Da zwingt mich jetzt ein nervöser Mann doch noch zu einem Artikel.

Vor zehn Jahren, oder elf, sah ich im Berliner Central Oskar Roehlers Silvester Countdown, vor einer Weile wiederholte sich dieses Schauspiel dann auf DVD. Damals war ich ja emotional ziemlich mitgenommen gewesen nach dem Ende, dieses Mal war ich aber trotzdem noch ganz beeindruckt.
Nicht dass ich den jetzt rundheraus empfehlen wollte. Aber. Toll. Toll, wie der Herr Roehler und sein Hauptdarsteller RP Kahl hier was Eigenes machen wollten. Wie da ein Pärchen sich hysterisch liebt und begeistert fertigmacht. Konsequente Überreizung. Im Bonusmaterial erzählt ein knuffiger Roehler von der Finanzierung und Wong Kar-Wai, herzig! Hey, Ende der Neunziger…

Ich musste ja nach Berlin fahren, um Berlin Calling zu sehen (für die Schweiz ist kein Filmstart absehbar, und die DVD frühestens in einem Jahr). Das tat ich dann im Central, und wie bereits 1998 zuckt im Kino auch heute wieder dieser Unsympath durchs Bild und verteilt Hektik: RP Kahl macht das unheimlich gut, ein stressiges Vorwärts, bebende Borniertheit, Dealer Erbse, super.

Ganz im Gegensatz dazu erscheint seine platte Zartheit im Teaser einer aktuellen Tanz/Video-Arbeit oder seine Mädelsbetrachtung Mädchen am Sonntag, nochmal ganz anders dann sein Engagement für das Trashkino mit dem Verleih beängstigender Perlen wie A Gun for Jennifer.

Mehr wollt ich eigentlich auch gar nicht sagen.
Zu Berlin Calling? Ambitionierter Fernsehfilm mit Corinna Harfouch. 1-2-3-Drehbuch. Wo die Bilder mal nicht Musikvideo sein wollen, wirds durchaus schön.
Aber Mann, die Musik!

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Zu diesem Eintrag gibt es 1 Kommentar.

  1. Tom Gerlach
    05 Nov 12
    14:05

    Ein kleiner Update zu neuen Arbeiten von Rp Kahl:
    Die Uraufführung von RP Kahls neuestem Video REHEARSALS fand bei den
    Hofer Filmtagen am 25. Oktober 2012 als Mitternachts-Screening statt.
    Sie bildete den Abschluss eines KOMPENDIUMs von Arbeiten Kahls in den
    Jahren 2006 bis 2012, die sich mit den Themen Begehren, Körperlichkeit
    und Sexualität beschäftigten und die Filme (Bedways, Miriam),
    Videokunstarbeiten (Nude. Women), Fotografien (Giddyheft-Shootings) und
    Performances (Rehearsals, Zürich) dieses Arbeitszeitraumes
    zusammenfasst.

    […und ab hier folgte dann wirklich schamlose Werbung für alles und jedes zu RP Kahl, inklusive DVD-Angebot. Dafür ist die Kommentarfunktion nun wirklich nicht da, Herr Verleiher Gerlach.]

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