Elfenbeinküste, Gruppe G

von Ben Strack-Zimmermann

Mit großer Verpätung hat sich bei der letzten WM eine der wichtigsten Fußballnationen Afrikas vorgestellt und dabei bleibenden Eindruck hinterlassen. Zwar war man nach zwei Niederlagen schon draußen, hatte aber glänzend mitgespielt und jedes mal knapp und unverdient verloren – und gegen die Fußballgroßmächte Argentinien und Holland darf man als Debütant schon mal ausscheiden. Diesmal soll trotz ähnlich schlimmer Auslosung alles noch besser werden. Dieser Optimismus ist, wenn man die Ivorer so spielen sieht, komplett gerechtfertigt. Die Qualifikation absolvierte man im Schongang. Teilweise wurden die durchaus guten Gegner dabei völlig auseinandergenommen. Der Erfolg hat mehrere Väter: allen voran eine enorme taktische Disziplin und eine fast schon sensationelle Ballsicherheit. Ganz sicher hat man in den letzten Jahren zu den spielerisch eindrucksvollsten Mannschaften auf diesem Planeten aufgeschlossen und beeindruckt mittlerweile auch gegen die erste Liga im Weltfußball. Dabei hat sich allerdings so langsam eine völlig unangebrachte Arroganz ins Spiel eingeschlichen, die man schnellstens abstellen sollte. Noch hat man nämlich trotz einer eindrucksvollen Liste von Weltstars im internationalen Fußballgeschäft gar nichts gerissen. Sehen wir da eine Art Holland-Syndrom am Horizont? Hoffentlich nicht, wäre wirklich zu schade! Die Elfenbeinküste ist seit dem Senegal 2002 das Beste, was Afrika zur WM schickt, und kann vielleicht sogar den Traum vom ersten Halbfinalteilnehmer erfüllen.
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Südkorea, Gruppe B

von Ben Strack-Zimmermann

Die bis zum Übertritt Australiens klar beste Mannschaft aus Asien will es diesmal definitiv wissen. Endlich soll es klappen mit dem Achtelfinale fernab der Heimat. Die Voraussetzungen sind gut: Man geht konsequent seinen Weg, bringt in jedem Jahrgang international verwendbare Spieler hervor, hat taktisch und körperlich die letzten Lücken geschlossen und nach dem Rücktritt eines Gutteils der Stars von 2002 eine noch stärker wirkende Mannschaft. Die Qualifikation hat Südkorea eindrucksvoll und ohne Niederlage hinter sich gebracht, und so konnte es kräftig experimentieren und den Kader verbreitern. Das Spiel der Koreaner lebt immer noch von der enormen Laufbereitschaft, die wohl weltweit einmalig ist. Daneben hat man in den letzten Jahren vor allem an der Physis gearbeitet und gezielt große und körperlich starke Spieler aufgebaut – eine kluge Idee, wie überhaupt (ähnlich wie bei den Japanern) die meisten Entscheidungen der Südkoreaner klug und umsichtig erscheinen. Gut auch, dass man sich mittlerweile traut, auf heimische Trainer zu setzen. Diesen Mut sollten viel mehr Nationen aus der zweiten Reihe aufbringen. Man darf gespannt sein. Die Südkoreaner tragen die Köpfe derzeit zurecht hoch und sollten auf jeden Fall ernst genommen werden.
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Wir unterbrechen unsere WM-Berichterstattung für etwas Musik. Meine absolute Lieblingsscheibe der letzten Zeit ist das Debütalbum von Peter Wolf Crier (MySpace, Homepage), das Inter-Be heißt. Wunderbarer Lo-Fi aus Minneapolis. Wir zeigen eine Live-Perfomance der Kapelle bei Radio K in Austin, Texas. Der Song heißt Crutch and Cane.

