Slowenien, Gruppe C

von Ben Strack-Zimmermann

Zu Beginn dieses Jahrtausends hat Slowenien mit unbekümmertem Fußball seine Marke gesetzt. Die Jungs um Zlatko Zahovic stürmten, ganz im Gegensatz zum normalen Auftreten eines Außenseiters, munter und sinnlos drauflos, lieferten herrlich beherzte Auftritte ab – und schieden dann früh aus. Mehr kann so ein kleines Land eigentlich kaum erreichen, und so ist es jedes Mal als Überraschung zu werten, wenn die Slowenen sich durchsetzen können und zu einer WM-Endrunde kommen. Diesmal hat man Russland, die Tschechische Republik, Polen und das wiedererstarkte Nordirland in die Schranken gewiesen, fährt also sehr zurecht zur zweiten WM-Teilnahme. So krassen Hurrafußball wie damals wird man allerdings nicht zu sehen bekommen. Die Slowenen sind zunächst lieber mal auf Konter eingestellt – man könnte auch sagen, dass sie inzwischen gelernt haben, mit ihrer Kondition besser hauszuhalten und somit ab der 60.Minute nicht mehr auszusehen wie Iron Man-Teilnehmer nach dem Zieleinlauf (Kenner erinnern sich jetzt an das Aufeinandertreffen der Slowenen mit der Mannschaft Serbien-Montenegros im Jahr 2000). Insgesamt erscheint die Qualität auch diesmal nicht wirklich ausreichend, um die zweite Runde zu erreichen gegen England, USA und Algerien – ausser man hat eine Menge Glück und kämpft als verschworene Einheit bis zum Umfallen.



Stars
Im Tor hat man mit Samir Handanovic einen wirklichen Könner seines Faches, die Verteidigung ist eher mit dem Wort “solide” ganz gut umschrieben, Miso Brecko ist da vielleicht noch der Auffälligste. Kopf des Spiels ist Robert Koren vom englischen Zweitligisten West Bromwich Albion, aber auch Valter Birsa von Auxerre und Aleksander Radosavljevic von Tom Tomsk können was. Kennt man ja von Mannschaften aus dem ehemaligen Jugoslawien: technische Qualität ist da eigentlich immer zu finden. Dazu im Sturm die aus der Bundesliga hinlänglich bekannten Novakovic und Dedic, und fertig ist eine ordentliche Mannschaft, der aber leider die Ausstrahlung von einst, verkörpert in einem echten Star wie Zlatko Zahovic, fehlt.



Talente
Das größte Talent heißt Rene Krhin, der gerade auch seine ersten Auftritte bei Inter Mailand hinter sich gebracht hat, ein zentraler Mittelfeldspieler. Auch Flügelstürmer Etien Velikonja sieht wie ein heißer Kandidat auf einen Platz im WM-Kader aus. Ansonsten eine Mannschaft, die eher so im besten Fußballalter steht.



Tipp
Die Slowenen werden gut spielen, wahrscheinlich Sympathien erobern – und wohl eher nicht die Vorrunde überstehen. Es sei denn, die Gegner fangen an, sie zu unterschätzen. Denn Herz haben diese Slowenen jede Menge. Insgesamt fehlt halt dann doch etwas die Qualität, die aus einer feinen Mannschaft eine ernsthafte Gefahr für die Großen des Weltfussballs macht.

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