Manchmal entdecke ich Sachen im Netz, die so großartig sind, dass ich überrascht und irgendwie sogar enttäuscht bin, dass ich sie bisher nicht kannte. Sowas muss sich doch zumindest unter Interessierten herumsprechen! Gestern bin ich zufällig auf einen Link auf das UbuWeb gestoßen, surfe heute dort ein bisschen herum und bin schlicht und einfach erschlagen von dem Zeug, das es da zu sehen und hören gibt. Das UbuWeb ist ein riesiges Archiv für Avantgarde-Kunst, das sich selbst “the definitive source for Visual, Concrete + Sound Poetry” nennt und damit nicht übertreibt. Vor allem die Filmsektion hat es mir angetan: Dort gibt es zum Beispiel den einzigen Film von Jean Genet, Un Chant d’Amour, zu sehen oder alle Filme von Guy Debord. Ach, ich habe gerade Lust, einfach ein paar Namen aufzuzählen: Luis Bunuel, die Wiener Aktionisten, die Dziga Vertov Group und Jean-Luc Godard/Anne-Marie Miéville, Bruce Nauman, Harun Farocki und und und. Muss man selber vorbeischauen. Wem das nicht reicht, der kann sich mit dem Ubu-Webradio rund um die Uhr Avantgarde in die Ohren tun. Gerade lief ein Interview mit Hermann Nitsch.

Entdeckt habe ich den Link übrigens auf dem Blog des Videomagazins OH!. Auch dort kann man eine halbe Ewigkeit verbringen. Wo soll man nur all die Zeit hernehmen? Wer genug von der Avantagarde hat, der kann sich dort zum Beispiel “Der Fuehrer’s Face” anschauen, jenen Anti-Nazi-Propaganda-Film der Disney Studios von 1942, in dem Donald Duck das traurige Leben als Nazi am eigenen Leib erfahren muss.

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