Südafrika, Gruppe A
von Ben Strack-Zimmermann
Vor zwei Jahren dachten wir alle, dass man als Gastgeber eigentlich keine schlimmere Figur im Vorlauf auf das heimische Endturnier machen könnte, als die Österreicher. Aber man konnte sich auf den Katastrophenkontinent Afrika verlassen. Diese zweifelhafte Ehre wurde unseren alpinen Nachbarn schnellstmöglich entzogen und ist nun am Kap zu Hause. Pleiten, Pech und Pannen gab es seit dem schaurig-peinlichen Vorrundenaus 2002 zur Genüge. Eigentlich wurde es jedes Jahr sogar noch ein bisserl schlimmer: verpasste WM, verpasster Afrikacup, ständiger Streit in und um die Mannschaft; kein System, kein Stammkader, ein Verband, der alle afrikanischen Kardinaltugenden bestens beherrscht und eine ständige Lachnummer abgibt; ein offenkundig unfähiger brasilianischer Trainer, an dem man ewig und drei Tage in Nibelungentreue festhält, um ihn dann ein paar Monate vor Anpfiff doch noch durch einen anderen Brasilianer zu ersetzen; und vor allem Niederlagen in den letzten vier Jahren gegen Kreti und Pleti, Hinz und Kunz, beziehungsweise Bolivien, Sambia, Sierra Leone, Guinea und zuletzt Island. Seit dem sogar nicht völlig schrecklichen Confed-Cup hat man in sieben Spielen genau ein Tor erzielt – gegen die Fußball-Großmacht Madagaskar. Südafrika spielt ein unmodernes 4-4-2, meist mit zwei hängenden Spitzen, irgendwo zwischen sinnlosem Kick-And-Rush und noch sinnloserer afrikanischer Zauberei. Österreich: So geht das!
» Hier geht’s weiter …
