Schweiz, Gruppe H
von Ben Strack-Zimmermann
Die Renaissance des Eidgenossenfußballs geht in die nächste Runde. Nachdem man in Sachen Jugendarbeit mittlerweile absolute Weltklasse ist, wird sie wohl noch eine ganze Zeit lang anhalten. Auf dem Spielfeld präsentiert man sich weder als in Zeitlupe jodelnde Gemeinschaft von nasebohrenden Fonduerührern, noch als unterirdisch agierende Bande von Gold hortenden Gnom-Megalomanen, sondern als erfrischend modern aufspielende Multi-Kulti-Einheit. Ach wäre das echte Leben doch etwas mehr als der Fußball, will man da seufzen, solange man nicht zu sehr darüber nachsinniert, wie der Wurstpräse von der Säbener wohl so als deutscher Kanzler wäre. Schieben wir diese Phantasien also beiseite! Bewundern wir stattdessen Ottmar Hitzfeld dafür, das er die Schweizer Nati nach der deprimierenden Heim-EM so schnell wieder aufgerichtet hat! Dabei war der Start in die Qualifikation genauso fürchterlich, wie dann das Ende glorreich und souverän war. Die Schweizer präsentieren sich 2010 als lauffreudige, gut eingespielte Einheit, mit einigen echten Zuckerln im Team. Lediglich im Sturm gibt es gelegentlich Probleme. Vielleicht tritt man insgesamt ein wenig zu bieder auf. Eigentlich sollte man mit dem Spielermaterial noch etwas stärker aufspielen können. Ein echter Spinner könnte dem Team gut tun, aber so etwas wird anscheinend derzeit nicht produziert.
» Hier geht’s weiter …

