Sicherlich ist es eine Kunst, gute Drogen von schlechten unterscheiden zu können. Die Relevanz dieser Fähigkeit für die Praxis wagt sicherlich niemand in Frage zu stellen. Folgerichtig dokumentiert die netzeitung in ihrem Feuilleton Ausschnitte aus einem Buch von Ingo Niermann und Adriano Sack über Drogen. In diesem Artikel erfährt man dann, wie man gutes Kokain von schlechtem unterscheidet und einiges über den “würzig-süßen Geruch” von Haschisch. Süß ist dann auch die Rückversicherung der netzeitung – für den Fall, dass sich ein Leser tatsächlich ein Stück Haschisch in den Hintern stecken sollte (eine Methode des Konsums, die sicherlich auch nicht unerwähnt bleiben sollte – so dachte man sich wohl – ebensowenig wie jene, sich einen LSD-Trip unters Augenlid zu schieben). Aber weiter im Text:

Aber vergessen Sie nicht: Illegale Drogen werden nicht dadurch legal, dass man möglichst viel über sie weiß. Und gesünder werden sie dadurch auch nicht. Wer fit bleiben und alt werden möchte, kauft im Biomarkt, treibt Sport und denkt über Bewusstseinserweiterung erst lieber gar nicht nach.

Muss er auch nicht mehr. Nach so einem Satz ist zum Thema Bewusstseinserweiterung eigentlich alles gesagt – zumindest über die Möglichkeiten das Feuilletons, einen nicht unerheblichen Teil dazu beizutragen. Oder war das ein Witz?

Das gestrige Champions-League-Spiel zwischen dem AC Milan und dem FC Bayern war ein miserables Fußballspiel zweier Mannschaften in der Krise. Vor allem in der zweiten Halbzeit, als Milan schon 1:0 führte, sah man vor allem auf Seiten der Bayern Fehlpässe zuhauf, weite Bälle ins Nichts, Stoppfehler und Unsicherheiten in der Verteidigung. Und Torchancen hatten weder Makaay noch Podolski. Zwischenzeitlich roch es schon schwer nach einer abermaligen Demütigung für den FC Bayern.

Man darf sich beim unfähigen AC Milan bedanken, dass das Spiel doch noch zu dem wurde, was man als Fußballfan so liebt: ein Drama mit Schurken und Helden, Gemeinheiten und Wiedergutmachungen. Erst der überraschende Ausgleich für die Bayern, dann ein unberechtigter Elfmeter für Milan nach einem wunderschönen Lehrbuch-Tackling von Lucio gegen Kaka wenige Minuten vor Schluss. (Als Zuschauer musste man unweigerlich an all die gekauften Strafstöße der letzten Saison in der italienischen Liga denken. Auch der Moderator konnte sich eine Bemerkung dazu nicht verkneifen, so lächerlich und hilflos, beinahe ferngesteuert, wirkte diese Schiedsrichter-Entscheidung.) Als van Buyten dann doch noch den Ball in der 93. Minute aus spitzem Winkel zum Ausgleich ins Mailänder Tor drosch, war das, mal wieder, die Vollendung einer Dramaturgie, die es so nur im Fußball gibt: Ein Tor zum Ausgleich egalisiert sämtliche Ungerechtigkeiten und mischt die Karten neu. Als ob sich das Schicksal nach irgendeinem göttlichen Plan gewendet, als ob sich Zufälle und Millimeter-Entscheidungen zu einem großen Ganzen zusammengefügt hätten. Lächerlich natürlich, aber man weiß ja, es funktioniert jedes Mal wieder. Erst mit einigem Abstand ist so ein Tor einfach nur ein Tor, zufällig, eigentlich belanglos. Und dann fällt einem vielleicht auch wieder ein, dass Milan zuvor ein reguläres Tor aberkannt wurde.

Nebenbei: Wer präsentiert denn eigentlich die Champions-League?

Sowas kommt beim Superbösewicht-Persönlichkeitstest heraus, wenn man seine Sympathien für den Feminismus äußert. Einmal falsch geklickt und schon ist man der mütterliche Typ. Ist das aus feministischer Sicht jetzt gut oder schlecht? Immerhin hätte es fast zu Magneto gereicht …

Your results:

You are Mystique

Mystique
70%
Magneto
58%
The Joker
56%
Riddler
56%
Dark Phoenix
56%
Apocalypse
51%
Venom
50%
Poison Ivy
48%
Catwoman
42%
Juggernaut
38%
Mr. Freeze
36%
Dr. Doom
35%
Lex Luthor
30%
Green Goblin
22%
Two-Face
14%
Kingpin
9%
Sometimes motherly, sometimes a beautiful companion, but most of the time a deceiving vixen.


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Ums Boxen ging es sowieso nicht am Samstag Abend auf RTL, als Henry Maske sein großes Comeback feierte gegen einen deutlich unterlegenen Virgil Hill. Böse geunkt wurde ja, Maske könne nur verlieren und würde wie ein geprügelter Hund nach Hause schleichen. Der sportliche Wert der Veranstaltung wurde im Vorfeld allerorten tief im Minus-Bereich veranschlagt. Der Kampf war dann auch stinklangweilig, was Maske nicht weiter zu stören braucht. Gewonnen ist gewonnen.

