Es ist vorbei mit der großen WM-Euphorie – zumindest wenn man den Zeitschriftenmarkt für Fußball-Magazine zur Beweisführung heranzieht. Das Magazin RUND gibt es schon seit einigen Wochen nicht mehr (Schade drum!) und über die Zukunft des Gratisblattes Sportzeitung, das von vergangenem November bis April in den Lufthansa-Lounges auslag, ist noch nicht entschieden. Stichwort Anzeigenkunden. Einen Artikel mit dem Titel “Fußball-Magazine sterben schnell” gibt es hier bei der FTD. Gestern erschien die letzte Ausgabe von PLAYER. Damit hat kein im Zuge der WM gegründetes Magazin überlebt.

Der Markt für Fußball-Publikationen scheint also bereits abgedeckt zu sein. Es gibt den kicker, den man schon immer liest, 11 Freunde für Fans, Interessierte und Bolzplatz-Heroen – und wer gerne Bilder anschaut, kauft sich eben die SportBild. Der WM-Effekt war auf dem Zeitschriftenmarkt kurzfristig und marginal. Selbst der kicker konnte wohl seine Verkaufszahlen nicht wesentlich steigern – was gar nicht so sehr wundert, wenn man die teils ganz hervorragende, auf jeden Fall aber äußerst umfangreiche WM-Berichterstattung der großen Tageszeitungen anschaut. Die Berichterstattung von der WM lebte sicherlich von der Tagesaktualität. Was interessiert schon eine Spielanalyse von vorgestern, wenn längst der Ball schon wieder rollt?

Das Magazin PLAYER hat es also auch nicht geschafft. Gegründet als Fußball-Lifestyle-Magazin versuchte man Anfang Januar mangels Verkaufszahlen das Ruder noch einmal herumzureißen, mit einer sensationell hilflos wirkenden Strategie: noch weniger Fußball, mehr Lifestyle. Da heißt es dann in den Mediadaten – ich zitiere ganz, weil man eh nicht mehr aufhören kann vor Staunen, wenn man einmal angefangen hat zu lesen: » Hier geht’s weiter …

wenigstens beim freitag stimmt die rede vom “online first” (die da allerdings gar nicht geschwungen wird): mein artikel, der im morgigen freitag erscheint, ist schon heute auf der freitag-website zu lesen. und er geht eben darum: um die web-repräsentanzen diverser zeitungen, die vielen relaunches der jüngsten zeit und was dabei herauskommt. leider hatte ich nicht allzuviel platz – auf das eine oder andere wäre ich gern detaillierter eingegangen.

nur ein kurzer hinweis in eigener sache: in der berliner zeitung ist heute meine kritik des erzählbandes “raumforderung” von thomas melle erschienen – ein mehr als bermerkenswertes buch. kritik lesen!

eine werbung von wortfelds alexander svensson – fast schon in eigener sache -, der man nur beipflichten kann: ndr.de zeigt fatih akins film gegen die wand. online, ganz für umsonst und mit pausen, wann man eben will. anschauen!

die bildzeitung will einen leserbeirat gründen, “machen sie bild noch besser!”, lautet die überschrift des projekts. und obwohl ich mir weder vorstellen kann noch möchte, wie der bild ihre leser dies ding noch besser machen könnten, als es ist, gebe ich den link zum anmeldeformular natürlich gerne weiter. auf dass all eure avatare, bots & sonstigen identities zu leserbeiräten werden… und nicht wieder beim schulabschluss mogeln!
obwohl: deutsch muss man offenbar ohnehin nicht beherrschen, um leserbeirat zu werden. der unterschied zwischen indikativ und konjunktiv ist jedenfalls bereits aufgegeben, wie man auf dem foto unschwer erkennen kann. oder kann ich das recht des kleinen mannes auf das sitzen zwischen diesen sympathischen jungs jetzt womöglich einklagen? und weiß zufällig irgendjemand, wer da dran glauben musste und so hübsch geweißt wurde? bild, hilf!

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  • Musste auch gesagt werden

    • karl: Mir macht das Buch bisher auch ziemlich Spaß. Das Lustige an dieser...
    • Max: Yep, hat mich auch mächtig geärgert, dieses ganze Feuilleton-Gerausche...
    • Mein Lieblingswitz! (2) -- zweitens-magazin.de: Dichter, wissen’S....
    • Max: kimmi grad zruck
    • hansn: Gfoit ma
    • hansn: In welcher Gruppe sind die eigentlich bei der EM?
    • Max: …nicht zu verwechseln mit der Schweizer Nati, gell8
    • hansn: korrigiere: “gibts”
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