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Und nein, ich habe den heißen Tipp nicht hier von Focus Online oder der dpa. Ich hab’s aus der Jungle World. Soviel Distinktion muss sein!
Und zum bloßen Spott, weil ich einfach nicht begreifen (will), warum man überhaupt Journalismus betreibt, ohne etwas Eigenes zu fabrizieren, wenn einem die Perlen anscheinend agenturmäßig eh schon ins Haus geliefert werden, poste ich einen Screenshot mit einer der langweiligsten Überschriften ever.


Screenshot von focus.de

Japan, Gruppe E

von Ben Strack-Zimmermann

Lange war Japan eine der Lachnummern im Weltfußball, irgendwo versunken im drögen asiatischen Fußballmittelfeld. Dann erfand man Anfang der 90er Jahre die J-League. Seitdem bessert sich die Lage kontinuierlich. Inzwischen hat Japan den wohl besten Ligaspielbetrieb in ganz Asien, mit vernünftigen Vereinen bis runter in die dritte Liga (Die südkoreanische Liga ist in der Spitze etwas besser, hat allerdings nicht mal einen Zweitligaunterbau). Ja, Fußball ist in Japan so richtig heimisch geworden, und so erntet man immer mehr die gesäten Früchte. Die Qualifikation hat man ziemlich souverän hinter sich gebracht und sich somit zum vierten Mal in Folge qualifiziert. Die Probleme auf der großen Weltbühne sind allerdings nach wie vor dieselben wie 1998, soll heißen: Man hat halt körperliche Nachteile und tut sich deshalb gegen robuste Teams sehr schwer. Außerdem bringt man bis heute keinen klassischen Goalgetter hervor, weshalb man zu viele Chancen braucht. Die Mannschaft versucht das brav mit viel Laufbereitschaft und großem Herz auszugleichen, was allerdings gegen kopfballstarke Teams bei Ecken lediglich Sympathiebonuspunkte bringt. Ob man so die Vorrunde überstehen kann, ist mehr als fraglich. Doch Japan wird sich sicher auch durch ein frühes Aus nicht von der Politik der vielen kleinen Schritte gen Fußballthron abbringen lassen.


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Slowakei, Gruppe F

von Ben Strack-Zimmermann

Der einzige Neuling bei dieser WM musste sich gegen sehr arrivierte, allerdings auch stark schwächelnde Gegner durchsetzen. Dies tat man mit Bravour und kann nun versuchen, den beliebten Part des spielstarken, sympathischen Außenseiters aus Osteuropa zu spielen. Um an die Erfolge von Kroatien oder Bulgarien in den 90ern anzuknüpfen, fehlt dann allerdings doch etwas die Klasse in Form von ein oder zwei echten Superstars. Man spielt traditionell relativ offensiv, eigentlich ähnlich wie der große Bruder aus Tschechien, nur gerne auch mit etwas mehr Körpereinsatz (der auf Kosten der spielerischen Brillanz geht). Der Auslosungsgott hat es gut mit dem Neuling gemeint: Neuseeland sollte man ordentlich den Hintern versohlen können. Gegen Paraguay gibt es dann ein Aufeinandertreffen von zwei komplett unterschiedlichen Spielphilosophien. Wir fassen zusammen: Ein durchaus sympathischer Außenseiter, ungefähr das Kaliber von Ecuador bei den letzten Weltmeisterschaften, nur mit etwas ästhetischerer Spielweise. Ahoi Slovensko!


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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Musste auch gesagt werden

    • alpe: “… sueddeutsche.de, Deutschlands beste...
    • 42317: Nach meiner Japanerfahrung stimmt der Kommentar von Herrn Koelling....
    • Ben: Wenn man die Vorbereitung als Maßstab nimmt, dann wird Holland in der...
    • Verstand in Gefahr?!: Die Gruppe E verspricht durchaus spannend zu werden....
    • maxl: wunderschön. und so kurz. danke
    • slu: Ganz ehrlich: eigentlich ein Skandal, dass die Algerier dabei sind und...
    • Ben: Na das freut mich aber doch sehr. Willkommen im Reich der hängenden...
    • huso: o die haben gefickt oder was in denn bett hahaha gute geschichte
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