Ein wenig Werbung, ein wenig Eigenwerbung und ein wenig über Werbung:

Auf dem Münchner Filmfest sollte man sich natürlich möglichst viel von der Achternbusch-Retrospektive anschauen, weil diese Sachen auch heute noch tausendmal spannender sind als der gängige Einheitsbrei, den man ach so häufig im Kino serviert bekommt.

Davor könnte man allerdings noch ein Interview lesen, das ich mit Herrn Achternbusch zu diesem Anlass führen durfte. Was für eine Ehre! Es ist heute im Tagesspiegel erschienen. Man kann es hier online lesen.

Es ist ein wenig kürzer und geraffter, als ich es abgeliefert habe, was wohl (nur eine Vermutung) an einer riesigen, beerdigungsschwarzen Werbung für ein Max Raabe-Konzert (ich würde da ja nicht hingehen) liegen dürfte, die ein Viertel der gesamten Druckseite ausmacht.

Unter anderem ist zum Beispiel jene Frage weggefallen, deren Antwort ich sehr gerne mochte. Deshalb sei sie hier noch einmal aufgeführt. Wozu hat man denn ein Blog? Intertextualität und Hypertext, Baby!

Sie haben in ihren Büchern öfter die Western von John Ford erwähnt. Was war so großartig an John Ford?
H. Achternbusch: Er hat sich gegen Hollywood durchgesetzt. Üblich war ja, dass man das belichtete Material an die Produktion zum Schnitt abgeben musste. John Ford hat gleich so gedreht, dass man nur so schneiden konnte, wie er wollte. Der Western ist vielleicht sowieso das beste Genre. Man sitzt in Ruhe da und schaut sich die Landschaft an. Die Probleme werden meist mit Gewalt gelöst. Es wird nicht lange gequatscht und wenn gesprochen wird, fällt immer das richtige Wort. „Jetzt schau nicht so blöd, sonst fängst du eine!“ Und schon hat man eine drin! Sagen wir mal so: Der Western ist dem Bayerischen einfach sehr nahe.

Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. nadja
    23 Jun 08
    13:48

    “Der Western ist dem Bayerischen einfach sehr nahe”: Gut, dass Du uns das nicht vorenthalten hast!
    Überhaupt ist die ganze Ansage phänomenal. Und nicht unrichtig, meiner Meinung nach. Mein Lieblingssatz. “Die Probleme werden meist mit Gewalt gelöst. Es wird nicht lange gequatscht und wenn gesprochen wird, fällt immer das richtige Wort.” Hahaha. Der Western als Anti-Feuilleton.

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