt das Wort freiwillig durchaus vor, aber der ganze Ton will mir klarmachen, dass es an mir sei, meine Unschuld zu beweisen…

Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. karl
    27 Jul 08
    16:41

    Musste dir keine Sorgen machen, Max. Die löschen ganz, ganz sicher, hehe. In Zeiten der Rechtsstaatlichkeit ist da immer alles sauber geregelt, wie uns zum Beispiel Großbritannien mal wieder beweist. http://tinyurl.com/58kftt
    Freiwilligkeit ist wirklich lustig, wenn man bereits “vorgeladen” wird.

  • Musste auch gesagt werden

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