[UPDATE: inzwischen wurde der Kommentar gelöscht, und es dauert nun sehr lange, bis man sich durch die inzwischen 35 Seiten Kommentare durchgeklickt hat…]

Eine Frau hat mit ihrem Wagen einen Radler gezielt und ungebremst umgefahren, die SZ berichtet über das Urteil.
Die Online-Süddeutsche moderiert ja bekanntlich ihre Leserkommentare (von wegen der “Qualität der Nutzerdiskussionen”), und zwischen 19 und 8 Uhr sind sie grundsätzlich gesperrt. Heut aber hat ein engagierter Leser sich genau in den Schichtwechsel gezwängt und noch seine Deutung und einen freudigen Jagdruf abgelassen – um 19:01 Uhr:

Völlig überzogener Vorwurf:
Der Ärztin eine Tötungsabsicht zu unterstellen, ist ja wohl ein schlechter Scherz. Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass Sie diesem radelnden Anarchisten lediglich einen Denkzettel verpassen wollte, und dabei die Nerven und jedes Maß verloren hat. Dass es so weit gekommen ist, sollte nicht nur jedem Autofahrer sondern vor allem den 50% Radfahrern zu denken geben, die Verkehrsregeln für grundsätzlich nicht beachtenswert und sich selbst als schwächeren Verkehrsteilnehmer für generell im Recht befindlich halten. Angesichts dieser täglich anzutreffenden extremen Arroganz ist verwunderlich, dass es bisher nicht mehr Übergiffe auf Radr-Rambos gegeben hat.

leserkommentar sueddeutsche.de
(Die nebenstehende Anzeige der Abendzeitung fasst es ja auch nochmal kurz zusammen.)

Johannisplatz, Haidhausen

Heute mit Erstaunen und Amüsement die Feierabend-NZZ gelesen. Zum einen geht es um nationale Verkehrscharakteristika in Asien, zum anderen um die Umbenennung von Fussgängerstreifen in Zebrastreifen im genderbewussten Bern. Jeweils in einem Kommentar, und passenderweise auf demselben Druckbogen, Seite zwei und Seite 15. Links bemerkt Martin Koelling aus Tokio, der Japaner an sich bremse nicht an Zebrastreifen. Rechts bemerkt Urs Schoettli aus Peking, der Japaner an sich bremse selbstverständlich an Zebrastreifen. Bei beiden ist es eine gänzlich periphere Anmerkung, aber sie zeigt uns die grosse Meinungsvielfalt der alten Dame aus der Falkenstrasse.
NZZ über japanische Zebrastreifen
NZZ über japanische Zebrastreifen, zwei.
Und überhaupt, wer versteht schon den Japaner?

Foto-Klickstrecken, immer gut für innovative Aufmerksamkeitsgenerierung.
Wenn die automatisierte Weiterklickaufforderung das entscheidende Bildelement (hier: ein zeitweise von der Bildagentur weggeschnittenes Messer in der Bildecke) mal verdeckt, malt man halt noch einen Pfeil rein, oder? Nicht blöd, die Jungs bei Spiegel Online.
SpOn verdeckt die Tatwaffe

Spanien, Gruppe H

von Ben Strack-Zimmermann

Was hat man nicht immer schön lachen können über die Spanier: Hoch gelobt aus Liga und Europapokal reisten die Iberer zur Europa- oder Weltmeisterschaft, spielten dort gerne ein paar Begegnungen lang beeindruckenden Fußball, um dann verlässlich an irgendeiner schlechter eingeschätzten Mannschaft zu scheitern. Diese schöne Tradition fand vor zwei Jahren sein Ende, als 20 Jahre exzellente Jugendarbeit in einem triumphalen EM-Titel gipfelten – So überzeugend hatte in Europa kein Team mehr den Titel errungen seit den legendären Siegen von Frankreich und Holland in den 80er Jahren. Zwei Jahre später wollen diese Spanier ihre Leistung krönen und haben den WM-Titel fest im Visier. Nicht ganz zu unrecht, gibt es doch spielerisch kaum ein Team, das mit den Spaniern auch nur ansatzweise mithalten kann. Genau so sieht derzeit moderner Fußball aus. Alle Positionen sind exzellent besetzt, alle Rädchen greifen ineinander, und so rollt die spanische Maschine seit einiger Zeit unaufhaltsam durch die Lande. Seit dem EM-Finale hatte man 23 Spiele. Bis auf die Partie gegen die USA im Halbfinale des Confederation-Spaßcups wurden alle Begegnungen gewonnen: eine ziemlich eindrucksvolle Bilanz, da man sich auch nicht um große Gegner herumgedrückt hat. Die Mannschaft ist hervorragend eingespielt. Fast alle Spieler haben das (kaum zu schlagende) spanische Jugendmodell durchlaufen. Wenn man einen neuen Spieler integrieren muss, so schafft man das mit einer Anlaufzeit von ungefähr 3 Sekunden. Geändert hat sich eigentlich im Vergleich zu vor zwei Jahren nur der Mann an der Seitenlinie: Statt Luis Aragones steht da jetzt Vicente del Bosque. Der soll nun also die völlig indiskutable Bilanz der Spanier bei Weltmeisterschaften aufbessern. Zur Erinnerung: Die Spanier wurden 1950 Vierter und erreichten daneben nur noch viermal das Viertelfinale. Das ist ungefähr so gut wie die Bilanz von Österreich. Trotzdem ist klar: Spanien spielt derzeit den reifsten und schönsten Fußball der Welt. Wenn es Brasilien nicht gäbe, wäre man der absolute Topfavorit. So ist man der aussichtsreichste Herausforderer.
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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

    • alpe: “… sueddeutsche.de, Deutschlands beste...
    • 42317: Nach meiner Japanerfahrung stimmt der Kommentar von Herrn Koelling....
    • Ben: Wenn man die Vorbereitung als Maßstab nimmt, dann wird Holland in der...
    • Verstand in Gefahr?!: Die Gruppe E verspricht durchaus spannend zu werden....
    • maxl: wunderschön. und so kurz. danke
    • slu: Ganz ehrlich: eigentlich ein Skandal, dass die Algerier dabei sind und...
    • Ben: Na das freut mich aber doch sehr. Willkommen im Reich der hängenden...
    • huso: o die haben gefickt oder was in denn bett hahaha gute geschichte
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