endlich empfinde ich tiefste befriedigung über meine mitgliedschaft im t-mobile-kundenstamm.
warum? darum
(ja, ich weiß: die wirklichen coolen sind einfach schnell mal in die usa geflogen – der eine ausländische handyvertrag mehr oder weniger macht´s dann auch nicht mehr fett…)

Nachdem nun auch der doch recht seriöse – wenn auch oft genug boulevardeske – Newsroom darüber berichtet, muss man die Sache wohl für echt und nicht gestellt halten: Die MSNBC-”A Fuller Spectrum of News”-Nachrichtenmoderatorin Mika Brzezinski zerriss vor laufender Kamera den Text der Nachricht über die neuesten “Entwicklungen” im “Fall” Paris Hilton, weil sie diese Story für nicht relevant und schon gar nicht für einen Aufmacher einer Nachrichtensendung hielt. Nachdem sie noch ein paar weitere Paris-Infos durch den Aktenvernichter gejagt hatte, sagte sie schlicht und einfach: “I´m gonna do the news now.” Wie Recht sie hat: Echte Nachrichten wären tatsächlich mal wieder ganz schön. Und hier geht´s zum Video…
P.S.: Auf faz.de ist ein interessant klingender Text zu fast demselben Thema angeteast: “Denn sie merken nicht, was sie tun: Paris Hilton hat einem neuen journalistischen Genre zum Durchbruch verholfen – dem Bericht, der sich von sich selbst distanziert”. Nur leider müsste man den Rest dieses Artikels bezahlen, und das will ich nicht, und die FAS in gedruckter Form habe ich auch nicht.
nachtrag, di, 10 uhr: ich hatte es fast geahnt: der FAS-Text ist von Stefan Niggemeier und kann in seinem Blog ganz kostenfrei gelesen werden.

War ja reichlich wenig los auf unserem Blog in den letzten Tagen. Keine Geschichten, keine Posts, nicht einmal über Fußball. Deshalb hier In aller Form eine Entschuldigung an treue Leser, die ab und an doch vorbei geschaut und nix, rein gar nix bekommen haben für ihren Klick, nicht einmal ein wenig Spott über eine SPON-Überschrift. Einfach nix.
Wird sich jetzt wieder ändern. Versprochen. Mein neuer Netzanschluss sollte heute Abend noch in Betrieb gehen können, so Gott und der TK-Techniker wollen. Was ist man hilflos ohne Internet! Nicht einmal eine Pizza … Außerdem kommt auch Katrin wieder zurück aus den hohen Gefilden der Literatur-Kritik (übrigens: Kennt ihr den Link schon?). Dann wieder und noch mehr: volle Pulle Bloggen.

Dass in Deutschland (und vielleicht auch anderswo) zu wenig gelesen wird, darüber scheint man sich hierzulande ja einig. Darüber, was man dagegen tun könnte, allerdings nicht. Ein wunderbarer Fehlschlag in Sachen Lese-Animierung ist die jüngste Aktion „Schock´ deine Eltern, lies ein Buch!“, die die Mayersche Buchhandlung, der Buch Verlag Kempen und das Verlagshaus Patmos nun in ganz Nordrhein-Westfalen gestartet haben. Ein Fehlschlag nicht nur, weil sie allen Teilnehmern zu diesem Zweck ein Bilderbuch (sic!) zur Verfügung stellen, sondern vor allem, weil sich die Aktion an Erst- und Zweitklässler richtet. Die man auf jeden Fall für ziemlich dämliche Möchtegern-Provokanten halten muss, wenn man sich so einen Slogan ausdenkt. Wenn man sich da mal nicht im Ton vergriffen hat.
Ganz anders und richtig schön ist der Imperativ „Poesie in die Stadt!“: Eine Aktion der deutschen Literaturhäuser, die – im Gegensatz zu Obigen – ihre aktuellen wie zukünftigen Kunden ernst nimmt. „Poesie in die Stadt!“ gab es erstmals im Jahr 2003, da luden sieben deutschsprachige Dichter je einen fremdsprachigen ein und stellten sie uns vor. In diesem Jahr kommt nun die Jugend zu Wort, in allen teilnehmenden Städten werden Gedichte von 11- 19-Jährigen – teils Wettbewerbsbeiträge, teils in Werkstätten entstanden – großformatig plakatiert, und ein Begleitprogramm gibt´s natürlich auch dazu. Und das klingt wirklich gut: „gestern hatte mich/die welt kurz verschluckt/und als das Gras wieder/auf meinen Füßen/wuchs/war klar/wer wie mit wem/und dass///die Sonne/bis in den Abend.“ Andreas Klemm ist der Autor, und das ist nur einer von mehreren, dessen Werke nicht nur in die Stadt getragen werden, sondern auch durchs Netz reisen sollen: Auf arte.tv kann man die Gedichte der Nachwuchsdichter als E-Cards verschicken. Ich mache das zwar nie. Aber schön und erwähnenswert finde ich´s trotzdem.

Lese ich gerade auf kicker.de, dass der vorzeitige Klose-Wechsel zu Bayern München jetzt perfekt ist, denke ich mir, schau ich mal gleich zu spon, die spendieren für diese Nachricht sicher eine Eilmeldung. Und prompt ist das auch so:

klose.gif
Quelle: spiegel.de, 15.45 Uhr

Ich meine: Ist klar! Ohne diese Nachricht kann man keine zwei Minuten weiterleben. Was muss man da jetzt tun? Schnell Aktien kaufen, das Haus evakuieren oder die Fenster schließen oder wie? Irgendwann rufe ich bei Spiegel Online an und frage, was an all diesen Eilmeldungen immer so eilig ist.

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Zürich - MÜNCHEN - Berlin
  • Fauser, Jörg | 0 | 25.01.12 @ 8:42 pm | max

    (sorry, bei meinem Konsum grad hat nix andres Platz)

  • Hilfe für junge Talente | 0 | 19.01.12 @ 2:50 pm | max

    Sehr nette FAQ der Schriftstellerin A. L. Kennedy (von der ich zwar nichts gelesen habe bislang…).

  • Unglaublich bieder | 0 | 19.12.11 @ 11:40 am | karl

    “Das dubios finanzierte Haus des Christian Wulff, Bundespräsident, teilt uns etwas über seinen Bewohner mit”, lässt die taz einen Architekten hier erzählen. Die Biederkeit dieser Art Journalismus teilt uns jedoch viel mehr über dessen Macher mit, fürchte ich.

  • Musste auch gesagt werden

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