1. die dienstleister sind die einzigen, die über die soziale degeneration der deutschen wirklich bescheid wissen. schon seit januar 2006 erzählt eine davon – ich hab´s heute (erst! und zugegeben: nach einem tag im baader, wo ähnlich entfremdete menschen herumlaufen) von vorne bis hinten durchgelesen. hat gut getan und bestens unterhalten: buchhändleralltag und kundenwahnsinn.
2. in seinem jüngsten roman “du liebst mich, du liebst mich nicht” erzählt der autor jonatham lethem wie immer eine irrwitzige geschichte (diesmal mit einer nörgel-hotline und einem depressiven känguruh), im zentrum der geschichte steht aber die tatsächlich ja recht brisante frage ums urheberrecht in digitalen zeiten. und lethem meint die sache ziemlich ernst, er nennt das “the promiscuous materials project”: auf seiner website findet sich eine auswahl seiner geschichten und songtexte, mit dem hinweis “Feel free to adapt or revise them in any way, in full or in part.” (und auch schön: unter den faqs findet man die faq “Did anyone really ask these ‘frequently asked questions’, or did you just make them up yourself?”)
doch worauf ich eigentlich hinauswollte: in der zeitschrift literaturen und frei online gibt es lethems text “autoren aller länder, plagiiert euch!” zu lesen. und auf youtube ein gespräch darüber zu sehen und zu hören.
3. bei art-in (ein kunstportal, das mir völlig neu ist) kann man sich ein paar videos über die documenta XXII ansehen (einmal überblick, dann fokus auf einzelne kunstwerke und zum aue-pavillon) – der off-text mag etwas dröge oder pädagogisch erscheinen, informativ ist er aber durchaus. und ich find´s schön, wenigstens ein bisschen was zu sehen, wenn man selbst wohl nicht hinfahren wird.

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