Heute mit Erstaunen und Amüsement die Feierabend-NZZ gelesen. Zum einen geht es um nationale Verkehrscharakteristika in Asien, zum anderen um die Umbenennung von Fussgängerstreifen in Zebrastreifen im genderbewussten Bern. Jeweils in einem Kommentar, und passenderweise auf demselben Druckbogen, Seite zwei und Seite 15. Links bemerkt Martin Koelling aus Tokio, der Japaner an sich bremse nicht an Zebrastreifen. Rechts bemerkt Urs Schoettli aus Peking, der Japaner an sich bremse selbstverständlich an Zebrastreifen. Bei beiden ist es eine gänzlich periphere Anmerkung, aber sie zeigt uns die grosse Meinungsvielfalt der alten Dame aus der Falkenstrasse.
NZZ über japanische Zebrastreifen
NZZ über japanische Zebrastreifen, zwei.
Und überhaupt, wer versteht schon den Japaner?

Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. 42317
    23 Jun 10
    16:01

    Nach meiner Japanerfahrung stimmt der Kommentar von Herrn Koelling. Ich vermute daher, dass Herr Schoettli, der sich zumindest augenblicklich nicht in Japan aufhält, sich von einem internalisierten (oder auch romantisch verklärten) Klischee hat leiten lassen, als er Japanern Respekt vor Zebrastreifen attestierte.
    Die Handvoll Fahrer, mit denen ich unterwegs war (alle in einem bereits “gesetzten” Alter), befand es nicht einmal für notwendig, den Sicherheitsgurt anzulegen. Ich habe den Eindruck, dass Japaner zwar die Technik, aber aber weder die notwendige Sicherheit noch die Ethik des Autofahrens lernen.

  • Musste auch gesagt werden

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