Ums Boxen ging es sowieso nicht am Samstag Abend auf RTL, als Henry Maske sein großes Comeback feierte gegen einen deutlich unterlegenen Virgil Hill. Böse geunkt wurde ja, Maske könne nur verlieren und würde wie ein geprügelter Hund nach Hause schleichen. Der sportliche Wert der Veranstaltung wurde im Vorfeld allerorten tief im Minus-Bereich veranschlagt. Der Kampf war dann auch stinklangweilig, was Maske nicht weiter zu stören braucht. Gewonnen ist gewonnen.

Bitter ist nur, was der Sport selbst dem Sender RTL in seiner Sportveranstaltung war: absolut lästig. Der Kampf: 14 Runden Werbung mit 12 Boxunterbrechungen, kaum Wiederholungen, Zeitlupen, Analysen oder ähnliches, in den Rundenpausen schon gleich gar nicht, wäre zwar interessant, brächte aber kein Geld. Gefühlte tausend Mal musste man sich anhören, welche Autofirma in ihrer grandiosen Güte den Abend präsentiert (oder war es eine Reifenfirma, Rasiergel, Waschmittel, Hundekuchen? Bekommt das überhaupt irgendjemand mit bei dieser Form der Belästigung? Nebenbei: Wer präsentiert denn gleich nochmal die Sportschau?) Als dann der finale Gong ertönt, der Kampf zu Ende ist, die RTL-Uhr aber immer noch einige Sekunden anzeigt, war das nicht einmal eine Bemerkung wert. Stattdessen die Bestätigung der eigenen Wichtigkeit in allen Tonlagen: Sensation! Wahnsinn! Sportgeschichte sei geschrieben worden! Maske einer der Allergrößten! Hier bei RTL!

Und irgendwann tat einem sogar Maske trotz Sieg und Millionengage leid. Wollte er also tatsächlich nochmals boxen, um seinen Karrieremakel zu korrigieren, trainierte hart, machte sich auch gar nicht lächerlich und trotzdem wird sein Boxabend als Farce in Erinnerung bleiben. Ums Boxen ging es gar nicht bei RTL.

PS: Ja, man darf sich immer noch über Fernsehwerbung aufregen.

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