… hat mir gefallen, eigentlich sogar sehr gut. „My Blueberry Nights“ schafft es überraschend problemlos, Wong Kar-Wais Sicht auf Sehnsucht, Einsamkeit, Reise, Essen, Zweisamkeit, Leben vs. Tod, Dreisamkeit, Gewalt und Zärtlichkeit auch im amerikanischen Kulturrahmen billant abzubilden. Klar, etwas Neues bietet der Film nicht. Nahezu jedes Detail gibt’s auch schon mal in einem anderen Film. Sowohl von den Bildern als auch der Geschichte. Sogar das musikalische Hauptthema von „In The Mood for Love“ hat er in einer anderen Version eingesetzt. Nicht wirklich einfallsreich. Aber die Zeitlupen und Zeitraffer, das Filmen durch Scheiben, an Menschen und Wänden vorbei, die gestörten und unscharfen Bilder – das macht seine immer ähnlichen Liebesgeschichten doch wieder einzigartig. Früher hatte das Ganze mehr Ecken und Kanten. Jetzt sind das Wong Kar-Wai-Pathos und die Wong Kar-Wai-Patina ziemlich dominierend. Aber Herr Law, Frau Weisz, Frau Portman und gerade auch Frau Jones machen ihre Sache in den Dinern, in den coolen Schlitten, auf dem Highway und beim Pokerspielen sehr gut. Dazu schmachtet Frau Cat Power. Was will man mehr.

Natürlich lass‘ ich nichts über „Happy Together“ kommen. Da hat Herr Wong Kar-Wai so etwas wie das Postkarten-Motiv noch ganz charmant beiläufig als eine von vielen Ideen inszeniert, und das Roadmovie sitzt emotional auch eine Schicht tiefer. Immer ungeklärter wird aber die Frage, ob Wong Kar-Wai einst Christopher Doyle das Filmen beigebracht hat – oder umgekehrt. Weil jetzt steht Darius Khondji hinter der Kamera. Und der David Fincher-Kameramann kriegt es genauso hin.

Einen tollen Artikel zu Wong Kar-Wai gab’s vor längerer Zeit schon mal bei www.sensesofcinema.com. Und hier noch ein wie ich finde schönes Medley des Fans genesis:

[youtube fhhZbf5QCco]

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