Wir unterbrechen unsere WM-Berichterstattung für etwas Musik. Walter Schreifels, der Gitarrist der mir in meiner Jugend allerheiligsten Band von allen, den Gorilla Biscuits (Wikipedia, myspace) hat eine Solo-Platte veröffentlicht. Sie heißt An Open Letter To The Scene. Aus dieser Platte spielen wir den Hit Society Suckers, eine Cover-Version eines alten Agnostic Front-Songs.


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Wer lieber das Agnostic Front-Original anhören will: hier kurz und schmerzvoll.

Honduras, Gruppe H

von Ben Strack-Zimmermann

Seit meinem ersten WM-Fußballerlebnis warte ich auf die Wiederkunft einer Mannschaft, die damals mein junges Fußballherz erobern konnte. Neben den Tschechen, mit denen man ja wirklich schon genug Leid durchmachen muss, ist Honduras seither mein persönliches Nationalmannschaftssteckenpferd. Seit der damals wirklich tollen WM, bei der man von vorne bis hinten beschissen wurde, haben mich die Qualifikationsbemühungen dieses fremden Stückes Mittelamerika immer nahe am Herzinfarkt gehalten. Man spielt immer gut, normalerweise gnadenlos offensiv (auch gegen viel bessere Mannschaften), aber geklappt hat es nie mehr – bis dann endlich im letzten Herbst. Was kann man nun erwarten? Wohl noch couragiertere Auftritte, als die von Costa Rica beim letzten Mal, eine sehr gut eingespielte Mannschaft, viele Spieler, die in Europa kaum jemand kennt, die in Mittelamerika aber durchaus einen guten Klang haben, und wohl insgesamt einen krassen Außenseiter, der so tut als wäre er keiner. 2001 hat man mal bei der Copa America in Kolumbien als Last-Minute-Ersatz für Argentinien mitgespielt und dann dort mit gnadenlos offensivem Spiel Uruguay, Bolivien und Brasilien vernascht, um am Ende Rang 3 zu erreichen. Ganz so ein toller Husarenritt wird es wohl diesmal nicht werden. Doch die Schreiberlinge, die Honduras jetzt schon in einen Topf mit Nordkorea und Neuseeland werfen, werden sich noch umsehen!


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Kamerun, Gruppe E

von Ben Strack-Zimmermann

Die Sphinx des afrikanischen Fußballs steht nicht, wie man meinen könnte, in Ägypten, sondern in Kamerun. Einst war man der stolze Vorreiter, der bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1990 der Konkurrenz das Fürchten lehrte und die Hoffnungen der Afrikaner auf Erfolg wenigstens in der Welt des Fußballs nährte. Jahrgang um Jahrgang war seitdem mit Talenten besonderer Art gesegnet, die allerdings ein ums andere Mal mehr oder weniger schlimm enttäuschten. 2006 überstand Kamerun nicht einmal mehr die Qualifikation. Den Grund weiß ganz allein der Wind – Kamerun hat eine vor großen Namen nur so strotzende Mannschaft. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Teams ist man auch auf den Problempositionen Afrikas (Torhüter, Mittelstürmer, defensive Mittelfeldspieler) gut bis überragend besetzt. Trotzdem spielt das Team oft öden Durchschnittsfußball, ungefähr jedes vierte, fünfte Spiel vergeigt man sogar völlig. Amateurhaft ist das Umfeld. Die sich ständig einmischende Politik und einer der unfähigsten und korruptesten Verbände weltweit tun immer alles, um es Trainer und Team möglichst schwer zu machen. Doch auch mit dem Teamgeist scheint es nicht allzu weit her zu sein. In kaum einer anderen Mannschaft wird soviel gemotzt, gemobbt und diskutiert. Nichts gebracht hat da auch ein Wechsel der Kapitänsbinde von Song auf Eto’o. Die Probleme scheinen tiefer zu sitzen. Kamerun ist ein Team, das eigentlich alles könnte, aber in den letzten Jahren kaum etwas davon zeigt.
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Algerien, Gruppe C

von Ben Strack-Zimmermann

Die jüngere Geschichte des algerischen Fußballs verhielt sich, wie so oft, fast analog zur jüngeren politischen Geschichte des Landes. Soll heißen: Nach den ziemlich erfolgreichen 80er Jahren (Hier verfängt die politische Analogie nicht ganz, weil die Probleme damals ja schon sichtbar waren, aber immerhin gab es Stabilität) ging mit dem Aufstieg der Islamisten bei der Wahl 1991 und dem folgenden Bürgerkrieg auch fußballerisch alles den Bach runter. Erst in den letzten Jahren konnte man sich langsam erholen, vor allem dank der in Frankreich lebenden Spieler. Natürlich hilft es, dass Algerien allmählich wieder zu sich findet und der Islamismus vorläufig besiegt zu sein scheint. Einen Madjer oder Belloumi hat man zwar noch nicht wieder hervorgebracht, dafür jedoch eine solide Mannschaft, in der die meisten einen Ball durchaus pfleglich zu behandeln wissen. Wenn die gute Grundtechnik mit Leidenschaft ergänzt wird, ist Algerien durchaus in der Lage, die besten afrikanischen Teams zu besiegen, wie man in der spannenden Qualifikation mit dem Triumph über einen der Erzfeinde, namentlich Ägypten, sehen konnte. Das Team wurde seit Jahren aufgebaut, man kennt sich gut und spielt dementsprechend sicher zusammen. Es mangelt aber dann doch an Brillanz. Vor allem fehlt ein echter Torjäger.
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Ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Themenabend auf arte: Andrew Jennings fasst in diesem Beitrag das ganze FIFA-Elend noch einmal schön zusammen.
Ach ja, fällt mir noch ein: Unter www.transparencyinsport.org findet man die Webseite von Andrew Jennings.

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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
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    • 42317: Nach meiner Japanerfahrung stimmt der Kommentar von Herrn Koelling....
    • Ben: Wenn man die Vorbereitung als Maßstab nimmt, dann wird Holland in der...
    • Verstand in Gefahr?!: Die Gruppe E verspricht durchaus spannend zu werden....
    • maxl: wunderschön. und so kurz. danke
    • slu: Ganz ehrlich: eigentlich ein Skandal, dass die Algerier dabei sind und...
    • Ben: Na das freut mich aber doch sehr. Willkommen im Reich der hängenden...
    • huso: o die haben gefickt oder was in denn bett hahaha gute geschichte
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