sojourner.jpgSo macht auch CDs kaufen noch Spaß. Secretly Canadian hat von Magnolia Electric Co die wunderbare Box „Sojourner“ herausgebracht. Eine Zigarrenschachtel mit vier CDs, einer DVD, ein Sternzeichenposter, fünf Karteikarten zu jeder CD und einem Medaillon im Samttäschchen. Zu hören gibt es die kompletten vier Sessions, die Jason Molina mit seiner damals neuen Band eingespielt hatte, nachdem das schöne erste Album „What comes after the Blues“ (2005) veröffentlicht war. Daraus entstand dann vor allem das 2006-Album „Fading Trails“. Aber Molina hat in den Variationen seines Verzweiflungs-Universums einfach so viel mitreißende Ideen, dass auch die Songs, die es nicht auf die Platte geschafft haben, kaum hinter Country-Blues-Hymnen wie „Lonesome Valley“ zurück bleiben. Eigentlich gar nicht. Gerade diese „Nashville Moon“-Session hält mit dem lässigen „Don’t this look like the dark“ oder dem schleichende Opus „Texas 71“ viel lohnenswertes Neues bereit. Hier aufgenommen von Steve Albini, also mit ungeheuer vollem Sound. Aber auch die „Black Ram“- oder die „Sun Session“ begeistern mich. Molina allein mit seiner Gitarre bei „Sohola“ natürlich sowieso. Dazu gibt’s dann noch die zwanzigminütige Impression eines Bandfilms: „The Road becomes what you leave“ von Todd Chandler. Die kauzigen Magnolianer auf der Reise im Kleinbus durch Kanada. Nur einmal echte Livemusik. Ansonsten schöne Eindrücke von der Zeit vor, während und nach den Auftritten. Ein kleines, feines Roadmovie – nicht mehr und nicht weniger. Die Band beim Proben, Molina in der Spielhalle beim Taubenschießen, die Jungs machen sich beim Karaoke zum Hampelmann. Dazwischen immer wieder: das weite Land. Die Box scheint nicht allzu limitiert, gibt’s sogar bei amazon. Also keine Vertriebsrevolution, sondern einfach nur eine tolle Idee.

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