Die EM kommt allmählich näher, aber in Sachen EM-Song herrscht totale Konfusion. Eigentlich – so möchte man doch meinen – sollte es ein offizielles Lied für Schweiz und Österreich gemeinsam geben. Aber nichts da!

Klar ist: Österreich wird einen eigenen offiziellen EM-Song bekommen von Christina Stürmer. Irgendwann im März wird dieser Song vorgestellt. Ich kann’s kaum erwarten. Echt nicht.

Auch klar ist: Rainhard Fendrich hat einen inoffiziellen EM-Song aufgenommen – mit den drei Nationalspielern Ivanschitz, Payer und Janko und den Wiener Sängerknaben. Der Song heißt Wir sind Europa und ist – sagen wir es ruhig einmal frei heraus – an Scheußlichkeit kaum zu überbieten. Fendrich habe die Melodie erträumt, kann man hier auf der Seite von Radio Burgenland lesen. Ein YouTube-Video dieses Liedes mit “Top-Ten-Potenzial” (stern.de) kann jeder, der es ertragen kann, hier sehen. “Wir sind Europa, das Herz der Welt, stehen zusammen wie Blumen im Feld.” Und Schwamm drüber! Wahnsinn!

Ein wenig rockiger, aber ebenso inoffiziell, versucht es die Band Freilaut mit einem Song namens – dreimal raten! – Cordoba. “Im Strafraum ein Haken, ein Schuss – wie wir’s machen ist doch klar – so wie in Cordoba”, heißt es da und schon tut’s einem leid, dass dieses Cordoba immer noch der Weisheit letzter Schluss in Sachen Fußballyrik bei unseren Nachbarn zu sein scheint. Armes Österreich. Ist ja erst 30 Jahre her. Ansonsten ist das halt ein stinknormales Stadion-Rocklied, einfallslos, mit viel Schalala zum Mitgrölen. Und jetzt alle … Wahrscheinlich stellt sich Uli Hoeneß so Stimmung vor. Hier kann man es anhören und dann vergessen.

In der Schweiz machte sich DJ BoBo die (überflüssige) Arbeit, eine offizielle EM-Hymne zu schreiben. Seinem eigenen Geschmack traut er dabei anscheinend nur wenig über den Weg. In einer Internetabstimmung wollte er von seinen Fans wissen, ob jetzt Let The Games Begin oder Ole, ole besser sei. Wie man sich in der Schweiz entschieden hat? Keine Ahnung. Egal. Unterirdisch. (Ole, ole hat gewonnen.) Achja, wer unbedingt will: Hörproben gibt es hier auf 20min.ch.

“So gut klingt die EURO 2008 in Bern” heißt es auf der offiziellen Euroseite Berns und – surprise, surprise! – so schlecht klingt die Euro in Bern tatsächlich nicht! Immerhin war man dort so mutig, einen Song der Hip-Hopper Wurzel 5 zur offiziellen Euro-Stadt-Hymne zu erklären. Lueg Zu Dim Bitz versteht zwar kein Mensch, weil es berndeutsch ist, aber dafür hat das Ganze mit diesem anbiedernden, achso völkerverständigendem Geheule eines Fendrich wirklich nichts zu tun. Immerhin etwas!

Wurzel 5: Lueg Zu Dim Bitz


Quelle: Euro08-bern.ch

Soweit erstmal! Bewusst unerwähnt – kleiner Rethorik-Gag – lassen wir die Schweizer booze mit ihrem Song Fahnenmeer und die Österreicher Alone mit ihrem Anti-EM-Song Wir geben uns die Kugel. Alles muss man sich dann auch nicht anhören!

Wir bleiben dran an diesem Thema, sozusagen am Ball.

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