Honduras, Gruppe H

von Ben Strack-Zimmermann

Seit meinem ersten WM-Fußballerlebnis warte ich auf die Wiederkunft einer Mannschaft, die damals mein junges Fußballherz erobern konnte. Neben den Tschechen, mit denen man ja wirklich schon genug Leid durchmachen muss, ist Honduras seither mein persönliches Nationalmannschaftssteckenpferd. Seit der damals wirklich tollen WM, bei der man von vorne bis hinten beschissen wurde, haben mich die Qualifikationsbemühungen dieses fremden Stückes Mittelamerika immer nahe am Herzinfarkt gehalten. Man spielt immer gut, normalerweise gnadenlos offensiv (auch gegen viel bessere Mannschaften), aber geklappt hat es nie mehr – bis dann endlich im letzten Herbst. Was kann man nun erwarten? Wohl noch couragiertere Auftritte, als die von Costa Rica beim letzten Mal, eine sehr gut eingespielte Mannschaft, viele Spieler, die in Europa kaum jemand kennt, die in Mittelamerika aber durchaus einen guten Klang haben, und wohl insgesamt einen krassen Außenseiter, der so tut als wäre er keiner. 2001 hat man mal bei der Copa America in Kolumbien als Last-Minute-Ersatz für Argentinien mitgespielt und dann dort mit gnadenlos offensivem Spiel Uruguay, Bolivien und Brasilien vernascht, um am Ende Rang 3 zu erreichen. Ganz so ein toller Husarenritt wird es wohl diesmal nicht werden. Doch die Schreiberlinge, die Honduras jetzt schon in einen Topf mit Nordkorea und Neuseeland werfen, werden sich noch umsehen!



Stars
Überraschenderweise hat Honduras sogar einige Stars. Kann gut sein, dass man mit die älteste Mannschaft im Turnier stellen wird. Viele Spieler sind bei den letzten Qualifikationen knapp gescheitert und wollen sich jetzt noch einmal auf der Weltbühne präsentieren – allen voran Stürmerstar Carlos Pavon, der mit seinen 37 Jahren einem würdigen Abschluss seiner Karriere entgegenfiebert. Hinten hat man mit Maynor Figueroa von Wigan einen wirklich guten Mann. Beim selben Verein agiert im defensiven Mittelfeld der ebenfalls bärenstarke Hendry Thomas. Das Herz des Spieles ist Wilson Palacios von den Tottenham Hotspurs, flankiert wird er links oder rechts von Julio Cesar Leon vom AC Turin. Sturmpartner von Pavon ist der seit vielen Jahren in Italien erfolgreiche David Suazo (zurzeit FC Genua), der in jüngster Zeit einige Verletzungssorgen hatte, jetzt aber wohl doch fit ist.

Talente
Man hat zwar in den letzten Jahren bei einigen Jugendweltmeisterschaften teilgenommen, und es scheint eine gute neue Generation zu geben, diese wird aber wohl erst nach der WM so richtig ihre Chance bekommen.



Tipp
Leider hat es der Auslosungsgott nicht gut mit Honduras gemeint. Mit Spanien, den Schweizern und den furchtbar stark aussehenden Chilenen hat man ganz schön dicke Brocken erwischt. So wird es wohl nichts werden mit dem Traum vom Weiterkommen, aber ganz sicher wird man es den Gegnern richtig schwer machen.

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