Bitter ist nur, was der Sport selbst dem Sender RTL in seiner Sportveranstaltung war: absolut lästig. Der Kampf: 14 Runden Werbung mit 12 Boxunterbrechungen, kaum Wiederholungen, Zeitlupen, Analysen oder ähnliches, in den Rundenpausen schon gleich gar nicht, wäre zwar interessant, brächte aber kein Geld. Gefühlte tausend Mal musste man sich anhören, welche Autofirma in ihrer grandiosen Güte den Abend präsentiert (oder war es eine Reifenfirma, Rasiergel, Waschmittel, Hundekuchen? Bekommt das überhaupt irgendjemand mit bei dieser Form der Belästigung? Nebenbei: Wer präsentiert denn gleich nochmal die Sportschau?) Als dann der finale Gong ertönt, der Kampf zu Ende ist, die RTL-Uhr aber immer noch einige Sekunden anzeigt, war das nicht einmal eine Bemerkung wert. Stattdessen die Bestätigung der eigenen Wichtigkeit in allen Tonlagen: Sensation! Wahnsinn! Sportgeschichte sei geschrieben worden! Maske einer der Allergrößten! Hier bei RTL!

Und irgendwann tat einem sogar Maske trotz Sieg und Millionengage leid. Wollte er also tatsächlich nochmals boxen, um seinen Karrieremakel zu korrigieren, trainierte hart, machte sich auch gar nicht lächerlich und trotzdem wird sein Boxabend als Farce in Erinnerung bleiben. Ums Boxen ging es gar nicht bei RTL.

PS: Ja, man darf sich immer noch über Fernsehwerbung aufregen.

Mein Gott, diese Jugend! Schlimmer geht’s nimmer und dümmer auch nur mit einer gehörigen Portion Anstrengung. Der Gras-König im Viertel, Johnny Truelove, muss Schulden eintreiben von einem seiner Dealer-Gehilfen. Weil dieser aber nicht spurt und die 1200 Dollar nicht zahlen will, entführen Johnnys Kumpel den kleinen Bruder des Schuldners. Irgendwann merken sie: Entführung ist ein Verbrechen, das auch bestraft werden kann, also erschießt man den Entführten lieber anstatt ihn freizulassen. Und das, obwohl der Entführte es unglaublich lässig findet, entführt zu sein, stundenlang Konsole spielen und endlich all die Drogen nehmen zu können, die zuhause bei seinen Eltern verboten waren. Doch das hilft ihm auch nichts mehr. Irgendeine seltsame Drogenlogik und, hüstel, die Dynamik der Ereignisse fordern seinen Tod.

Eine unglaubliche Geschichte, aber weil True Crime darunter steht, musste sie ja irgend jemand verfilmen, um der Welt absolute Verkommenheit zu diagnostizieren. Der Regisseur Nick Cassavettes hat das mit Alpha Dog übernommen. Der Fall gegen den echten Johnny Truelove wird demnächst verhandelt und es gab gehörig Streit, ob dieser Film durch vorschnelle Schuldzuweisung nicht Einfluss auf das laufende Verfahren nehmen würde. Nun ja, Johnny ist im Film der Bösewicht, doch Schuld haben natürlich – alle und jeder: Drogen, Vorstädte, Langeweile, Hiphop, Metal, Gangsterposen, Konsolen, Eltern, Medien, Pornos, ach überhaupt: die verkommene, verlogene Gesellschaft an und für sich. Cassavettes hat das alles, wie er sagt, sauber recherchiert, weil seine Kinder in besagtem Alter sind. Leider hat er sich auch noch einen ganz originellen Trick überlegt, der den Film erst so richtig ärgerlich macht: Es soll alles so aussehen, wie es in all den verwerflichen Medien immer aussieht. Also will das Ganze teils Hiphop-Video, teils pseudo-zufälliges Reality-TV sein, mit gestylten Homies und anschmiegsamen Bitches, die sich in anbiederndster Jugendsprache immer wieder selbst bestätigen, wie toll und krass sie sind. Dazu wird auch noch die Handlung verhackstückt, weil philosophisch gesehen: adäquater Ausdruck dieser modernen, undurchschaubaren Wirklichkeit. Und schließlich hampelt noch ein Justin Timberlake so lächerlich durchs Bild, dass es jetzt heißen wird, er sei ein wirklich guter Schauspieler. Fürwahr: ein Ausdruck dieser verkommenen Welt. Dafür braucht es auf jeden Fall einen Film.

Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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    • Behnam: Nach einem super Alleingang fcber den ganzen Platz von F.Adam kann...
    • Steve: Hey ich habe mir fcberllegt mal anzfangen zu taeznn da ich schon...
    • Tom Gerlach: Ein kleiner Update zu neuen Arbeiten von Rp Kahl: Die...
    • Max: huuuh, zum Glück nur beim FC Augsburg! War schon erschrocken…
    • karl: Mir macht das Buch bisher auch ziemlich Spaß. Das Lustige an dieser...
    • Max: Yep, hat mich auch mächtig geärgert, dieses ganze Feuilleton-Gerausche...
    • Mein Lieblingswitz! (2) -- zweitens-magazin.de: Dichter, wissen’S....
    • Max: kimmi grad zruck
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