Vorgestern in John Rambo gewesen.
Am Eingang nur so lärmige Jungsgruppen mit Popcorn und Bier, da bekam ich schon Angst um meinen Filmgenuss, trotz phänomenaler Beinfreiheit im Metropol.
Zum Glück wurde dann dermassen laut und viel geschossen, dass sich die Sorge erübrigte.
Oder die relative Ruhe im Saal lag am Filmbeginn: furchtbare Bilder, Original Footage aus Burma. Die natürlich alles rechtfertigen, was dann später so veranstaltet wird; die gleiche Genozid- Argumentation wie schon immer. Aber das macht man ja wohl so heut, und die schmutzigen Hinrichtungsbilder später sind spätestens seit dem BMW-Spot von Iñarritú im Mainstream angekommen.
Stallone erscheint mir mit John Rambo wie Madonna: nix wirklich Neues, lediglich eine schlaue Mischung aus erprobten Mustern und aktuellen Strömungen – mit einer wirklich fetten Produktion dann aber doch eine Art state of the art. Erschütternde Brutalität mit der ehrlichen Küchenphilosophie des braven Kämpfers wider Willen – when you’re pushed, killing’s as easy as breathing.
Empfehlen will ich den Film nicht, zu widerlich war mir die Identifikation der Kamera mit dem Sadismus der burmesischen Schergen.
Aber eigentlich muss man ihn schon anschauen: die Figur des Rambo ist einfach grossartig, und nur Stallone kann sie spielen. Das versteinerte Gesicht, der Hundeblick, die Einsamkeit und die menschenverachtende Konsequenz.
Ein Kreis muss sich schliessen, heisst es in seinen Alpträumen von früher – in diesem Film kommt es tatsächlich dazu. Am Ende scheint Rambo seinen Frieden gefunden zu haben, und auch der Zuschauer ist versöhnt mit dem in Würde Gealterten.

Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. karl
    28 Feb 08
    07:31

    Und ich hab mir kürzlich, weil alles ausverkauft war, 27 Dresses statt John Rambo angeschaut und den muss man sich eigentlich wirklich nicht anschauen.

  • Musste auch gesagt werden

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